Ist das nicht nett was der Jeff Sauer da gebaut hat. Ich mag die Infografik gerne und bedanke mich höftlichst bei Jeff!

Periodic Table of Google Analytics
Courtesy of: Depth of Knowledge by Jeffalytics

Am 11. Februar fand in Hamburg zum 4. Mal die d3con statt. Das ist so etwas wie das Klassentreffen der RTB-Branche – also rund um Real Time Bidding. Ich fand die Veranstaltung ziemlich gut und werde mit größter Sicherheit im kommenden Jahr wieder hingehen. Man erfährt so einiges wichtiges zur Raketentechnologie der Online-Werbung. Es geht um Retargeting und um die Direktansprache von Zielgruppen – also Zielgruppen-Targeting mit möglichst geringen Streuverlusten.

d3con

Klassentreffen?

Ein Klassentreffen an sich ist ja eine geschlossene Veranstaltung mit vielen Interna. Das ist gleichzeitig die Schattenseite eines Klassentreffens, wenn die Klasse wachsen möchte. Es gab viel Buzzword-Sprech von Referenten der außerhalb der Klasse nie im Leben verstanden worden wäre. Naja – vielleicht gab’s auch Gäste, die Verständnisprobleme hatten. Deshalb hier schonmal die Bitte sich hinsichtlich Abkürzungen und Spezialausdrücken zu mäßigen. Das wirkt aus meiner Sicht überheblich und zeugt von Unsicherheit. Viele der Sätze – v.a. in den Podiumsdiskussionen hätten auf deutsch reichlich banal und platt gewirkt. So ist es schwierig den Markt zu vergrößern. Es wurde viel auf Features eingegangen und Benefits unzureichend belegt. Das war ein wenig schade.
Gleichzeitig weit dies jedoch auch auf den Zustand des Marktes an sich hin: Dieser ist noch jung und muss sich entwickeln. Es müssen klare Linien herausgearbeitet werden. Darum muss man sich keine Sorgen machen. Das wird kommen. Es gibt einfach Schritte, die zu absolvieren sind und Klippen, die umschifft werden müssen.

Real Time Bidding – was taugt der Begriff?

Es fängt schon beim recht technischen Begriff „Real Time Bidding“ an. Der geneigte Werbungtreibende ohne größeres Verständnis für den Ausdruck wird sich an dieser Stelle sofort fragen, ob und wie er den nun bieten muss. Mit etwas Glück wird er auf die Idee kommen, dass es um etwas ähnliches wie das Bietverfahren von Google im Rahmen der AdWords geht. Das wäre aus meiner Sicht ein großes Glück. Kleinere Kunden, werden durch die Begrifflichkeit abgeschreckt. Das scheint ja auch nicht so schlimm zu sein. Die Beschwerden viele Diskutanten waren dahingehend, dass Publisher zu wenig Inventar zur Verfügung stellen. Dazu weiter unten noch etwas mehr.
Dann gab es da auch noch Jannette Flores von Google. Sie benutzte den Begriff „Audience Buying“. Wirklich geschickt ist die Einführung dieses Begriffs durch Google auch nicht. Der nicht dem RTB-Tunnelblick verfallene Online-Markter wird schnell auch an Fan- bzw. Follower-Käufe für Facebook, Twitter und Pinterest denken. Die taugen nunmal absolut nichts – was soll denn dann Audience Buying taugen? – Wahrscheinlich nicht viel. Dennoch muss man Google für die Suche nach einem Begriff dankbar sein. Nur mit einfach zu verstehenden Begriffen und klar erkennbaren Benefits wird der Markt wachsen.

Zielgruppen-Targeting

Zugegeben – mir fällt auch kein wirklich supertoller Begriff ein. Die Tatsache, dass Retargeting recht gut läuft ist ein Hinweis darauf, dass der Begriff gut verstanden wird. Im Eröffnungsvortrag erläuterte Konrad Feldman (quantcast) ziemlich ausführlich und anschaulich, dass Retargeting alleine nicht ausreicht. Das hätte auch ohne den Vortrag klar sein können. Es handelt sich dabei um eine Bindungsmaßnahme. Dadurch werden keine neuen Kundenschichten erreicht – nicht die Reichweite erhöht und nicht die Bekanntheit gesteigert.
Retargeting ist eben einfach zu verstehen: Der Kunde kommt zur Website, bekommt ein Cookie gesetzt und wird an anderer Stelle wieder eingefangen. Wie ist es jedoch mit anderen Methoden der Ansprache. Sobald der Kunde das Gefühl hat, dass zu viel Hokuspokus dabei ist oder die Sache zu intransparent läuft, ist er nur schwer zu einer Entscheidung zu bewegen. Hier sind Google und Facebook die Vorreiter von denen die Branche lernen sollte. Es wird in einfach gestaltet Interfaces zu den Schaltungen geführt und der Kunde weiß, dass er seine Zielgruppe anspricht, dass diese nach Alter, Geographie und Interessen einschränken kann. Das reicht dann völlig: Zielgruppen-Targeting. Der Florian Heinemann (Project A) stellt deshalb aus meiner Sicht völlig zurecht fest, dass Google und Facebook das Rennen machen werden.

Vielleicht wären an dieser Stelle auch andere Abrechnungsmodelle ratsam. Für Reichweite sind die Kunden traditionell bereit zu bezahlen. Reichweiten-Kampagnen sind bei einer klaren Zielgruppen-Ansprache überaus sinnvoll. Prinzipiell, gibt es diese Möglichkeiten ja schon. Schaut man auf die Seiten der großen Vermarkter, so sind die Informationen unzureichend und versteckt. Ob das ein Hinweis darauf ist, dass mit klassischen Umfeldbuchungen einfach mehr verdient wird? – Die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch. Möglicherweise liegt es auch daran, dass die Agenturen im Umfeld zu sehr an CpC und CpO denken – Gedanken für den E-Commerce-Markt – nicht für Marken und Reichweite. Doch in diese Richtung muss sich der Markt entwickeln.

Ich war richtig erfreut, dass hin und wieder der Begriff TV genannt wurde. Das ist nunmal die Riesenschaufel hinsichtlich der Reichweite und der TV-Markt bekommt noch immer den größten Batzen vom Werbekuchen ab. Dabei denke dabei nicht nur an die Reichweitenwerte, die sich in das eine oder andere Tool integrieren lassen. Mir geht es ganz konkret um die Verknüpfung der Daten auf individueller Ebene. Das wird in einigen Jahren zweifellos einen Schub bringen.

Unternehmensbeispiele

Am weitaus besten hat mir auf der d3con 2014 ein von Ralf Scharnhorst moderiertes Panel zu den Erfahrungen von Werbungtreibenden mir Real Time Advertising gefallen. Trivago, Vodafone und Zalando berichteten über Erfolge, Schwierigkeiten und Verfahren. Das war wirklich wertvoll. Damit kann man Kunden die Angst nehmen. Die Kollegen zeigten, wie anderswo gekocht wird. Eigenartigerweise gestanden diese Werbungtreibenden, dass sie mal auf die Schnauze fliegen. Dienstleistern scheint das zu peinlich zu sein. Zudem ist die Tatsache, dass trivago und Zalando Werbemitte intern produzieren und nur ungern Agenturen an diese Arbeit lassen, ein wichtiger Hinweis. Die Kreativen haben sich wohl noch nicht auf diese neue Art und Weise der Online-Werbung eingestellt. Nach Aussage der Unternehmen scheint es vor allem den ungenügend schnellen Abläufen zu liegen. Hier müsste also noch optimiert werden. Ich persönlich lassen auch am liebsten intern produzieren, weil so einfach eine bessere Feinabstimmung erfolgen kann.

Datenschutz

Das ganze Spiel um Real Time Advertising – Retargeting und Zielgruppen-Targeting – kommt ohne die Identifikation der Nutzer-Clients nicht aus. Die EU-Datenschutzverordnung drohte mit beträchtlichen Einschränkungen. Nun scheint diese nach Aussagen des BVDW umgesetzt. Wie und warum konnte nicht genau nachvollzogen werden. Klar scheint nur, dass es etwa ist wie mit dem US-Waffengesetz. Cookies dürfen in Deutschland benutzt werden, wenn darin keine personenbezogenen Daten stehen. Wenn doch, dann muss der Nutzer des Clients vorher gefragt werden. Das sorgt für etwas Klarheit. Also gerade, wenn es um die Verbindung mit CRM-Daten geht, sollte man den Nutzer explizit darauf hinweisen. Das hätte man auch ohne gesetzliche Vorschriften schon so machen sollen. Genauso wie man hinsichtlich des Retargeting nicht einfach drauf losballern sollte und dem Kunden nach einem Kauf beispielsweise Komplementärprodukte zeigen sollte und nicht noch drei Monate lang ein Produkt, das der Kunde schon besitzt.

Jochen Schlosser von uniquedigital  zeigte, dass man auch ohne Cookies Clients identifizieren kann – und das mitunter noch besser als mit den üblichen Identifikationsstrings. Das war schon schwer beeindruckend, weil so tatsächlich auch Nutzer angesprochen werden könnten, deren Clients Cookies ablehnen – aus welchen Gründen auch immer. Allerdings liegt Schlosser falsch, wenn er der Meinung ist, dass dies aus datenschutzrechtlicher Sicht unbedenklicher ist. Insbesondere dann, wenn die eindeutigen Clients mit Personendaten gekoppelt werden, muss der Nutzer nach seinem Einverständnis gefragt werden. Einfach so mal mit dem CRM koppeln ist also nicht ratsam.

Ich für meinen Teil freue mich auf jeden Fall schon jetzt auf das nächste Jahr und hoffe etwas mehr über die Verbindung mit Reichweitendaten zu hören, etwas mehr TV und ein paar mehr Belege für getroffene Aussagen zu bekommen.

 

compete.com hat die Dezember-Werte veröffentlicht, so dass wir endlich erfahren, wie es nun wirklich mit den Reichweiten der Social Networks in den USA gelaufen ist. Um es kurz zu machen: Das schon fast vergessene MySpace schießt den Vogel ab und liegt auf Platz 2 der Social Networks in den USA. Es konnte im Jahresvergleich seine Reichweite mehr als verdreifachen. Schaut man auf die vergangenen 7 Monate, so war es sogar mehr als eine Versechsfachung. Dem gebührt eine Gratulation. Insgesamt bin ich mir allerdings nicht ganz sicher, ob man MySpace wirklich als noch als Social Network bezeichnen sollte. Es ist mittlerweile sehr ähnlich wie YouTube oder SoundCloud, die ihre Reichweite hauptsächlich über den Konsum von Inhalten und nicht durch die Vernetzung von Nutzern generieren.

Reichweiten Social Networks USA 2013

Reichweiten Social Networks USA 2013

Es gibt noch Luft nach oben für die Reichweiten der Social Networks in der zweiten Reihe

Nicht schlecht ist es auch für Google+ gelaufen: Eine Verdopplung der Reichweite bringt nun 50 Millionen Besucher in der USA und Platz 3 der Social Networks ein. Es sah zwischenzeitlich nicht danach aus, dass es mittlerweile knapp ein Drittel der Reichweite von Facebook erreicht. Der Marktführer dümpelt locker bei 167 Millionen monatlichen Besuchern vor sich hin. Ich verstehe die Prognosen hinsichtlich der großen Nutzerverluste nicht. Da wollte wohl wer einfach nur Aufmerksamkeit haben. Zudem hat das Netzwerk mit Instagram eine würdige Komplementär-Plattform, die 2013 um 75 Prozent an Traffic zugelegt hat. Mittlerweile sind es rund 27 Millionen Webnutzer die das mobile Fotonetzwerk hat.

Die Verlierer des Jahres sind Photobucket (-23%) und Flickr (-15%). Dabei sind die Verluste bei Flickr wohl nur durch den Eingriff von Yahoo! geringer ausgefallen.

Was zeigen die Reichweiten der Social Networks in den USA 2013 also? – Facebook hatte schon 2012 die Marktsättigung erreicht. Mehr Reichweite geht einfach nicht. Deutlich wurde allerdings auch, dass es für weitere Netzwerke Luft nach oben gibt. Weder für Google+ noch für Pinterest scheint die Marktsättigung nahe. Klar wurde jedoch auch, dass man Netzwerke nicht einfach so abschreiben sollte. MySpace hat einen klasse Lauf auf den am Jahresbeginn sicher kaum einer gewettet hat.

In diesem Beitrag schildere ich, welche Daten in Analytics Systeme integriert werden sollten, um Marketing-Aktionen umfassender zu kontrollieren und zu optimieren. Angeregt wurde ich durch zwei Veranstaltungen, die mir eigentlich recht gut gefallen haben: Die d3con und der Analytics Summit. Beide finden auch 2014 wieder in Hamburg statt. Auf beiden wurde viel über Performance diskutiert. Allerdings wurde auf beiden – zumindest unterschwellig – formuliert, dass Facebook nicht wirklich der Hit ist. Social Media ganz allgemein scheint aus der Perspektive der Performance Marketer nicht wirklich so dolle zu sein. Pinterest ist dabei eine Ausnahme, zumindest in den USA.

Was die Überleitungen auf die gewünschten Zielseiten betrifft, stimmt das tatsächlich. Dabei schneiden Pinterest und Twitter erheblich besser ab als Facebook. Wahrscheinlich hat die Abwertung durch die Referenten mit den Veranstaltungen an sich zu tun. Wer auf Perfomance aus ist, ignoriert offensichtlich emotionale und kognitive Effekte von Werbemaßnahmen. Man verschwendet kaum einen Gedanken daran – was zählt, ist die Generierung von Goals.

In der Analytics werden Handlungen gemessen

Dabei ist man mittlerweile so weit, dass man die Customer Journey wenigstens in Form von Kontakten mit einer Zielseite misst. In Google Analytics kann man diese Kontakte mittlerweile mit relativ einfachen Modellen optimieren. Es ist nicht mehr der letzte oder der erste Cookie, der gewinnt, wenn es um die Bewertung von Werbemaßnahmen geht. Wenn es sinnig erscheint, kann man auch mit der „Badewanne“ arbeiten. Dabei werden die Haupteffekte dem ersten und letzten Kontakt vor der Conversion zugeschrieben. Komplexere Modellberechnungen können in der nicht ganz billigen Premium-Version von Google-Analytics erfolgen. Soweit ist das schön und gut. Allerdings scheint mir diese Optimierung ein wenig kurzfristig und mehr oder weniger für den E-Commerce geeignet. Je länger die Beschaffungszyklen für Produktklassen sind, umso mehr sollte man aufpassen. Die alleinige Konzentration auf die Optimierung von Goals ist zu wenig (auch wenn in vielen Fällen Goals denkbar sind, die sehr lange vor einem erneuten Beschaffungsvorgang liegen). Klassifiziert man den derzeitigen Stand der Web-Analytics nach sozialwissenschaftlichen Maßstäben, handelt sich dabei um non-reaktive Forschung, wobei eine Vollerhebung angestrebt wird.

Modellverschiebung im Vergleich zur klassischen Mediaforschung

Es handelt sich dabei um eine grundsätzliche Modellverschiebung im Vergleich zur Vor-Internet-Zeit und im Vergleich zur noch üblichen TV- oder Print-Mediaforschung. Dabei handelt es sich größtenteils um reaktive Forschung – Befragungen. Im Bereich der non-reaktiven Forschung handelt es sich um Testverfahren, die in den meisten Fällen auch noch weit von Repräsentativität entfernt sind. Auch werden nur in Ausnahmefällen die Goals dokumentiert:  Beispielsweise im GfK-Testmarkt Hassloch. Diese Verfahren werden vorwiegend bei der Produktneueinführung eingesetzt, um die Erfolgswahrscheinlichkeit derselben zu testen.

Beurteilung von Pint-, Radio-, TV-Werbung etc.

Um die Sinnhalftigkeit von Werbemaßnahmen im Fernsehen, in Zeitungen- und Zeitschriften zu beurteilen, gibt es großangelegte Markt-Media-Studien – beispielsweise die Studien der agma.

Das Allmedia-Dach der agma

Das Allmedia-Dach der agma (Quelle: agma)

Wie ersichtlich, wird hier auch Online einbezogen. Allerdings höre ich gerade von Analytics-Experten immer wieder Aussagen wie „Was ist den das für ein Quatsch!“ oder „Das taugt doch nix!“. Aus meiner Sicht disqualifizieren solche Aussagen zu unrecht.  Haben Markenartikler seit über 50 Jahren nur Quatsch gemacht? – Wohl kaum. Es wahr und ist der wichtigste Ansatz, um im weitesten Sinne emotionale und kognitive Effekte von Werbung zu messen. Die Schaltung und Optimierung erfolgt dann nach Kontaktklassen. Parameter, nach denen optimiert wird, sind  Markenerinnerung und Kaufbereitschaft. Diese werden beispielsweise in der Typologie der Wünsche abgebildet. Dabei werden u.a. auch die so wichtigen Sinus Milieus als zusätzlicher Parameter genutzt.

Emotionale und kognitive Effekte sind den Handlungen vorgelagert

Idealtypisch müssten beide Methodenklassen ineinandergreifen. Prinzipiell sind emotionale und kognitive Effekte den Handlungen vorgelagert. Sie bilden sozusagen die Grundlage für Handlungen:

Methoden und Ziele

Methoden und Ziele

Im klassischen Marketing ist es so, dass das was da in der Analytics gemessen wird, eine Blackbox darstellt, während im aktuellen Online-Marketing die emotionalen und kognitiven Effekte – zumindest die außerhalb des Internet – die Blackbox darstellen. An der Verbindung beider Welten muss gearbeitet werden. Allerdings beschleicht mich der Eindruck, dass das Interesse auf beiden Seiten nicht sonderlich groß ist.

Die Ansatzpunkte sind auf beiden Seiten verhalten. Planung erfolgt unter Zuhilfenahme der AGOF-Zahlen, die mit Hilfe von connect direkt in die Datenbanken von Mediaganturen transferiert werden können. Das betrifft Großunternehmen oder solche, die auch in größerem Maße auf Print- und TV-Werbung setzen. Mitunter werden TV-Einschaltquoten mit in die Online-Planung und die Auswertung einbezogen. IntelliAd erlaubt beispielsweise diese Form des Multi-Channel-Tracking. Allerdings weiß man noch immer nicht, ob ein Fernsehzuschauer nun tatsächlich auch einen Werbespot gesehen hat, bevor er danach eine messbare Aktion startete. Ein gewaltiger Fortschritt ist dies dennoch – auch wenn noch ein sehr langer Weg bevorsteht. Zumindest scheint sich der BVDW bereits in den Gremien zu engagieren. Matthias Ehrlich, Präsident des BVDW, äußerte dies kürzlich in einem adizne-Interview.

Werbemaßnahmen ohne Goal ignorieren? – Nein!

Wo will ich hin? – Zurück zu Facebook und den mageren Referrals, die es liefert. Wenn ein Kanal vorgelagert ist und besser für die Kundenbindung, CRM und Markenbildung geeignet ist als zur Generierung von Referrals, was soll man dann machen? Soll man das Pontenzial ungenutzt liegen lassen? – Nein. Ganz sicher nicht.

Man kann natürlich wie Thomas Hutter argumentieren und fordern, dass das Community-Management stärker auf die Generierung von Referrals und Goals ausgerichtet wird. In vielen Fällen ist das auch die Richtung, die man zusätzlich einschlagen sollte – das „Weg vom Blabla-Dialogkanal zur Performance Marketing Plattform“ und die Professionalisierung des Community-Management im Sinne der Erreichung von Marketingzielen ist notwendig.

Ich sehe das Dilemma an einer anderen Stelle: Die alleinige Konzentration auf das was im Rahmen der Web-Analytics messbar ist, führt möglicherweise dazu, dass sinnvolle Maßnahmen unterbleiben, weil deren Erfolg nicht quantifiziert werden kann. Was man derzeit in der Analytics versucht, kann man vielleicht so beschreiben: Das was Touchpoints in einen Trichter gegossen wird, soll möglichst bis zur Conversion optimiert werden. Mit Tag-Management-Systemen schafft man es auch Sichtkontakte mit Werbemitteln in die Analyse einzubeziehen. Das ist schon der richtige Weg. Man sollte nur nicht den Fehler machen, die Sichtkontakte alleine als Größe im Rahmen des Werbedrucks zu verstehen. Sie bauen auch Bekanntheit und Image auf und das sollte man eben auch versuchen einer Erfassung zuzuführen.

Ziele und der Conversion Prozess

Gehen wir einfach nochmal einen Schritt zurück und sortieren die Marketing-Maßnahmen entsprechend ihrer Rolle im Online-Marketing und insbesondere im Conversions-Prozess ein. Gleichzeitig wird dadurch auch deutlich, dass Maßnahmen, die besonders nahe an einer Conversion liegen auch Bindungsinstrumente sind. Ich habe das in der folgenden Abbildung einfach mal in einen Trichter sortiert. Im oberen Bereich sehen Sie den Prozess. Im unteren Bereich Marketing-Ziele.

Werbeziele und Conversions-Prozess
Werbeziele und Conversions-Prozess

Von der Platzierung von Facebook in der Abbildung habe ich mich gedrückt. Es ist aus meiner Sicht ein klasse Bindungsinstrument, das jedoch im Bereich der Conversions abschmiert und nicht wirklich dolle ist. Das trifft vielfach auch auf Smartphone-Apps zu. Diese sind auch ein gutes Bindungsinstrument – im Bereich der Conversions schneiden sie meist bescheiden ab.

Wenn nun versucht werden soll weitere Daten zu integrieren, dann muss strukturiert vorgegangen werden. Mit der Abbildung sollte deutlich geworden sein, dass

  • Maßnahmen unterschiedliche – und auch mehrere Positionen – im Verlauf des Prozesses zu Conversion einnehmen (können),
  • die Durchführung von Maßnahmen aufgrund der Notwendigkeit zum erreichen unterschiedlicher Ziele erfolgt und
  • es Werbemaßnahmen gibt, die gleiche oder ähnliche Ziele verfolgen, die online Goals erzeugen, jedoch nicht (oder nur bedingt) messbar sind.

Daneben gibt es noch eine weitere Dimension: Es gibt Online-Werbekontakte, die zu Offline Goals führen, die ebenfalls nicht gemessen werden oder nur mit größter Anstrengung mit den Online-Werbemaßnahmen in Verbindung gebracht werden können.

Ansatzpunkte zum Auf- und Ausbau einer umfassenden Analytics

Die Web-Analytics darf nicht weiter im eigenen Brei kochen und sich auf die Erfassung und Auswertung von Nutzerhandlungen im Web beschränken. Die Verfahren sind mittlerweile derart elaboriert, dass man sich daran machen sollte einen Schritt weiter zu denken und die Analytics auf weitere Bereiche des Werbemarkts auszudehnen. Hier skizziere ich einige Ansatzpunkte.

Ansatzpunkt 1: Mehr vorhandene Daten in das Analytics System integrieren und analysieren

Die Universal Analytics von Google werden hierbei eine große Rolle spielen. Es ist relativ einfach Fremddaten zu integrieren, um darüber zu optimieren. Dabei handel sich um Daten, die ohnehin schon recht gut strukturiert vorliegen. Man kann diese Daten in verschiedene Klassen unterteilen:

1.1 Im Rahmen des Online-Marketing entstandene Daten

  • Linkverkürzer – also bit.ly & Co. inklusive Eigenentwicklungen. In vielen Fällen wird dies bereits praktiziert.
  • Social Media Analytics Daten aus den Schnittstellen der Netzwerke. Eine spannende Frage aus diesem Bereich ist beispielsweise, ob die Fans eines Unternehmens oder eine Marke auf einem bestimmten Netzwerk mehr kaufen als solche die keine Fans sind
  • Daten aus Tag Management Systemen
  • Daten aus AdServern, v.a. Reichweiten und Platzierungsinformationen. So kann man beispielsweise auch feststellen, ob Goals ohne Handlung in Form von Klicks durch den direkten Aufruf einer Website auf Werbekontakte zurückzuführen sind.
  • Auffüllen mit demographischen Daten, wie dies derzeit mit Google Analytics möglich ist.

1.2 Daten zu Offline-Werbemaßnahmen und mit Offline-Verfahren erhobenen Daten

Diese Daten können dann mit den bereits vorhandenen demographischen Daten gematcht werden:

  • Daten der agma & AGOF
  • GfK-Zahlen
  • Daten aus weiteren Markt-Mediastudien

Es handelt sich auf dieser Ebene um aggregierte Daten.

1.3 Rahmendaten

  • Wetterinformationen (hier hat Timo Aden aus dem Analytics Summit gezeigt wie es geht und Ed Brocklebank war sehr früh dran mit dieser Idee)
  • Fernsehprogramm
  • Verkehrssituation
  • etc.

Auch hier handelt es sich um aggregierte Daten.

Ansatzpunkt 2: Verbindung mit Offline-Convertions

Hier geht es darum, den Weg aus dem Netz zu kontrollieren und zu erfassen. Vielfach informieren sich Konsumenten vor der Beschaffung höherpreisiger und längerlebiger Produkte im Web und beschaffen diese dann offline. Auch hierbei sollte die im Internet erbrachte Media-Leistung bewertet werden.

Die Herausforderung besteht an dieser Stelle darin einen Identifizierungmerkmal zu finden, das die Zusammenführung der Daten erlaubt. Voll umfänglich wird dies nicht gelingen. Barverkäufe sind an dieser Stelle der kalte Schrecken des Analysen, wenn der Käufer nicht zufällig noch ein anderes Identifikationsmerkmal hinterlässt. Die Datenschutzbestimmungen stellen einem mitunter auch ein Bein.

Um es etwas zu vereinfachen: Es wird immer wichtiger werden Nutzer zur Registrierung und zum Login zu führen und sei es nur eine Minimal-Registrierung über ein Social Login von Facebook, Twitter oder Google+, um Wissen über seine Kunden zu erlangen, das mit Daten in der Offline-Welt verknüpft werden kann. So freundlich in beiden Fällen – On-und Offline – eine Kreditkartennummer zu hinterlassen, werden nur wenige Kunden sein.

Merkmale können beispielsweise sein:

  • Name
  • Geburtsdatum
  • Telefonnummer / Mobilnummer
  • Adresse
  • GPS-Koordinaten

Ansatzpunkt 3: Gewinnung von Rohdaten für weitere elektronische Medien

Aus meiner Sicht fehlt fehlt noch der Schritt zu Kontaktdaten übrigen elektronischen Medien auf individueller Ebene. Hier habe ich ohnehin den Eindruck, dass Google eine weitere Lead-Funktion übernehmen wird und in absehbarer Zeit zu einem der wichtigsten Fernsehvermarkter aufsteigen kann. Schon jetzt sollte es bald möglich sein, die wirklichen Kontaktzahlen von Werbespots zu messen. Smart-TVs können Zusatzmaterial der Sender einblenden und ermöglich den direkten Response. Dabei sollte man nicht vergessen, dass dieser Response eine Unterbrechung der Tätigkeit darstellt, die der Nutzer ausüben möchte – nämlich die Sendung ansehen. Aus dieser Perspektive sollten die Erfolge von Werbeformen, die auf den direkten Response ausgerichtet sind, nicht all zu groß sein. Deshalb wird es noch wichtiger die Reichweiten der Spots zu qualifizieren.

Etwas nachdenklich stimmt an dieser Stelle die Tatsache, dass die in der AGF versammelten Fernsehforscher an ihren Panels festhalten. Es wurde ein 25.000er Panel aufgebaut, um die Online-Einschaltquoten zu messen. Wegargumentiert wurde dies mit der Vermutung, dass der zeitversetzte TV-Konsum nur einen geringen Teil der gesamten Sehzeit ausmache. Aus meiner Sicht ist das falsch und von der Seite der Web-Analytics sollte gezeigt werden, welche Möglichkeiten es gibt. Wenn man schon einen Fernsehspot auf SAT1.de, voxnow.de oder sonstwo im Web schaltet nicht auch die Reichweite mit einem AdServer oder Google Analytics messen?

Ansatzpunkt 4: Gewinnung von Rohdaten Printmedien und weitere Werbemaßnahmen

Als Verlierer in diesem Spiel könnten sich ein weiteres Mal die Printmedien herausstellen. Ohne elektronischen Anschluss sind diese nur bedingt messbar. Integrationsansätze gehen häufig schief. So war der QR-Code beispielsweise ein Hoffnungsträger der Anzeigen und Plakatwerbung den Anschluss zum Internet eben sollte. Leider stellte sich das Verfahren mehr oder weniger als Holzweg heraus. Ausgesprochen selten werden damit dreistellige Resultate erreicht. Meist bleibt das Ergebnis im einstelligen Bereich und kommt bei Plakaten nicht über die Testklicks hinaus.

Man wird also etwas tiefer in die Trickkiste greifen und auf technische  Innovationen warten müssen, um solche Werte auf individueller Ebene erheben zu können. Wieder einmal spielt hier Google die Vorreiterrolle. So könnte Google Glas die erste Applikation sein, mit der die Verbindung von Print und Internet erfolgreich hergestellt werden kann. Ähnliches darf man von Assistenz-Anwendungen in Fahrzeugen erwarten, wenn diese von Internet-Konzernen und nicht von Automobilherstellern entwickelt werden.

Web-Analysen legt los und arbeitet an der Datenintegation

Bisher habe ich sorgfältig einen Begriff vermieden: Big Data. Genau das ist es worum es hier geht. Es geht darum Daten aus den unterschiedlichsten Quellen zusammenzuführen und daraus zu optimieren. Ich bin überzeugt davon, dass Web-Analysten hier die besten Vorraussetzungen mitbringen. Sie müssen nur stärker konzeptionell arbeiten, über den Tellerrand hinausschauen, sich dem allgemeinen Marketing und den Anforderungen der Mediaplanung für Print und TV öffnen, dann wird das etwas. Dass es Hürden in den Bereichen Datenschutz und Technik gibt sollte als Herausforderung verstanden werden. Man sollte eben immer brav ein Einverständnis der Konsumenten einholen und mit anonymisierten Daten arbeiten.

 

 

Pinterest legt derzeit eine Entwicklungsgeschwindigkeit an den Tag, über die man sich einfach nur wundern muss. Vor zwei Wochen die API und nun eine weitere Version der Rich Pins – die Pinterest Place Pins.

Pinterest Place Pins

Diese ermöglichen den Nutzern, Bilder Orten zuzuordnen und diese auf einer Karte darzustellen, wie man diese im Screenshot sieht. Das funktioniert auch schon ganz wunderbar multilingual. Pinterest Places hat offensichtlich einiges gekostet und die spätere Einführung zeigt für mich auch, dass man wohl etwas intensiver daran gearbeitet hat. So passt sich der Kartenausschnitt automatisch an die gepinnte Region an – von der Weltkarte bis zum Stadtteilausschnitt ist alles möglich.

Pinterest Place Pins – Funktionen für Nutzer & Marketing

Für die Nutzer wurde es ganz einfach und es gibt auch eine kurze und knappe Anleitung dazu, die automatisch angezeigt wird (ausführlich hier). Damit ein Nutzer Bilder einem Ort bzw. eine Adresse zuordnen kann, muss er einfach nur das entsprechende Board auf Pinterest Places umschalten und schon geht es los. Auf einer Open Streetmap-Karte werden die Place Pins angezeigt. Wenn man auf einen Pin geht, wird der Ort auf der Karte angezeigt. Klickt man auf einen Ort bzw. auf eine Nummer in der Karte, dann schiebt sich der entsprechende Pin ins Sichtfeld. Pinterest hat das wieder ausgesprochen hübsch realisiert und es ist leicht zu bedienen. Hat ein Pin schon die entsprechenden Microformate – z.B. Open Graph – dann muss der Nutzer diesen Pin noch nicht einmal mehr auf der Karte eintragen. Doch dazu mehr weiter unten.

Pinterest Place Rich Pin

Wenn man den Pin öffnet, bekommt man noch einen kleinen Kartenausschnitt dazu. Auf Mobilgeräten funktionieren die Place Pins übrigens auch. Mir gefällt die Karte sogar noch etwas besser als in der Desktop-Version. Winzige Versionen der gepinnten Bilder werden auf der Karte des Boards angezeigt. Allerdings muss man auf die aktuelle Pinterest Version aktualisieren. Auf Android ist das Version 2.0 oder höher.

Place Pins Mobile

Pinterst Place Pins ist sind einfach super für Restaurants, Hotels und jede andere Art touristischer Angebote. Entsprechende Verbände sollte also rasch loslegen und ihre Boards aufhübschen – prinzipiell sieht das alles auch sehr schön aus, wenn man es direkt auf der eigenen Seite einbinden würde. Lokale Geschäfte können ihre Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten direkt im Place Pin verbreiten, was ein wirklich ungeheurer Vorteil ist. Dabei handelt es sich um Daten, die Nutzer nicht selbständig ergänzen können und die oft genug auch nicht über die Ortssuche auffindbar sind. Wenn also das Anzeigen der Daten gewünscht ist, sollte man die entsprechenden Mikroformate in seiner Seite ergänzen.

Die Microformate

In diesem Abschnitt wird die Einbindung der Places mit Open Graph und Schema erläutert. Nur wenn Seiten, von denen gepinnt wird, die Metainformationen enthalten, werden Pins auch direkt als Place Pins dargestellt und ggf. die Adresse angezeigt, wenn diese auf Boards mit aktivierter Place-Einstellung gepinnt werden.

Ich hab ich mich bei Pinterest bedient und die entsprechende Anleitung übersetzt und erweitert.

Open Graph Tags

Diese Methode nutzt den von Facebook entwickelten Open Graph Standard. Sie müssen dazu die darzustellenden Informationen im Kopfbereich Ihrer HTML-Dokumente platzieren. Nachfolgend ein Code-Beispiel:

<head>
<meta property="og:title" content="Civic Center/UN Plaza BART Station" />
<meta property="og:description" content="Subway in San Francisco, CA"/>
<meta property="og:url" content="https://foursquare.com/v/civic-centerun-plaza-bart-station/4813bc50f964a520414f1fe3" />
<meta property="og:type" content="place" />
<meta property="playfoursquare:location:latitude" content="37.7792418232402" />
<meta property="playfoursquare:location:longitude" content="-122.41431589072604" />
<meta property="og:site_name" content="Foursquare" />
...
</head>

Sie müssen nicht alle möglichen Felder nutzen. Überlegen Sie bitte, welche Felder für Ihren Fall sinnvoll sind. Bei einem Restaurant oder Geschäften sollten Sie beispielsweise immer die Adresse angeben. Unterstützte Felder sind:

Feld Beschreibung Notwendig?
og:type Der Wert muss als ‚place‘ oder ‚og:place‘ sein J
og:title Place Name J
og:description Place Beschreibung N
*:location:latitude Breitengrad. „*“ alle Werte außer einem leeren Eintrag sind erlaubt (z.B. place:location:latitude) J
*:location:longitude Längengrad. „*“ alle Werte außer einem leeren Eintrag sind erlaubt (e.g. place:location:longitude) J
og:image Link zu einem hochauflösenden Bild. Bis zu 6 og:image tags sind möglich N
og:rating Rating für den Ort (z.B. 4.5) N
og:rating:scale Maximalwert der Ratingskala. Notwendig wenn og:rating eingetragen wird (z.B. 5) N
*:street_address Adresse. Alle Werte außer einem leeren Eintrag sind erlaubt  (z.B. place:street_address) N
*:locality Locality (i.e. city). Required if address provided. „*“ can be anything except blank (e.g. place:locality) N
*:region Region (i.e. state). Required if address provided. „*“ can be anything except blank (e.g. place:region) N
*:postal_code Postal code. „*“ can be anything except blank (e.g. place:postal_code) N

Schema.org tags

Schema.org Tags werden von Google und anderen Suchmaschinen unterstützt. Vielleicht haben Sie diese Informationen ja schon in Ihren Seiten, um in der lokalen Suche aufzutauchen. Dann müssen Sie wahrscheinlich nicht mehr viel tun. Auch bei dieser Methode müssen Sie die darzustellenden Informationen im Kopfbereich Ihrer HTML-Dokumente platzieren. Nachfolgend ein Code-Beispiel:

<div itemscope itemtype="http://schema.org/Place">
    <meta itemprop="url" content="http://www.example.com/places/yerba_buena.html" />
    <span itemprop="name" >Yerba Buena Gardens.</span>
    <span itemprop="description" content="Yerba Buena Gardens Public Park." />
    Located at:
    <div itemprop="geo" itemscope itemtype="http://schema.org/GeoCoordinates">
        <span itemprop="latitude">37.7840</span>, 
        <span itemprop="longitude">-122.4020</span>
    </div>
    <div itemprop="address" itemscope itemtype="http://schema.org/PostalAddress">
        <span itemprop="streetAddress">750 Howard St</span>,
        <span itemprop="addressLocality">San Francisco</span>,
        <span itemprop="addressRegion">CA</span>
        <span itemprop="postalCode">94103</span>
    </div>
    <div itemprop="aggregateRating" itemscope itemtype="http://schema.org/AggregateRating">
        <span itemprop="bestRating" content="5" />
        <span itemprop="ratingValue" content="4.3" />
    </div>
</div>

Pinterest empfiehlt neben den Schema.org Einträgen zusätzlich den Open Graph og:site_nametag einzutragen. Dieser wird von Schema.org nicht unterstützt. Die vollständige Schema.org Spezifikation für Places finden Sie hier.

Von Pinterest unterstützte Places Felder:

Feld Beschreibung Notwendig?
name Place Name J
geo Geographische Lage, Längen- & Breitengrad wie beschrieben auf schema.org/GeoCoordinates J
description Beschreibung des Ortes N
url URL für den Ort N
image Bis zu 6 hochauflösende Bilder für den Ort N
address Die Adresse wie auf schema.org/PostalAddress. streetAddress, addressLocality, und addressRegion sind notwendig, wenn Sie eine Adresse angeben möchten, damit diese auch angezeigt wird. N
telephone Telefonnummer N
aggregateRating Ein Rating für den Ort. Die Angaben sollen wie auf schema.org/AggregateRating beschrieben aussehen. bestRating und ratingValue sind notwendig, damit das Rating angezeigt wird. N
openingHours Öffnungszeiten (z.B. „Mo-Fr, 10:00-18:00″) N

Für welche der Beiden Metaformate Sie sich entscheiden, hängt aus meiner Sicht v.a. damit zusammen, wie stark Sie auf die SEO angewiesen sind und welchen Typ Sie derzeit bereits verwenden.

Die offizielle Pinterest-API ist ganz frisch. Nicht dass es vorher keine Pinterest-API gab – sie war inoffiziell und gab sehr wenig her. Jetzt hat sich Pinterest richtig angestrengt und bietet gleich einige Vorkonfigurierungen der Schnittstellen an, um Daten oder Inhalte in eigene Systeme zu überführen.

Kein freier Zugang

Wenn ich an die Analytics denke, dann hilft die Pinterest-API beispielsweise dabei, die Zahl der Pins von der eigenen Website sauber zu erfassen – man muss beispielsweise nicht mehr den Umweg über PinAlert gehen. Schön wäre das schon. Allerdings ist die Schnittstelle nicht frei zugänglich. Mann muss sich dafür bewerben und eine Reihe von Vorarbeiten leisten, um Zugang zu erhalten.

Die verfügbaren Pinterest-APIs

Pinterest ist nicht knauserig. Es werden gleich sechs Vorkonfigurierungen der Pinterest-APIs zur Verfügung gestellt:

  • Get your domain’s Pins
  • Get Pins related to a Pin
  • Get the most clicked Pins
  • Get the most repinned Pins
  • Search a domain’s pins
  • Sample Pin List Response

Man kann sich also alle Pins von der eigenen Website anzeigen lassen, oder die Pins, die „related“ sind – also solche, die unter einem Pin angezeigt werden. Dann gibt es noch die, die am meisten geklickt oder repinnt wurden. Man kann die Schnittstelle auch dazu benutzten, die Pins von der eigenen Domain zu durchsuchen. Daneben kann man auch Listen von Pins generieren – ohne diese Option wären die anderen Optionen nicht so nützlich.

Wie sehen die Ergebnisse der Nutzung der Pinterest-API aus?

Die Schnittstelle kann also dazu genutzt werden, Relevanzstrukturen auf der eigenen Website abzubilden. Von den Kooperationspartnern, die Pinterest nennt, haben alle schon etwas gemacht. Bei Zappos findet man beispielsweise die am meisten gepinnten Schuhe:

Pinterest-API: Zappos Pinterest Tending

Bei Elle sind es die Artikel – und man sieht schon einen kleinen Unterschied. Elle hat noch die Zahl der Pins eingebunden:

Pinterest-API: Elle Pinterest Obsessions

Bei Allrecipes geht man noch einen Schritt weiter und präsentiert die beliebtesten Pins in einem Modul auf der Homepage, um damit mehr Follower für den eigenen Pinterest Account zu gewinnen. In dieser Form könnte das tatsächlich hilfreicher sein, als ein Widget in die Seite einzubinden.

Pinterest-API: AllRecips Einbindung Homepage

Für Pinterest-API Beta-Test bewerben

Wie schon beschrieben, kann man das Pinterest-API nicht einfach so benutzen wie dies bei Twitter oder bei vielen Google-APIs möglich ist. Man muss sich bewerben. Dafür sind folgende Angaben notwendig, die Sie auch an dieser Stelle eintragen müssen:

  • Firmenname
  • Vor- und Nachname des Accountinhabers
  • Was macht Ihre App oder Website?
  • Geben Sie eine URL an, unter der man erfahren kann, was sie machen (möglichst in englisch)
  • Welche APIs möchten Sie nutzen? (Mehrfachauswahl)
  • Erklären Sie, wie Sie die APIs nutzen möchten – was soll das Ergebnis sein?
  • Sie benötigen ein UI Mockup, das zeigt, wie sie die Daten nutzen. Dies soll am besten auf Dropbox public zur Verfügung gestellt werden
  • Die E-Mail Adresse des Projektmanagers oder Technikers der für die Integration zuständig ist

Aus meiner Sicht empfiehlt sich die Bewerbung für die Beta-Phase der Pinterest API nur für größere Unternehmen oder solche, die ohnehin schon sehr viel mit Pinterest machen. Wenn Pinterest die Vermutung hat, dass mit einem Parter zukünftig Werbeeinnahmen zu erzielen sind, könnte das auch hilfreich sein. Zudem würde die die für die Bewerbung erforderlichen Angaben der  nicht alleine von einem Techniker machen lassen – es gehört ein wenig Marketing Buzz dazu.

Auch sollten Sie das Mokup möglichst realistisch entwickeln – also beispielsweise nicht Balsamic oder ähnliche Werkzeuge benutzen – es sollte etwas fotorealistisches sein. Dann könnte man schon in der Beta-Phase profitieren.

 

Die neuen compete.com-Reichweiten liegen vor. Im Oktober war ein guter Monat für die Social Networks in den USA. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die durchschnittliche Reichweite um 16,9% – im Vergleich mit September auch um 5,6%. Endlich passiert wieder etwas. Fast alle legen zu – besonders freuen darf sich Google+ (dicke rote Linie).

Social Media Reichweiten in den USA  (Quelle compete.com)

Social Media Reichweiten in den USA (Quelle compete.com)

 

Reichweitengewinner Google+

Google+ schießt den Vogel ab und legte binnen Monatsfrist um über 40 Prozent zu. Ich bin schon versucht an einen Messfehler zu glauben und hoffe, dass die mir zugänglichen Daten nicht noch korrigiert werden. Ein Sprung von 32 auf 45 Millionen Nutzer innerhalb eines Monats ist gewaltig. Seien wir also einfach gespannt. Damit hätte Google+ erstmals Twitter überholt, auch wenn der Börsengänger selbst 17,1% an zusätzlichen Vistors gewinnen konnte. Google+ wäre damit auf Platz 2 der Social Networks in den USA angelangt (wenn wir YouTube einfach mal ignorieren).

Auch Facebook mit Spitzenwert

Bemerkenswert ist zudem, dass Facebook mit mehr als 167 Millionen Besuchern seinen bisherigen Höchststand erreicht hat. Auch die visuell orientierten Netzwerke Flickr (+12,1%) und Pinterest (+9,3%) legten im September noch recht gut zu. Abwärts ging es dagegen für LinkedIn (-3,0%) und MySpace (-8,0%).

Vor einigen Tagen hat Piper Jaffray seinen Halbjahresreport „Taking Stock with Teens“ veröffentlicht. Darin gibt es auch eine Frage hinsichtlich der Wichtigkeit der Sozialen Netzwerke für Teenager. Auf MarketingCharts sah man die Tatsache, dass Twitter den Marktführer Facebook überholt hat als größte Nachricht an. Allerdings haben beide an Wichtigkeit eingebüßt. Facebook 10 Prozentpunkte, Twitter nur 4 Prozentpunkte. Dabei ist Facebook schon länger auf dem absteigenden Ast. Bei Twitter ist das noch nicht so sicher.

Die wichtigsten Netzwerke amerikanischer Teenager

Die wichtigsten Netzwerke amerikanischer Teenager


Die wirklich spannendste Nachricht wurde dann doch noch erkannt. Es geht um Instagram:

While Facebook’s appeal is weakening, Instagram’s is growing quickly. In fact, Instagram is now tied with Facebook as the second-most important social network among teens, at almost double its share of respondents (12%) from the year-earlier period.

Mit einem Plus von 12 Prozentpunkten ist Instagram weitaus erfolgreicher und befindet sich mit Facebook auf dem gleichen Niveau. Schaut man sich den gewaltigen Sprung an, den Instagram im Verlauf des letzten Jahres gemacht hat, so sieht es schon sehr danach aus, dass es im Frühjahr 2014 das wichtigste Soziale Netzwerk für amerikanische Teenager sein wird.

Es ist ein Beleg dafür wie wichtig Bilder und die einfache Möglichkeit diese zu teilen mittlerweile geworden sind. Dabei sind es wohl vor allem die selbst gemachten Bilder mit dem Smartphone, die den Jugendlichen besonders wichtig sind. Allgemeine Themen, wie diese auch auf Facebook oder Google+ angesprochen werden sind es anscheinend weniger.

Die Social Media Reichweiten in den USA ist entsprechend der compete.com Reichweiten weitgehend stabil. Eigentlich sollte man sagen, dass seit April in den USA nichts mehr wirklich heftiges passiert ist – sieht man von dem gewaltigen Satz von MySpace ab. In der Darstellung hab ich geglättete Kurven benutzt, was dazu führt, dass MySpace wieder leicht sinkt. Dem ist nicht so – die Reichweite bleibt praktisch identisch – mit einem Zuwachs von unter einem Prozent.

compete.com Reichweiten Social Networks USA September 2013

compete.com Reichweiten Social Networks USA September 2013

Der Sinkflug von Twitter scheint beendet zu sein. Instagram, Flickr & Co. machen keinen Satz mehr nach oben. Die größte Steigerung im Monatsvergleich legt Pinterest hin – 1,42%.  Ansonsten dürfen sich Twitter, MySpace und Facebook über einen Reichweitenzuwachs von unter einem Prozentpunkt freuen. Alle anderen verlieren leicht – Photobucket mit 11,1% am stärksten.

Im Jahresvergleich  sieht es für MySpace mit 130,59% und Instagram mit 117,33% Zuwachs am besten aus. LinkedIn legt über 60 Prozent zu und Pinterest knapp 20 Prozent. Photobucket ist auf dem absteigenden Ast mit einem Verlust eines Viertels der Reichweite.

Über Facebook braucht man für die USA kaum noch zu berichten. Es liegt stabil über 160 Millionen Nutzern, mal geht es etwas höher mal etwas runter.

Google hat den Sprung über die 1.000er-Marke geschafft. Mehr als 1.000 US$ für eine Aktie ist schon kräftig. Da sollte sich der geneigte Anleger fragen, wohin die Reise geht und mit was Google seine Umsätze tätigt. In der Presse wurde auf das Werbegeschäft verwiesen und darauf, dass auf Mobilgeräten die Preise pro Klick geringer sind. Das stimmt ganz allgemein schon. Es wurde wohl weitgehend einer dpa-Meldung gefolgt, wie bei FOCUS Online, was ja eigentlich auch OK ist. Ich empfehle dennoch einen Blick auf das Originaldokument.

Hier wird deutlich, dass Google knapp ein Viertel seiner Werbeeinnahmen nicht über die eigene Website tätigt, sondern über Partnerseiten – zum größten Teil wohl das AdSense Programm. Starkes Wachstum der Werbeeinnahmen gibt es in diesem Bereich nicht. Das wird sich in den kommenden Jahren ändern. Ich vermute hier das stärkste Wachstumspotenzial. Warum?

Goggle ist aus meiner Sicht so etwas wie ein Transmissionsmedium. Es ist der Kanal, über den Werbung in Zukunft verbreitet und bewertet wird. Das ist anders als bei News Corp.,  TimeWarner oder Bertelsmann, die ihr Geld mit Inhalten verdienen und Inhalte mitunter als Werbeträger nutzen: Inhalte sind für Google Nebensache. Die lässt man gerne von anderen machen. Es gibt dann Geld dafür, dass Google im Rahmen dieser Inhalte Werbung platzieren darf. Soweit ist das nichts besonderes.

Google ist für Werbung offen gebaut

Google ermöglicht es Websites – mehr oder weniger professionell gestalteten – mit Werbung Einnahmen zu erzielen. Die Verbreiterung dieser Programme ist enorm wichtig für die Erhöhung der Einnahmen. Es geschieht quasi automatisch: Eine Website meldet sich an. Google prüft ein wenig und schon geht es los. Das gleiche passiert bei Apps im Android Store. Mit eingebundener Werbung können die Anbieter Geld verdienen. Diese Grundlage ist so wichtig, dass das Android-System offen gehalten wird. Es wird die Reichweite der Android Smartphones stark erhöhen und damit die Einnahmen steigern. Im Store werden die Nutzer dann auch noch einkaufen und Google verdient sich eine Provision. Eine Einengung des Systems auf das hauseigene Hardware-Unternehmen wäre Unfug.

Google ist damit auch offener gebaut als Systeme, wie Entertain von der Telekom oder Sky, in die potenziell Spots individuell eingesteuert werden können.

Attribution & Werbung

Attribution & Werbung

Werkzeug-Entwicklung als Indikator für Werbeformen

Schaut man allerdings ein wenig darauf, was Google derzeit mit seinem Analytics-Werkzeug macht, dann kann es einem wie Schuppen von den Augen fallen: Es wurde ein Tag-Management-Werkzeug eingeführt, damit man die vielen JavaScript-Tags, die mittlerweile auf eine moderne Website eingebaut werden müssen, leichter verwaltet werden können. Google fischt damit schon wieder mit einer kostenlosen Lösung im Bereich mitunter recht teurer Lösungen. Mit Hilfe des Tag-Management ist die Attribution leichter möglich. Man kann also leichter sagen, durch welche Folge von Werbekontakten eine Konversion – also z.B. ein Kauf – ausgelöst wurde. Es kann entsprechend modelliert werden und die Aussteuerung von Werbekaktivitäten ist leichter möglich. In der Abbildung „Attribution & Werbung“ aus der Google-Hilfe wird das ein wenig verdeutlicht.

Doch das ist nicht alles: Google führte im Frühjahr mit den Universal Analytics ein Werkzeug ein, in das externe Daten auch über Schnittstellen importiert werden können. Nicht nur andere Werbekontakte – auch Wetterdaten oder Käufe an anderer Stelle können potenziell importiert werden.

Die Kurve zu Werbung in Fernsehen und Radio

Derzeit ist bei Videowerbung TimeWarner über seine Tochter AOL in den USA führend. Belegt wird das durch die gerade von comScore veröffentlichten September-Reichweiten. Die Abspielstationen in den USA sind eben etwas anders als es das deutsche Medienrecht erlauben möchte. Nach dem Kauf von Adap.tv, das hauptsächlich auf die Sender konzentriert ist, will AOL weltweit führend werden. Schaut man sich an, in welchen Märkten das Unternehmen  tätig ist, dann scheint das nicht abwegig. In einer Fallstudie für UK erklärt das Unternehmen, wie es arbeitet. Das sieht schon recht gut aus, die Frage ist jedoch, ob es gegen den Datenreichtum von Google bestehen kann. Es ist zu vermuten, dass die Position ähnlich sein wird, wie die anderer technologiegetriebener Intermediäre – beispielsweise Criteo, das einen beträchtlichen Marktanteil im RTB Retargeting-Markt hat.

Adap.tv Plattform

Adap.tv Plattform

Als ich dieses Jahr über die dmexco marschierte und am Google-Stand vorbeischaute, war nicht nur auffällig, dass es Hardware zu bestaunen gab. YouTube nahm recht viel Fläche ein. Video-Werbung kommt stärker. Auch wenn die Rezipienten mit dieser Werbeform ungern interagieren, so kann man ihre Rolle im Rahmen der Attribution bestimmen – man erfährt, inwieweit sie sich auf die Konversionsneigung auswirkt. Das ist ziemlich cool.

Buchen kann man die Zielgruppen wie bei AdWords – das ist noch ein Stück cooler. Phantastisch wäre es nun, wenn man das auch für Werbung im Fernsehen machen könnte. Kein Problem eigentlich bei dem was, über die Mediatheken angesehen wird. Dort sind die entsprechenden Daten verfügbar. Sieht man, wie Google seinen Weg in den RTB Retargeting-Markt gemacht hat und und wie man mit Behavioural-Daten arbeiten kann, dann wird klar, dass Google auch in diesen Markt einsteigen muss.

Gehen wir nun davon aus, dass der individuelle Abruf sequenzieller Inhalte in den kommenden 10 bis 15 Jahren auf mindestens 50 Prozent steigen wird, dann ist das schon ein ungeheuer spannender Markt. Wir reden alleine für Deutschland von über 2 Mrd. Euro. Nur noch eine kleine Verbindung fehlt: Wie kann man an einer Kasse im Kaufhaus nachverfolgen, ob jemand Werbung im Google-Universum gesehen hat? Eine Google Kreditkarte oder das Smartphone als Geldbörse wäre das Medium der Wahl. Der Kreislauf wäre geschlossen. Datenschutzbeauftragte werden in Panik ausbrechen und viele Nutzer werden sich freuen.

Ach ja – die Fernsehsender und die Planer von Fernsehwerbung werden Probleme bekommen, weil die Preise fallen werden und die Zahl der Spots abnehmen wird. Unwirksame Spots werden schneller entfernt. Man muss sich keine unpassende Werbung mehr anschauen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass im Jahr 2025 Online-Werbung den größten Teil am Werbemarkt ausmachen wird. In wenigen Jahren wird die Umverteilung von TV nach Online beginnen, wie diese vor 15 Jahren von Print nach Online einsetzte. Dem Radio steht ähnliches bevor.

Bedenklich?

Auf jeden Fall ist diese Entwicklung bedenklich. Die Mediengesetzgebung muss dringend angepasst werden. Das Zusammenwachsen der Medien auf den IP-Kanal ermöglicht internationalen Konzernen vieles, das in der Vergangenheit nur mit größtem Aufwand möglich war. Nationale Systeme werden es schwer haben, wenn nicht auf schnellstem Weg die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Man stelle sich einfach vor, dass in 15 Jahren 50% des weltweiten Werbeumsatzes in elektronischen Medien über Google läuft. Gesund wäre das nicht.