Bilder als SEO-Faktor

2019 feiern wir das 25. Jahr Suchmaschinenoptimierung. SEO war über all die Jahre ein Rennen zwischen Optimieren, Manipulatoren und Suchmaschinen. Suchmaschinen suchten immer nach schwer bzw. aufwändig zu manipulierenden Validatoren als Ranking-Faktoren. Googles Page Rank – grob gesagt, die Links auf eine Seite als Relevanz-Kriterium – ist nun auch schon über 20 Jahre alt. Jetzt kommen die Bilder also SEO-Kriterium dran. So banal, wie das zuletzt in einem t3n-Artikel beschrieben wurde, ist es aber leider nicht. Google kann nämlich erheblich mehr als einfach nur einen Dateinamen auslesen, den ALT-Tag analysieren, den Kontext beurteilen sowie Dateiformate oder Bildauflösungen beurteilen.

Bilder als SEO-Kriterium sind im Kommen

Dies wird nach meiner Einschätzung die neue Sau werden, die während der kommenden Jahre durch die Online-Dörfer getrieben wird. Die vergangenen Jahre waren durch die Content-Produktion im Bereich Wording geprägt und Content-Marketer scheinen leider noch immer kaum Gedanken an visuellen Content zu verschwenden. Zumindest deuten das die jüngst in Lead digital von Karsten Lohmeyer genannten Trends an. Doch jetzt erreicht uns die Bilder-Welle mit ungeahnter Kraft. Ist die Antinomie zwischen Voice-Search und Bilder-SEO nicht eigenartig? – Auf der einen Seite Suche mit Wörtern und auf der anderen Seite Bewertung durch Bilder? – Seit Instagram, Pinterest und Tumblr stiegen die Anforderungen hinsichtlich Quantität und Qualität des Bildmaterials stetig. Tolle, ansprechende Fotos in gewaltiger Zahl sind mittlerweile notwendig – auch wenn die Textproduktion freilich nicht vernachlässigt werden darf.

Pole-Position ohne Text – helfen Bilder?

So genau kann ich mich nicht mehr erinnern. Wahrscheinlich sind es etwa drei oder vier Jahre, seit es Seiten ohne offensichtliche Textoptimierung schaffen, die ersten Plätze der Ergebnislisten zu belegen. Was im ersten Moment eigenartig erscheint, kann natürlich verschiedene Ursachen haben. Google könnte beispielsweise merken, dass die Nutzer genau diese Seiten für die korrelierten Keywords bevorzugen. Sie kennen wahrscheinlich die Geschichte mit den häufig wechselnden Treffern auf den hinteren Plätzen der ersten Ergebnisseite. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass Google hierbei testet. Analysiert man die Struktur und die Inhalte der hinter den textarmen Seiten liegenden Inhalte, so konnte man in der Vergangenheit feststellen, dass diese sehr wohl textoptimiert waren.

Google Lens erkennt sehr viele Bilder

Im Dezember war ich in Sevilla und hatte keinen Reiseführer dabei. Ich musste zunächst mit Google Trips und TripAdvisor auskommen. Dann stand ich an der Plaza de España, es war schönes Wetter, schnell ein Foto gemacht und dann – ein neues Symbol unterhalb des Fotos in Google Fotos. Ein Klick und schon war sie da, die Information über meinen Aufenthaltsort und die Möglichkeit, den Wikipedia-Eintrag direkt abzurufen (siehe Abbildung). Während das an dieser Stelle vielleicht nicht ganz so schwierig war – natürlich hatte ich die Standortermittlung freigeschaltet und die Geokoordinaten waren somit im Foto enthalten – kann Google noch viel mehr.

Google Lens erkennt die Plaza de España in Sevilla
Google Lens erkennt die Plaza de España in Sevilla

Bilder-SEO muss entwickelt werden

Im zweiten Beispiel sehen Sie eine Frau, die ein Foto des Op-Art-Künstlers Victor Vasarely im Städel Frankfurt aufnimmt (hervorragende Ausstellung übrigens). In Googles überwältigender Manier wird zunächst der Pulli der Fotografin interpretiert. Damit kann zukünftig Geld verdient werden. Sie sehen das in der zweiten Abbildung. Ob das Kleidungsstück tatsächlich von Marc o’Polo ist? – Vermutlich nicht. Deutlich wird, dass eine „Bilder-SEO“ in einer völlig neuen Art und Weise entwickelt werden muss. Billiges Stuffing oder Bild-Gestammel werden nicht zielführend sein.

Automatische Keyword-Zuweisung durch Google
Automatische Keyword-Zuweisung durch Google

Nehmen Sie ab und an Fotos mit einem Android Smartphone auf? – Befördern Sie diese Fotos zu Google Fotos? – Dann haben Sie sicher schon hin und wieder Anmerkungen von Google zu ihrem Bildmaterial bekommen. Da werden zum Beispiel Belichtungskorrekturen vorgeschlagen etc.

Bilder – ein schwer zu manipulierendes Relevanzkriterium?

Google kann also sehr viel mehr, als Sie in der Search Console einfach auf ein wenig taugliches Dateiformat und übertriebene Datenmengen aufmerksam machen. Die Suchmaschine kann die Qualität von Bildern bereits in ganz anderer Hinsicht beurteilen. Es geht weit über Umfeld-Inhalte hinaus; der Inhalt der Bilder und die Qualität derselben werden direkt analysiert. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese ein relevantes und ausgesprochen schwierig zu manipulierendes SEO-Relevanzkriterium werden, wenn sie es nicht bereits jetzt schon sind. Natürlich sind Bilder manipulierbar – nur ist dies unendlich viel teurer als Texte zu optimieren.

Durch Google erstellte Verschlagwortung von Bildern

Im Social Media Monitoring wird das Bild-Thema schon um einiges ernster genommen. So verfügt beispielsweise Talkwalker über eine Bilderkennung. Interessant ist auch der Beitrag über zehn Bilderkennungstools, der sich im Talkwalker-Blog findet.

Aus meiner Sicht ist die strukturelle Beschäftigung hinsichtlich der Vermehrung des visuellen Content und dessen SEO-Tauglichkeit unbedingt erforderlich. Hier sollten einige Fragen mehr beantwortet werden, als dies beispielsweise Searchmetrics macht und darauf verweist, dass Google bei bildlastigen Themen wie Möbeln höhere Ladezeiten erlaubt.

Die Herausforderung wird darin bestehen, dass das was bisher als Keywords vom Betreiber der Website in den Text geschrieben wurden, plötzlich von Google selbständig und automatisch für Bilder gemacht wird. Es gibt also nichtmehr sowas wie die HIntergrund-Keywords bei Amazon, die selbstständig integriert werden können oder Keywords, die von Jobbörsen selbständig und manuell für Stellenanzeigen in Backends geschrieben werden. Der Suchmaschinenoptimierer ist also gezwungen herauszufinden, welche Bildqualität zu welcher Verschlagwortung führt. Es wird darum gehen, Metadaten so anzureichern, dass die entsprechenden Keywords möglicherweise übernommen werden. Google will lernen und im Bereich der Bilder kann es das durch Metadaten und Informationen, die aus den Bildern mittels Algorithmen selbständig erkannt werden. So kann es beispielsweise wichtiger werden, Produkte aus verschiedenen Ansichten zu zeigen, das Logo deutlich sichtbarer zu integrieren oder durch das Foto selbst eine Marke erkennbar zu machen. Laufen wir also los, produzieren wir mehr Bilder als bisher, lasst uns herausfinden, welche Merkmale der Fotos für Google (und vielleicht auch Amazon) wichtig sind. Das ist nicht alles – hören wir auf John Mueller und bauen wir großartige Websites, dann wird alles gut!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Zielgruppen-Begriff für das Online-Marketing

Lange habe ich keinen Beitrag mehr veröffentlich. OK – ich schreibe an einem größeren Projekt. Nun werde ich versuchen, regelmäßig Texte zu bloggen. Anfangen möchte ich mit dem Zielgruppen-Begriff. Dieser ist aus meiner Sicht zentral für das Online-Marketing und damit auch eine Basis für jegliches datenorientierte Arbeiten. Aus diesem Grund sollte der Begriff an sich näher untersucht werden.

Definitionen Zielgruppe aus dem Lehrbuch

Grundsätzlich ist es so, dass man seinen Aussagen – einem Text – nicht losgelöst von der Umwelt existiert. Einordnung ist notwendig. Als ich in den Index des Buchs von Jochen Becker (Marketingkonzeption 1998) schaute, entdeckte ich weder den Zielgruppen-Begriff noch den der Target Group. Ich war enttäuscht. In Manfred Bruhns Kommunikationspolitik (1997) war ich erfolgreicher. Dort ist auf Seite 3 eine Definition:

Zielgruppen der Kommunikation sind mittels des Einsatzes des kommunikationspolitischen Instrumentariums anzusprechende Adressaten (Rezipienten) der Unternehmenskommunikation.

Definitionen dieser Ausprägung sagen auch etwas über den Ersteller aus. Da ist der Begriff „Kommunikation“ zu lesen. Genauer „Zielgruppen der Kommunikation“. Wenn ein Marketing-Mann das so definiert, dann sollte es also auch noch Zielgruppen der Produktpolitik, Preispolitik und Distributionspolitik geben. Das sollte so sein, weil das Adressaten mittels des kommunikationspolitischen Instrumentariums angesprochen werden. Abgesehen davon, dass das Konstrukt der Zielgruppe natürlich – und völlig richtig – in allen genannten Bereichen des Marketings eine Rolle spielen sollte, demonstriert die Definition eine Einstellung, die im Online-Marketing nicht vorherrschen sollte. Adressaten werden „angesprochen“. Die Adressaten werden auch noch als „Rezipienten“ bezeichnet. Salopp gesagt, möchte man anscheinend nur Botschaften loswerden – vielleicht auch überzeugen – mit Kunden reden wohl nicht.

Wenn ich mich recht erinnere, war das in den 80er und 90er Jahren tatsächlich die herrschende Einstellung. Mangels Rückkanal und in voller Breite messbarer öffentlicher Konsumenten-Kommunikation verwundert es im Nachhinein nicht mehr so stark. Das Internet, der verbreiterte Rückkanal und die erweiterten Möglichkeiten der öffentlichen oder halböffentlichen Kommunikation haben die Marketing-Umwelt diesbezüglich gravierend verändert. Online-Marketer sind sich des Rückkanals sowie Social Media & Co. sehr wohl bewusst. Die Definition sollte erweitert werden. Ich muss gestehen, dass ich hinsichtlich der Definition von Becker unsicher war. Das Buch in meinem Regal ist schließlich eine Auflage von 1997. Deshalb habe ich eine jüngere Kollegin gebeten in ihrem Bücherschrank nachzusehen. Christian Homburg (2012, S. 171) formuliert die Definition in seinem Lehrbuch ähnlich salopp, wie ich hier weitgehend formuliere:

Angestrebte Zielgruppe: Um den späteren Markterfolg des Produktkonzepts vorzubereiten, sollte festgelegt werden, wer als zukünftiger Käufer eines Produkts in Frage kommt.

Diese Definition findet sich in einem Kapitel zum Innovationsmanagement. Im Kapitel zum Instrumentalbereich „Kommunikationspolitik“ wird beschrieben, wie die Charakterisierung einer Zielgruppe operationalisiert wird. Homburg (2012, S. 216) nennt die üblichen Dimensionen:

  • demographische Kriterien
  • sozioökonomische Kriterien
  • allgemeine Persönlichkeitsmerkmale
  • Nutzenkriterien
  • kaufverhaltensbezogene Kriterien

Homburg formuliert hier etwas vorsichtiger und schreibt „bei wem soll etwas erreicht werden?“ Genau das ist richtig. Es soll etwas erreicht werden. Was erreicht werden soll, ist nicht zwingend ein Kauf. Vielleicht ist es lediglich die öffentliche Aussage über ein Produkt, Bekanntheit, Einstellungen etc.

Manfred Kirchgeorg ist bei der Definition der Zielgruppe im Gabler Wirtschaftslexikon viel formaler. Er schreibt explizit von „Adressaten“ und „Ansprache“. Vielleicht ist es der Kommunikationswissenschaftler in mir, der diese einseitigen Definitionen in der Tradition der Lasswell-Formel „Who says what in which channel to whom with what effect?“(1948) für unvollständig hält. In diesem Satz werden die verschiedenen Ansatzpunkte zur Analyse genannt. Diese werden auch noch immer forscherisch bearbeitet. Das große Dilemma des Satzes ist allerdings, dass es ein Satz ist und dieser mit „with what effect“ endet. Genau dieses Ende, der „Effekt“ kann zwar auch bedeuten, dass in einen Dialog einzutreten ist – aber eben nur implizit. Diese Tatsache wurde gerade im Marketing lange nur unzureichend berücksichtigt.

Im Online-Marketing ist die Lage etwas anders. Online ist Kommunikation gegeben und auffällig. Sicher – es ist nicht nur Kommunikation – auch wenn die Kommunikation notwendige Bedingung ist. Es gibt auch viele Aspekte der Distributions- sowie der Preispolitik. Vielleicht ist die größte Veränderung hinsichtlich der Zielgruppendefinition in hinsichtlich der Produktpolitik vorhanden.

Zielgruppen wurden und werden immer noch definiert, um abzuschätzen, welche Potenziale ein Produkt oder Unternehmen hat. Das wurde in der Definition von Homburg deutlich. Es muss antizipiert werden, wie hoch das Käuferpotenzial für dieselben ist und mit welchem Aufwand diese erreicht werden können. Hierbei hat das Internet zu merklichen Veränderungen geführt: Kleine Zielgruppen sind mitunter höchst effizient ansprechbar und die Produkte können über die mittlerweile entwickelten Logistiksysteme in Rekordzeit zu Konsumenten gebracht werden.

Definition Zielgruppe für das Online-Marketing

Die Definition der Zielgruppe sollte also auch für das Online-Marketing das gesamte Marketing-Instrumentarium betreffen. Natürlich sollte der Rückkanal berücksichtigt werden.

Zielgruppen im Online-Marketing sind Menschen oder Maschinen mit denen mittels Internet kommuniziert werden soll, um Marketing-Ziele umzusetzen und final gewünschte Handlungen zu erreichen.

Diese Definition ist prinzipiell dicht an die Definitionen in der Literatur angelehnt. Allerdings würde ich grundsätzlich im Plural formulieren, da ich nicht davon ausgehe, die gewünschte Handlung – wohl meist ein Kauf – direkt nur durch Kommunikation mit ebendiesem Personenkreis zu erreichen. Einen solchen Personenkreis kann man beispielsweise wie folgt beschreiben: Männer und Frauen zwischen 25 und 35 Jahren, die sich in Baden-Württemberg und Bayern aufhalten und mindestens einmal im Monat mehr als zehn Kilometer wandern.

Zielgruppen-Auswahl bei LinkedIn
Zielgruppen-Auswahl bei LinkedIn

Nur indem auf Facebook, Google oder an einer anderen Stelle die „Zielgruppe“ angeklickt und damit ausgewählt und Werbung gebucht wird, kann weder ein Kleidungsstück noch ein Rucksack oder ein Ticket für den Nahverkehr verkauft werden.  Nur weil das bei LinkedIn übersichtlicher ist (Abbildung) auch nicht. Die Kommunikation mit weiteren Personen oder Organisationen ist notwendig. Wenn es um Bekleidung geht, muss diese beispielsweise auch in den stationären Handel und in der Online-Handel gelangen. Häufig sind es tatsächlich eine ganze Reihe von Zielgruppen, die bestimmt und mit denen kommuniziert werden muss. In der Online-Welt sind dies teilweise auch Maschinen. Von Käufern spreche ich auch ausgesprochen ungern. Das Ziel von Marketing-Maßnahmen ist eben nicht immer ein Kauf. Gerade im Online-Marketing ist das Ziel sehr häufig auch Kommunikation oder eine andere Art von Handlung. Diese etwas allgemeinere Formulierung halte ich für günstiger. Selbst final muss es kein Kauf sein – auch nicht online. Denken Sie beispielsweise an das Marketing von Öffentlichen Einrichtungen oder den Bereich Personalmarketing. Wenn aus der Personalabteilung heraus Ingenieure erreicht werden müssen, dann ist das Ziel meist die Unterschrift eines Arbeitsvertrags.

 

Analytics-Anforderungen KMU – Werkzeuge & Daten

In der aktuellen t3n (Ausgabe 42) ist ein Beitrag über Analytics-Tools für Start-ups bzw. kleinere Unternehmen. Darin werden einige Klassen von Werkzeugen besprochen. Grundsätzlich ist das nicht schlecht. Allerdings wirkt der Artikel schon so, als ob viele Fragestellungen nur mit diesen Tools zu lösen seien. Anschließend werden die Daten aus jeglicher Quelle Dashbord-Lösung gepackt und alles ist gut.  Hierzu gibt es einiges zu sagen. Ich erläutere deshalb hier rudimentär welche Analytics-Daten zur Steuerung eines Web-Projekts notwendig sind.

Google Analytics Homepage vor Login
Google Analytics Homepage vor Login

Analytics-Speziallösungen müssen administriert und gelernt werden

Vor allem wird die Mächtigkeit von Google Analytics als Werkzeug unterschätzt. Mit Custom Reports und Event-Tagging lässt sich vieles lösen und beantworten, wozu es kein Spezialwerkzeug braucht. Vor allem wurde im Beitrag ignoriert, dass auch Apps mit Google Analytics messbar sind. Die Daten kommen damit aus der gleichen Welt. Das hilft, weil nicht noch weitere Werkzeuge administriert und verstanden werden müssen. Fatal ist dann mitunter auch die Notwendigkeit zur Betreuung weiterer Schnittstellen. So schön in vielen Dashboards Daten aufbereitet werden – dedizierte Schnittstellen zu allen Werkzeugen, die eingesetzt werden gibt es meistens nicht. Ein oder zwei fehlen meistens. Eine eigene Datenhaltung und die Entwicklung eigener Schnittstellen wird notwendig. Das kostet Geld, Zeit und v.a. Nerven. Je weniger Analytics-Tools im Einsatz sind, um so effizienter kann mit den Resultaten umgegangen werden. Klar – die Google Analytics- bzw. Universal Analytics-Nutzverwaltung und die Weitergabe von Reports ist ein Ding an dem Google dringend arbeiten sollte. Allerdings hat eine so weit verbreitete Lösung einen entscheidenden Vorteil: Es gibt viele, die sich damit auskennen. Das spart Kosten. zudem lassen sich sogar Daten aus fremden Quellen integrieren.

A/B-Tests nicht vergessen!

Onsite würde ich kaum zu einem weiteren reinen Analytics Tools raten – außer natürlich zu Werkzeugen für A/B-Tests. Hierfür ist Google Analytics wirklich nicht die optimale Lösung. Ich mag hierfür Optimizely. Das lässt sich auch von kleineren und mittleren Unternehmen einsetzen. Diese Klasse an Analytics-Tools fehlt im Artikel. Im Marketing sind noch einige weitere Werkzeugklassen wichtig, die Werte generieren, die im Rahmen der Analytics relevant sind bzw. in Dashboards integriert werden müssen.

Onsite-Analytics heißt auch Performance und SEO

Bleiben wir bei der Website: Da sollten Werkzeuge zur Analyse der technischen Performance der Website im Einsatz sein. Wenn das Ding zu langsam wird, dann gibt es nicht nur Ärgern mit den Nutzern – auch die SEO leidet. Womit wir bei nächsten Punkt wären: SEO-Tools liefern auch wichtige Daten und geben Handlungsempfehlungen. In den Tools bekommt man diese früher als sich diese im organischen Traffic bei Google Analytics bemerkbar machen. Sicher – man kann sich über die Indices streiten, die Searchmetrics oder XOVI et al. produzieren streiten, grundsätzlich sind diese hilfreich. Die Werte gehören in ein Überblicks-Dashboard für die Marketing-Leitung. Zudem ergeben sich dadurch auch noch Hinweise hinsichtlich der Arbeit von Wettbewerbern.Wenn man einen Shop betreibt, dann ist die Bonität seiner Kunden wichtig. Auch die Ergebnisse dieser Prüfungen sollten aus dem E-Commerce-System oder auf anderem Wege einer Bewertung zugeführt werden.

Management-Werkzeuge liefern auch Analytics-Daten – was ist damit?

Verlässt man Website und App, dann geht es um die Zuleitungen zur Website. Ein sehr wichtiges Bindungswerkzeug in diesem Bereich ist die E-Mail. Man sollte beispielsweise einfach wissen, wenn die Öffnungsraten der Mails plötzlich sinken, Bounce Rates steigen etc. Grundsätzlich ist dafür kein extra Analytics-Werkzeug notwendig. Kampagnen-Werkzeuge verfügen i.d.R. über eine Auswertungs-Instanz. Die Daten müssen nur aus dem Werkzeug herausgeholt und in das Übersichts-Dashboard integriert werden. Ach ja – es sind auch noch Werte für die eigene Datenhaltung. Dazu hätte ich mir auch noch etwas in dem Artikel gewünscht: Wie geht man mit Analytics-Daten um, die in einem anderen Werkzeug eher nebenbei anfallen – wie dem E-Mail-Tool einem CMS oder einem Social Media Management-Werkzeug wie Hootsuite.

Genau analysieren, wie Werbemaßnahmen wirken

Relevant sind in diesem Zusammenhang auch die Daten von AdServern – schließlich sollte man nicht nur wissen wie oft jemand auf der eigenen Website gelandet ist, sondern auch, wie oft die eigene Display-Werbung im Netz gesehen wurde, welche Werbemittel funktionieren und welche nicht. Gerade im Bereich der zunehmenden Kontingenz von Bewegtbildwerbung über das Internet und bei Fernsehwerbung gibt es noch beträchtlichen Entwicklungsbedarf. Ich gestehe: Die Baustelle Bewegtbildwerbung und Analytics ist tendenziell etwas für größere Unternehmen.

Dashboards

Im Beitrag wird ganz richtig darauf verwiesen, dass bei all den unterschiedlichen Datenquellen eine Dashboard-Lösung notwendig ist, um den Überblick zu behalten. Es werden auch viele brauchbare Lösungen genannt. Allerdings fehlt Tableau. Hinsichtlich der Möglichkeiten zur Visualisierung ist das wirklich klasse. Zudem gibt es Tableau zu Preisen, die auch ein KMU bezahlen kann.

Das was ich jetzt geschrieben habe, ist auch nicht umfassend. Ich kann nur dazu raten sich entlang der gesamten stattfindenden Prozesse zu hangeln. In diesem Zusammenhang sollte man sich über seine Ziele klar sein. Nur so kann man nach Fragen Ausschau zu halten, die beantwortet werden sollten, um das Projekt zu optimieren. Tja – und dann geht es darum, zu sehen welche Werte Antworten auf die Fragen geben bzw. bei der Entscheidung helfen. Das müssen nicht sonderlich viele Werkzeuge sein – auch wenn es die gibt und sie an sich toll sind.

Mit IFTTT Pinterest automatisieren

Seit letzter Woche hat Pinterest seine API stärker zur Nutzung freigegeben als bisher. Das ist toll und wird Pinterest einen weiteren Schub verpassen. Ein Partner mit dem Pinterest diese so erfreuliche Nachricht promotete ist IFTTT (IfThisThenThat). Damit kann vieles im Web und über das Web automatisiert werden. Ein Beispiel: Wenn Sie ein Instagram veröffentlichen, kann es automatisch auch auf ein Pinterest-Board gepinnt werden. In die andere Richtung ist auch vieles möglich: Wenn Sie auf ein bestimmtes Bord einen Pin setzen, können Sie diesen gleichzeitig auf Tumblr befördern oder das Bild in Google Drive speichern.

Pinterest & IFTTT: Featured Recipes
Pinterest & IFTTT: Featured Recipes

Pinterest selbst hat schon etwa 30 Rezepte angelegt, mit deren Hilfe die Automatisierung möglich ist. Auf der Startseite der Rezepte wird gleich das Rezept zum Pinnen von Instagrammen gezeigt. Es ist gleichzeitig eines bei dem nicht so viel schief gehen kann. Stellen Sie sich bitte vor, es würde jedes Mal ein neuer Pin angelegt, wenn ein Tweet mit einem bestimmten Hashtag und einem Bild auf Twitter auftaucht – grauenvoll. Die Integration ist schon recht vorsichtig gemacht – aus meiner Sicht hat das Pinterest so gelöst, dass keine größere Spam-Gefahr besteht.

IFTTT – Pinterest: So funktioniert’s

Zunächst müssen Sie sich einen Account bei IFTTT anlegen. Wählen Sie bitte ein Passwort, das Sie sonst nicht verwenden. Sie müssen andere Konten damit verknüpfen. Damit IFTTT richtig arbeitet, benötigt es Posting-Berechtigungen. Hier kann einiges schief gehen, wenn wer das Passwort hat.

Pinterrest Tumblr Rezept
Pinterrest Tumblr Rezept

OK – es gibt einige Rezepte die fertig angelegt sind. Diese können Sie natürlich verwenden und sich durch den Prozess leiten lassen. Wie gesagt, Pinterest hat schon etwa 30 Rezepte angelegt. Diese Rezepte bestehen immer aus Triggern und Actions. Im Trigger wird ein Auslöser definiert. Das können im Falle von Pinterest Likes sein oder Pins, die auf ein bestimmtes Board gesetzt werden. Die Action ist dann, was auf einer Anderen Plattform damit gemacht wird.  Ein Rezept für Pinterest mit Tumblr sehen Sie in der Abbildung oben.

Nachdem Sie beide Plattformen mit IFTTT verbunden haben, ist es ganz einfach. Sie wählen das Board aus, auf das gepinnt wurde und dann können Sie entscheiden, was damit auf Tumblr passiert. Es kann sofort gebloggt werden, in eine Queue wandern, als Vorlage gespeichert werden oder privat publiziert werden. Tumblr Nutzer sehen hier auch eine Schwierigkeit. Wenn Sie mehr als ein Blog auf Tumblr betreiben, fehlt die Möglichkeit zur Einstellung auf welchem Blog der Pin landet – es ist eine Überraschung! Sie müssen mit einem Test herausfinden, wo Ihr Pin landet – also in die Entwürfe Ihrer Blogs schauen.

Den Post selbst können Sie auch ein wenig beeinflussen. Im Fall von Tumblr können Sie bei einem Photo Post die URL editieren, den Text und die Tags. Wie Sie in der folgenden Abbildung sehen, ist es möglich aus einer Reihe von Parametern, die Pinterest an IFTTT übergibt, Felder zu editieren, die später in Tumblr erscheinen. Das ist recht einfach gemacht, wenn man über ein gewisses technisches Grundverständnis verfügt. Die Parameter werden über eine Auswahlmaske eingefügt stehen dann in doppelt geschwungenen Klammern in einem Text, der editierfähig ist – z.B. {{HexColor}}. Probieren Sie es einfach aus. Am besten bei einer Plattform, bei der nichts direkt veröffentlicht wird oder es zunächst verbergbar ist – also bei Tumblr, Google Drive oder GMail – nicht bei Facebook oder Twitter. Den Source-URL sollten Sie auf jeden fall reienpacken und auch die Quelle nennen. Sie wissen schon: Copyright.

 

IFTTT Rezept Editieren
IFTTT Rezept Editieren

 

Dann kann noch ein wenig an den Tags editiert werden. Deren Übernahme ist von Pinterest nach Tumblr leider nicht möglich. Sie können lediglich voreditiert werden. So kann man beispielsweise den Namen des Boards als Hashtag angeben und auch noch weitere passende Begriffe.

Für andere Plattformen und Anwendungen funktioniert das entsprechend. Wenn es sein muss können Sie sich sogar Lichtsignale geben, wenn ein Pin auf ein Gruppen-Board gepinnt wurde.

Tja – und lange dauert es nicht mehr. Dann erschein mein neues Buch – noch im Juli: Tumblr. Passt ziemlich gut zu Pinterest.

Pinterest erlaubt Google Analytics UTM Parameter

Eigentlich ist es kein großes Ding – aber einer kurzen Meldung wert. Pinterest erlaubt seit letzter Woche offiziell UTM Parameter von Google-Analytics. Es ist ja beinahe schon der Standard-Weg, um den Werbeeffekt von Meldungen in sozialen Netzwerken zu messen: Man fügt dem URL die UTM Parameter hinzu und kann hinter in Google-Analytics oder in Universal Analytics die Traffic-Menge, Conversions etc. von Werbeaktivitäten analysieren. Das funktioniert eigentlich bei allen Social Networks ganz wunderbar – nur eben bei Pinterest nicht wirklich zuverlässig.

UTM Parameter wurden früher ab und an gelöscht

Der Grund dafür war aus meiner Sich ziemlich unverständlich – man könnte überspitzt auch vermuten, dass es ein Ergebnis jugendlichen Leichtsinns war: Pinterest muss Geld verdienen. In diesem Zuge möchte sich Pinterest für Referrals entlohnen lassen. Das ist schön und gut. Wenn nun Pinterest-Nutzer in den URLs ihrer Pins Affiliate-Parameter von Amazon oder von anderen Programmen haben, findet das Pinterest nicht so dolle und will selbst daran verdienen. Also wurden beispielsweise vor etwa 2 Jahren einfach alle URL-Erweiterungen entfernt. Das betraf sowohl Affiliate-Parameter als auch Tracking-Parameter von Google-Analytics und anderen Analytics-Werkzeugen. Einzusehen war das aus der Sicht kommerzieller Nutzer nicht. Auch mir kamen mehrfach Parameter abhanden – URLs wurden von Pinterest manipuliert. Das soll nun ein Ende haben: UTM-Parameter sind erlaubt uns sollen nicht wieder entfernt werden.

So funktioniert das Einfügen von UTM Parametern in Pinterest

Hier erklärt Google ziemlich knapp und sehr anschaulich, wie man UTM Parameter zum Tracking von Kampagnen einsetzen kann.

UTM-Parameter
UTM Parameter

Es ist ziemlich einfach. Probieren Sie es einfach mal aus. Generieren Sie einen URL, für ein Bild das Sie von Ihrer Website pinnen und hängen Sie den URL auf Pinterest an das Bild. Dazu müssen Sie zuerst das Bild pinnen, dann den Pin aufrufen und auf den kleinen Stift unterhalb des Bildes klicken. Dann können Sie den URL editieren. Sie sehen das in der nächsten Abbildung.

Edit URL in Pinterest
Edit URL in Pinterest

Kommen Sie aber bitte nicht auf die Idee, mehr als die URL-Erweiterung zu manipulieren. Das ist bei Pinterest verboten.

 

 

Instagram das Netzwerk für Teenager?

Vor einigen Tagen hat Piper Jaffray seinen Halbjahresreport „Taking Stock with Teens“ veröffentlicht. Darin gibt es auch eine Frage hinsichtlich der Wichtigkeit der Sozialen Netzwerke für Teenager. Auf MarketingCharts sah man die Tatsache, dass Twitter den Marktführer Facebook überholt hat als größte Nachricht an. Allerdings haben beide an Wichtigkeit eingebüßt. Facebook 10 Prozentpunkte, Twitter nur 4 Prozentpunkte. Dabei ist Facebook schon länger auf dem absteigenden Ast. Bei Twitter ist das noch nicht so sicher.

Die wichtigsten Netzwerke amerikanischer Teenager
Die wichtigsten Netzwerke amerikanischer Teenager

Die wirklich spannendste Nachricht wurde dann doch noch erkannt. Es geht um Instagram:

While Facebook’s appeal is weakening, Instagram’s is growing quickly. In fact, Instagram is now tied with Facebook as the second-most important social network among teens, at almost double its share of respondents (12%) from the year-earlier period.

Mit einem Plus von 12 Prozentpunkten ist Instagram weitaus erfolgreicher und befindet sich mit Facebook auf dem gleichen Niveau. Schaut man sich den gewaltigen Sprung an, den Instagram im Verlauf des letzten Jahres gemacht hat, so sieht es schon sehr danach aus, dass es im Frühjahr 2014 das wichtigste Soziale Netzwerk für amerikanische Teenager sein wird.

Es ist ein Beleg dafür wie wichtig Bilder und die einfache Möglichkeit diese zu teilen mittlerweile geworden sind. Dabei sind es wohl vor allem die selbst gemachten Bilder mit dem Smartphone, die den Jugendlichen besonders wichtig sind. Allgemeine Themen, wie diese auch auf Facebook oder Google+ angesprochen werden sind es anscheinend weniger.