UX als SEO – Wie sich ausgezeichnete User Experience positiv auf die Position in Suchmaschinen auswirken wird

SEO mit Wörtern und Texten gibt es seit mehr als 20 Jahren. Werkzeuge zur Optimierung gibt es auch schon ziemlich lange. Mit dem Page Rank wurden externe Links wichtig – kurz nach der Jahrtausendwende. Auch hierfür gab es rasch Tools und Dienstleister. Bei allem kam es zu Auswüchsen, die weder Suchmaschinen noch Nutzer toll fanden. SEO wurde technischer, Suchmaschinen versuchten mit Social Layern zu arbeiten und Nutzungsaspekte der Websites zu analysieren. Zuletzt habe ich dann darüber geschrieben, dass Google sehr wahrscheinlich auch Bildinhalte als Rankingfaktor nutzt und nicht einfach nur die dazugeschriebenen Umfeld-Informationen der Bilder – Alt-Tags, Unterschriften etc.

Was ich total eigenartig finde, ist die Tatsache, dass Google seit Jahren kommuniziert, dass man einfach nur großartige Websites bauen müsse, um hoch gerankt zu werden. Mit anderen Worten: Ist UX (User Experience) womöglich ein entscheidender Faktor, und was wird mit Text-SEO versucht? – Oft genug wurde in der Vergangenheit die Benutzbarkeit von Seiten zugunsten der SEO reduziert. Abgesehen davon, dass dieses Verfahren offensichtlich nicht zielführend sein kann, gab es auch noch recht viele Blog-Beiträge im Netz hinsichtlich des Verhältnisses von UX und SEO.

 

UX ist SEO

Sucht man im Netz nach UX und SEO, so findet man noch viele Beiträge wie „UX vs. SEO“ u.Ä.: Wie „passen UX und SEO zusammen?“. Manchmal gibt es auch sowas: „Wie ist es möglich, SEO und UX zu vereinbaren?“ Ganz selten ist dagegen die Feststellung „UX ist SEO!“.

Ich kann nur sagen, dass SEO aus der Vergangenheit lernen sollte: Die Basis besteht ganz einfach nun mal darin, sich an die Hinweise der Search Consolen zu halten. Alles andere ist normalerweise von kurzer oder mittelfristiger Haltbarkeit. In den Search Consolen ist eigenartigerweise nie von Textlängen die Rede! Dennoch wurden die Texte in den vergangenen Jahren verlängert – über 1.000 Worte werden empfohlen. Mir war das vor zwei Jahren auch aufgefallen. Bei einem vergangenen Arbeitgeber wurde das auch gemacht. Klar – es funktioniert. Dennoch stand ich von Anfang an mit erhobenem Zeigefinder da: Es wird nicht ewig funktionieren. Ganz flott wurden Texte, die von Tabs verborgen waren, von Google offensichtlich nicht mehr gewertet – schließlich funktionieren diese so ähnlich wie Texte in Hintergrundfarbe.

Was ich damit sagen möchte, ist folgendes: Google kann die UX einer Seite messen. Das ist etwas schwieriger, als Textmengen zu analysieren, aber sicher nicht viel komplexer als Synonyme zuzuordnen oder die Lesbarkeit eines Textes zu messen. Wie ich zuletzt beschrieben habe, kann Google mittlerweile Bildinhalte interpretieren und diesen Attribute zuordnen. Der Weg zur UX als SEO-Kriterium ist also ganz nahe oder bereits vorhanden. Schon seit zwei oder drei Jahren gibt es Suchtreffer auf den oberen Positionen von Ergebnislisten, die kaum noch Text oder SEO-Text enthalten. SEO-Spezialisten interpretierten diese Tatsache als „Google weiß aus der Vergangenheit, dass diese Treffer für einen Suchstring die besten Ergebnisse sind“. Auf den hinteren Plätzen der ersten Suchergebnisseite erschienen sogenannte „Testergebnisse“, also Ergebnisse, bei denen sich Google nicht sicher war, dass diese aus Nutzersicht gut sind. Bald wird sich dieses Bild ändern: Seiten werden nur noch dann ganz oben stehen, wenn diese aus Googles Sicht eine gute User Experience versprechen.

 

Google definiert gute UX

Vor einigen Tagen wurde ein „Google eCommerce UX Playbook“ öffentlich. Darin wurde über sechs Elementarbereiche von mobilen E-Commerce Websites verdeutlicht, was Google unter guter UX versteht. Nun möchte ich nicht Googles Analyse rekapitulieren. Schauen Sie sich dazu bitte die Präsentation an. Ich komme aber zu einem Beispiel: Der deutsche Matratzen-Markt ist im Wandel. Hier hat vor allem Bett1.de mit einem neuartigen Online-Vertriebskonzept zu einem Marktumbruch geführt, sodass sich die Platzhirsche umorientieren mussten. In einem aktuellen Artikel in Capital wird dies sehr anschaulich beschrieben. Schauen wir uns also die Ergebnisse für den Suchstring „Matratze kaufen“ an. Auf den ersten drei Positionen sind Websites mit herkömmlicher Optimierung. Schlafwelt präsentiert eine Ergebnisliste mit viel Text und darunter einen recht langen Text mit eingebautem Video und erringt so den ersten Platz. Bei Betten.de ist es ähnlich, allerdings ist den auf der ersten Seite präsentierten Produkten deutlich weniger Text zugeordnet – und im SEO-Text am Seitenende ist kein Video eingebaut. Dann kommt noch Lidl mit einer strukturell ähnlichen Seite – ok, es gibt einen anderen Produktüberbau und der Lidl Online-Shop an sich ist sehr erfolgreich. Auf Platz vier kommt dann Matratzen Concord mit einer Website, die in der Mobil- und Desktop-Variante quasi entsprechend der Google Leitlinie konzipiert wurde:

Optimierte Startseite von Matratzen Concord
Optimierte Startseite von Matratzen Concord

 

Am Kopf finden sich Benefits, eine Suche, die deutlich mehr kann als einfach nur Textvorschläge machen. Matratzen Concord hat sehr viele Standorte, also gehört auch ein entsprechender Finder in den Kopf. Dieser findet sich in der Mobil-Version im Navigationsbereich. Natürlich sind auch die Navigations-Menüs so aufgebaut, dass man diese auch mit schwach ausgebildeter Feinmotorik bedienen kann. Auf eine unübersichtliche Zahl von Matratzen wird verzichtet. Stattdessen findet sich auf der Startseite ein übersichtlich aufgebauter Matratzenfinder. Erlauben Sie mir bitte die Prognose, dass der Matratzen-Markt online bald ähnlich Bekleidung abgebildet wird. Langtexte werden überflüssig, stattdessen werden Usability und Qualität von Texten stetig wichtiger – auch für die SEO.

Schauen Sie sich also bitte die Anforderungen von Google an. Diese sind relativ einfach mess- und in SEO-Kriterien überführbar. In der Abbildung  am Anfang des Artikels sehen Sie die Übersicht. Ein Relaunch einer E-Commerce Website sollte sich auf jeden Fall an diesen Vorgaben orientieren – auch wenn G Pay in Europa aus kartellrechtlichen Gründen hinsichtlich SEO sicher keine Vorteile bringen darf.

 

Bilder als SEO-Faktor

2019 feiern wir das 25. Jahr Suchmaschinenoptimierung. SEO war über all die Jahre ein Rennen zwischen Optimieren, Manipulatoren und Suchmaschinen. Suchmaschinen suchten immer nach schwer bzw. aufwändig zu manipulierenden Validatoren als Ranking-Faktoren. Googles Page Rank – grob gesagt, die Links auf eine Seite als Relevanz-Kriterium – ist nun auch schon über 20 Jahre alt. Jetzt kommen die Bilder also SEO-Kriterium dran. So banal, wie das zuletzt in einem t3n-Artikel beschrieben wurde, ist es aber leider nicht. Google kann nämlich erheblich mehr als einfach nur einen Dateinamen auslesen, den ALT-Tag analysieren, den Kontext beurteilen sowie Dateiformate oder Bildauflösungen beurteilen.

Bilder als SEO-Kriterium sind im Kommen

Dies wird nach meiner Einschätzung die neue Sau werden, die während der kommenden Jahre durch die Online-Dörfer getrieben wird. Die vergangenen Jahre waren durch die Content-Produktion im Bereich Wording geprägt und Content-Marketer scheinen leider noch immer kaum Gedanken an visuellen Content zu verschwenden. Zumindest deuten das die jüngst in Lead digital von Karsten Lohmeyer genannten Trends an. Doch jetzt erreicht uns die Bilder-Welle mit ungeahnter Kraft. Ist die Antinomie zwischen Voice-Search und Bilder-SEO nicht eigenartig? – Auf der einen Seite Suche mit Wörtern und auf der anderen Seite Bewertung durch Bilder? – Seit Instagram, Pinterest und Tumblr stiegen die Anforderungen hinsichtlich Quantität und Qualität des Bildmaterials stetig. Tolle, ansprechende Fotos in gewaltiger Zahl sind mittlerweile notwendig – auch wenn die Textproduktion freilich nicht vernachlässigt werden darf.

Pole-Position ohne Text – helfen Bilder?

So genau kann ich mich nicht mehr erinnern. Wahrscheinlich sind es etwa drei oder vier Jahre, seit es Seiten ohne offensichtliche Textoptimierung schaffen, die ersten Plätze der Ergebnislisten zu belegen. Was im ersten Moment eigenartig erscheint, kann natürlich verschiedene Ursachen haben. Google könnte beispielsweise merken, dass die Nutzer genau diese Seiten für die korrelierten Keywords bevorzugen. Sie kennen wahrscheinlich die Geschichte mit den häufig wechselnden Treffern auf den hinteren Plätzen der ersten Ergebnisseite. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass Google hierbei testet. Analysiert man die Struktur und die Inhalte der hinter den textarmen Seiten liegenden Inhalte, so konnte man in der Vergangenheit feststellen, dass diese sehr wohl textoptimiert waren.

Google Lens erkennt sehr viele Bilder

Im Dezember war ich in Sevilla und hatte keinen Reiseführer dabei. Ich musste zunächst mit Google Trips und TripAdvisor auskommen. Dann stand ich an der Plaza de España, es war schönes Wetter, schnell ein Foto gemacht und dann – ein neues Symbol unterhalb des Fotos in Google Fotos. Ein Klick und schon war sie da, die Information über meinen Aufenthaltsort und die Möglichkeit, den Wikipedia-Eintrag direkt abzurufen (siehe Abbildung). Während das an dieser Stelle vielleicht nicht ganz so schwierig war – natürlich hatte ich die Standortermittlung freigeschaltet und die Geokoordinaten waren somit im Foto enthalten – kann Google noch viel mehr.

Google Lens erkennt die Plaza de España in Sevilla
Google Lens erkennt die Plaza de España in Sevilla

Bilder-SEO muss entwickelt werden

Im zweiten Beispiel sehen Sie eine Frau, die ein Foto des Op-Art-Künstlers Victor Vasarely im Städel Frankfurt aufnimmt (hervorragende Ausstellung übrigens). In Googles überwältigender Manier wird zunächst der Pulli der Fotografin interpretiert. Damit kann zukünftig Geld verdient werden. Sie sehen das in der zweiten Abbildung. Ob das Kleidungsstück tatsächlich von Marc o’Polo ist? – Vermutlich nicht. Deutlich wird, dass eine „Bilder-SEO“ in einer völlig neuen Art und Weise entwickelt werden muss. Billiges Stuffing oder Bild-Gestammel werden nicht zielführend sein.

Automatische Keyword-Zuweisung durch Google
Automatische Keyword-Zuweisung durch Google

Nehmen Sie ab und an Fotos mit einem Android Smartphone auf? – Befördern Sie diese Fotos zu Google Fotos? – Dann haben Sie sicher schon hin und wieder Anmerkungen von Google zu ihrem Bildmaterial bekommen. Da werden zum Beispiel Belichtungskorrekturen vorgeschlagen etc.

Bilder – ein schwer zu manipulierendes Relevanzkriterium?

Google kann also sehr viel mehr, als Sie in der Search Console einfach auf ein wenig taugliches Dateiformat und übertriebene Datenmengen aufmerksam machen. Die Suchmaschine kann die Qualität von Bildern bereits in ganz anderer Hinsicht beurteilen. Es geht weit über Umfeld-Inhalte hinaus; der Inhalt der Bilder und die Qualität derselben werden direkt analysiert. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese ein relevantes und ausgesprochen schwierig zu manipulierendes SEO-Relevanzkriterium werden, wenn sie es nicht bereits jetzt schon sind. Natürlich sind Bilder manipulierbar – nur ist dies unendlich viel teurer als Texte zu optimieren.

Durch Google erstellte Verschlagwortung von Bildern

Im Social Media Monitoring wird das Bild-Thema schon um einiges ernster genommen. So verfügt beispielsweise Talkwalker über eine Bilderkennung. Interessant ist auch der Beitrag über zehn Bilderkennungstools, der sich im Talkwalker-Blog findet.

Aus meiner Sicht ist die strukturelle Beschäftigung hinsichtlich der Vermehrung des visuellen Content und dessen SEO-Tauglichkeit unbedingt erforderlich. Hier sollten einige Fragen mehr beantwortet werden, als dies beispielsweise Searchmetrics macht und darauf verweist, dass Google bei bildlastigen Themen wie Möbeln höhere Ladezeiten erlaubt.

Die Herausforderung wird darin bestehen, dass das was bisher als Keywords vom Betreiber der Website in den Text geschrieben wurden, plötzlich von Google selbständig und automatisch für Bilder gemacht wird. Es gibt also nichtmehr sowas wie die HIntergrund-Keywords bei Amazon, die selbstständig integriert werden können oder Keywords, die von Jobbörsen selbständig und manuell für Stellenanzeigen in Backends geschrieben werden. Der Suchmaschinenoptimierer ist also gezwungen herauszufinden, welche Bildqualität zu welcher Verschlagwortung führt. Es wird darum gehen, Metadaten so anzureichern, dass die entsprechenden Keywords möglicherweise übernommen werden. Google will lernen und im Bereich der Bilder kann es das durch Metadaten und Informationen, die aus den Bildern mittels Algorithmen selbständig erkannt werden. So kann es beispielsweise wichtiger werden, Produkte aus verschiedenen Ansichten zu zeigen, das Logo deutlich sichtbarer zu integrieren oder durch das Foto selbst eine Marke erkennbar zu machen. Laufen wir also los, produzieren wir mehr Bilder als bisher, lasst uns herausfinden, welche Merkmale der Fotos für Google (und vielleicht auch Amazon) wichtig sind. Das ist nicht alles – hören wir auf John Mueller und bauen wir großartige Websites, dann wird alles gut!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SEO-Trends: Die Google Search Console

In meinem letzten Beitrag zu SEO-Trends habe ich über Content-Marketing geschrieben. Nun wird es die Google Search Console. Ein wenig verwundert hat es mich schon, dass auf allen von mir besuchten Veranstaltungen die Search Console ausführlich thematisiert wurde. Dabei arbeite ich schon recht lange damit – bereits als sie Webmaster-Tools hieß und einen geringeren Funktionsumfang hatte. Sie ist ein ausgesprochen wichtiges Werkzeug. SEO-Research-Werkzeuge beziehen darüber Daten. Wenn Sie die Search Console  noch nicht verwendet haben, sollten Sie sich dringend damit beschäftigen.

Die Grundfunktionalitäten der Google Search Console

Google Search Console
Google Search Console

Mit der Google Search Console kann man die Präsenz der eigenen Website in den Google Suchergebnissen analysieren und verwalten. Im Dashboard  der Console wird auf Crawling-Fehler verwiesen. Es gibt Informationen über den Indexierungsstatus der Sitemaps. Am wichtigsten dürfte mittlerweile die Suchanalyse sein:

Wenn Sie aus dem Bereich Web-Analytics kommen und auf dem Gebiet bereits einige Jahre arbeiten, kennen Sie das Problem: »Not Provided«. Daniel Waisberg , Analytics Advocate bei Google, wurde schon 2014 auf dem Analytics Summit in Hamburg darauf angesprochen. Es wurde gefragt, ob für die nicht übermittelten Keywords eine Lösung angedacht sei. Er verneinte. Nun ist es jedoch seit einiger Zeit möglich, die Search Console mit Google Analytics zu verbinden. Die benötigten Informationen sind zumindest zum Teil wieder vorhanden. Weiter unten gehe ich noch ein wenig genauer darauf ein.

Google hilft in der Search Console, strukturierte Daten zu übergeben. Das werde ich noch in einem eigenen Beitrag darstellen. Da Google nun auch Jobs explizit in den Suchergebnissen darstellt, hat ziemlich viel Staub aufgewirbelt. Es gibt Hinweise auf doppelte Title, Meta-Tags, zu kurze und zu lange von denselben. Sie haben diese Angaben möglicherweise auch vor geraumer Zeit in Werkzeugen wie XOVI oder OnPage entdeckt.

Auf die Suchanalyse gehe ich gleich ein. Es geht um die interne und externe Verlinkung, die internationale Ausrichtung (hreflang) sowie Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten. Es ist möglich, den Indexierungsstatus zu beobachten u.s.w. Relativ wichtig sind dann wieder die Crawling-Fehler, die Sitemaps und URL-Parameter. In den URL-Parametern sollten Sie dafür sorgen, dass Google die richtigen Seiten erwischt. Die erste Seite einer Produktliste ist – um ein Beispiel zu nennen – weitaus relevanter als die folgenden.

Die Suchanalyse in der Google Search Console

In der Search Console können Sie sehen, für welche Suchanfragen Sie in den Ergebnislisten auftauchen. Sie bekommen Impressions, die Klickrate und Positionen dafür. Das Besondere am Wert für die Positionen ist, dass es sich um den Durchschnittswert für alle Impressions im konfigurierten Zeitraum handelt. Dieser Wert ist also besser als einer, der von punktuellen Abfragen gemessen wurden.

Search Console Suchanalyse
Search Console Suchanalyse

In der Search Console direkt zu arbeiten, ist kein Vergnügen, besonders wenn es darum geht, zu prüfen wie die Performance von Landing Pages ist. Wenn man nun alle Pages einzeln filtern müsste, würde dies eine wilde Klickerei. Erheblich simpler ist es da, die Daten übersichtlich in einer Tabelle anzusehen. Das funktioniert dann mit der Search Console API. Die gibt es nun auch schon beinahe zwei Jahre, seit August 2015.

Search Analytics for Sheets
Search Analytics for Sheets

Was man damit macht? Ganz einfach. In der Regel arbeitet man in mit Landing Pages. Diese Landing Pages werden auf Keywords optimiert. Die Frage ist also, für welche Keywords eine Landing Page auf welcher Position rankt und wie viele Klicks bei welcher CTR erreicht werden können. In der Search Console filtert man für diese Fragestellung auf eine Seite. Dann wechselt man in die Suchanfragen und analysiert die Ergebnisse.

Mit der API können Sie dies für all Ihre Landing Pages in eine Tabelle packen. Ist Ihnen das zu kompliziert? Mögen Sie Google Docs? Arbeiten Sie mit Google Sheeds? Dann habe ich einen guten Tipp für Sie: Mihai Aperghis hat ein PlugIn für Google Sheeds programmiert, mit dem Sie alle Daten problemlos in Google Sheeds importieren und speichern können. Sie finden »Search Analytics for Sheets« unter https://searchanalyticsforsheets.com/ Kostenlos ist es noch dazu!

Prinzipiell braucht man die Hinweise zur Konfiguration auf der Website nicht. Das Tool ist einfach gestaltet und intuitiv bedienbar. Am wichtigsten ist das »Group By«, denn hier können Sie Spalten in die Tabelle integrieren. Ich habe das im Beispiel für Page und die Keywords gemacht (Query). Sie können auf diesem Weg also auch wochen- und monatsweise Daten in Tabellen schreiben und ganz wunderbare Zeitreihen aufstellen.

Etwas Ähnliches gibt es auch für Excel. Dafür müssen Sie dann ein wenig bezahlen. Die Analytics Edge kostet 75 US$/Jahr und kann noch etwas mehr als nur die Search Console.

Einen Tod müssen Sie allerdings sterben: Die Daten der Search Console sind nur für Keywords verfügbar, die mindestens einmal im Monat eine Impression in einer Suchergebnisliste bekommen haben. Sie bekommen also keine oder kaum Aussagen darüber, was auf den hinteren Plätzen der SERPs passiert. Vor allem, wenn man Kandidaten für die Optimierung von Treffern auf der dritten Ergebnisseite finden will, bleibt nichts anderes übrig, als in die Übersichten der Research Tools zu schauen.

SEO-Trends: Content-Marketing, der Hyper SEO-Trend

Ich habe dieses Jahr Kundenveranstaltungen bei OnPage & Searchmetrics besucht und war auf der SMX in München. Zudem kommen einem ja noch einige andere Infos vor die Nase. Hier also einfach mal eine mehr oder weniger kritische Zusammenfassung von SEO-Trends bzw. SEM-Trends, die für mich auffällig waren. Es werden insgesamt wahrscheinlich drei Beiträge in den nächsten Wochen. Etwas zur Search-Console und zu Schema etc. werden folgen.

Content Marketing, der Hyper SEO-Trend

Eigentlich sollte man ja immer vorsichtig sein, wenn Supertrends kolportiert werden. In diesem Fall geht es um Content-Marketing. Oh – erwischt! Das mache ich hier mit meinem Blog auch. Und um was geht es? – Darum, dass man für Social Media und SEO Inhalte braucht und diese möglichst so in die Seiten eingebunden werden sollte, dass hohe Positionen in den SERPs (Suchmaschinen-Ergebnislisten) erreicht werden. Durch die Ausprägung als Text kann Google diese Inhalte wunderbar nutzen. Eigentlich ist das ziemlich cool. Dann gibt es da aber solche Analyse-Tools wie Searchmetrics. Dort wird in Berichten gezeigt, wie die Lage ist: Texte auf der ersten Ergebnisseite sind länger als weiter hinten.

Wortzahl Searchmetrics
Wortzahl Searchmetrics (Quelle: Searchmetrics Whinepaper Rebooting Ranking-Faktoren 2017)

 

Mit 0,08 ist die Korrelation nicht sonderlich hoch. Erstaunlich ist auch, dass die Treffer auf den ersten Plätzen im Durchschnitt weniger Worte haben, als Treffer auf den Plätzen 4 bis 7. Genau: “Durchschnittlich” ist der entscheidende Ausdruck! Ist Ihnen schon aufgefallen, dass es recht oft Treffer auf den PLätzen 1 bis 3 gibt, die sehr wenig Text auf ihrer Seite haben? – Es ist eben nicht immer viel Text notwendig. Content muss nicht breit sein – die Relevanz von Inhalten und Funktionen für die Fragestellungen der Nutzer von Suchmaschinen ist entscheidend.

Wenn wir nun dieses Ergebnis bei Searchmetrics sehen, sollte es uns alarmieren. Wir sollten nicht nur auf Werkzeuge vertrauen, die uns mit mehr oder weniger großem analytischem Aufwand helfen, die richtigen Keywords in unseren Texten unterzubringen. Hier helfen OnPage und Xovi, indem die Treffer der ersten Ergebnisseite für einen Suchstring ausgewertet werden. Man sieht Worthäufigkeiten. Klar, das hilft. Vergleicht man jedoch die Worthäufigkeiten im Zeitverlauf, so könnte einem schon Angst und Bange werden. Ja – Content-Marketing ist ein Prozess und nicht ein Projekt. Die Jungs von OnPage geben deshalb den Tipp, die Worthäufigkeiten regelmäßig zu überprüfen und Texte gegebenenfalls anzupassen. Sicher – das Verfahren ist analytisch und prinzipiell etwas, das ich auch befürworte. Der Nachteil daran: Sie laufen immer nur ihren Wettbewerbern hinterher. Wenn Sie vor diesen stehen wollen, müssen Sie schneller relevante Suchen identifizieren als andere Marktteilnehmer. Das wiederum ist aufwändig: Sie müssen Themen systematisch aufarbeiten und Trends erkennen. Dazu ist wiederum eine tiefergehende Sachkenntnis erforderlich. Die Auslagerung der Wordings wird schwieriger. Zwar ist das machbar, dazu ist es allerdings erforderlich, Know-how und Strukturen aufzubauen.

Externe Effekte des SEO-Trends Content-Marketing

Nehmen wir nun einfach an, dass es uns gelingt, durch Content-Marketing Erfolge zu erzielen. Wir gewinnen dadurch Nutzer für unsere Website. Das ist toll. Doch was bedeutet das für Google? – Dort wird weniger verdient. Im Sinne von Google kann das nun wirklich nicht sein, dass durch Hinzufügen von passenden Texten eine Position auf der ersten Ergebnisseite erreichbar ist. Analysiert man noch das, was Kollegen zu dem Thema sagen und das, was die Notwendigkeit der Integration von Text in Webpages bringt, dann scheint das Ende der einfachen Textstrickerei nahe. Norman Nielsen von Zalando meinte bei der Searchmetrics-Veranstaltung, dass der Sinn von Content auch nicht 2,5 cm Text in der linken Spalte sein können (auch wenn das noch funktioniert). Genausowenig wird Text langfristig funktionieren, der vor den Nutzern versteckt wird – gleich ob das mit Tabs passiert oder ob die vielen Worte an das visuelle Ende einer Seite gepackt werden. Für Suchmaschinen besteht die Aufgabe schließlich nur darin, die Relevanz des Content für die jeweilige Fragestellung der Nutzer zu beurteilen. Sollten die Texte dazu nicht – oder nicht mehr – notwendig sein, dann kann viel Geld gespart werden. Der eine oder andere Kollege auf den Veranstaltungen verwies darauf, dass nach dem Löschen der Texte auf Testseiten schlichtweg nichts hinsichtlich der Position auf den SERPs passiert ist.

Aus meiner Sicht ist es ohnehin erstaunlich, dass sich Google auf diese Bewertung festgelegt hat. Sicher – es erfordert einiges an Aufwand, 300, 500 oder sogar 1.200 Worte für ein Thema zu texten. Aber was sollen diese Texte auf Übersichtsseiten zu Kleidern oder Joggingschuhen? Könnte Google hier nicht einfach die Texte der Zielseiten zu Rate ziehen? Wahrscheinlich wird das auch gemacht, nur fällt in der Analyse von außen die Bewertung etwas schwerer.

Tanker & Enten in der SEO

Google schraubt am Algo – ziemlich oft sogar. Manchmal wird etwas als Major-Update benannt, aber oft gibt es Spekulationen darüber, was gerade passiert ist. So war das beispielsweise beim Update im Mai 2017. Was Google macht, bewegt sich in ganz langsamen Bahnen – Google ist der Tanker im Meer von Websites, die wie lahme Enten auf echte oder vermeintliche Änderungen reagieren. Ein Beispiel: Der Page Rank basierte einmal auf den externen Links, die auf eine Seite gesetzt wurden. Anfangs war dies ein schwer zu erfüllendes Kriterium. Als es dann leicht wurde, an Links zu kommen, wurde dieser in der ursprünglichen Form für Google wertlos. Wenn es nun leicht wird, den entsprechenden Content zu generieren, dann wird Google neue Kriterien zu Rate ziehen müssen. Wir dürfen sicher sein, dass es diese schon gibt. Es wird dabei um die Verteilung von Inhalten gehen, darum wie Nutzer mit diesen interagieren und nicht zuletzt um Bilder.

Auf allen Veranstaltungen wurde mehr oder weniger deutlich die UX als der neueste SEO-Trend angesprochen, das neue Content-Marketing oder die neue SEO. Und genau das ist es – die User Experience wird wichtiger. Der Prozess der Erstellung von Websites muss integrierter stattfinden als bisher. Webdesign, Interaktionsdesign, UX und SEO müssen gemeinsam arbeiten und dürfen natürlich auch nicht die Anforderungen an die Analytics vergessen. Ganz klar – Content-Marketing wird mehr Strategie und Konzept brauchen und und weniger Masse. Dieser SEO-Trend wird aus meiner sicht derzeit übertrieben. Der Markt für Content-Marketing ist wahrscheinlich schon überhitzt. Damit wird zwangsläufig ein Rückgang erfolgen.

SEO auf Deutsch! – ein Interview-Band von Andre Alpar

Bücher habe ich bisher noch nicht auf meinem Blog besprochen. Nun fange ich mit Andre Alpars Interview-Band „SEO auf Deutsch“ an. Darin befragt der Geschäftsführer von AKM3 insgesamt 35 wichtige Persönlichkeiten aus dem Bereich Suchmaschinenoptimierung aus dem deutschsprachigen Raum. Demnach scheint SEO eine Männerdomäne zu sein – nur eine Frau ist darunter. Schade! Jedenfalls ist SEO mittlerweile eine enorm wichtige Disziplin und für einen enormen Anteil der Zuleitungen auf viele Websites verantwortlich.

SEO auf Deutsch
SEO auf Deutsch

Ich schaue SEO dabei eher aus der Brille des Online-Marketers an, der sich auch schon seit mehr als 15 Jahren damit beschäftigt. Für mich ist es noch immer erstaunlich, dass sich aus den ersten Bemühungen zur Mitte der 90er Jahre ein derart komplexes Arbeitsfeld gebildet hat. Es bietet vielen Absolventen mit wirtschafts- oder sozialwissenschaftlichem Background ein attraktives Berufsfeld. OK – IT-Spezialisten bringen sicher auch einen gehörigen Teil brauchbaren Know-hows mit. Es ist die Ambivalenz zwischen Worten, Zahlen und Technik, in der bei der SEO agiert wird. Gerade das macht SEO interessant.

Toller SEO Karriereratgeber

Wenn man Blut geleckt hat, SEO interessant findet und sich auf sie als Berufsfeld konzentrieren möchte – genau dann ist Andre Alpars Buch besonders hilfreich. Andre erfasst nicht nur das Fachliche. Es werden auch Fragen zur Demographie und der privaten Einordnung gestellt. Aus der Sicht eines Sozialwissenschaftlers sind es qualitative Interviews, die hier geführt wurden. Diesen hätte man ruhig zusätzlich auch quantitativ zu Leibe rücken können. Die Fragen sind immer sehr ähnlich und es ist spannend zu lesen, wie heterogen die Lebensführung der Leute ist, die SEO machen. Es ist schön zu lesen, wie die Spezialisten arbeiten, welche Erfolge und welche Reinfälle sie hatten. Gell – die robots.txt kann schon nerven 😉

Alle Interviewpartner scheinen mit ihrem Leben zufrieden zu sein. SEO ist wohl die willkommene stete Herausforderung. Es ist etwas, was kaum langweilig wird, etwas woran es sich zu arbeiten lohnt, woran man Erfolge festmachen kann. Das ist wichtig. Denn nichts ist schlimmer als ein langweiliger Job. Das ist zumindest bei mir so. Ja – und langweilig ist das Buch von Andre Alpar ganz bestimmt auch nicht. Es gewährt Einblicke, die man sonst nur durch irre viele Kontakte und eine Menge Jahre als Branchen-Insider bekommt. Das Buch ist damit auch ein sehr guter Karriereführer.

BTW: Ganz unaufwändig ist dieses Buch als SEO nicht…

Andre Alpar: SEO auf Deutsch! Berlin: AKM3