Seit letzter Woche hat Pinterest seine API stärker zur Nutzung freigegeben als bisher. Das ist toll und wird Pinterest einen weiteren Schub verpassen. Ein Partner mit dem Pinterest diese so erfreuliche Nachricht promotete ist IFTTT (IfThisThenThat). Damit kann vieles im Web und über das Web automatisiert werden. Ein Beispiel: Wenn Sie ein Instagram veröffentlichen, kann es automatisch auch auf ein Pinterest-Board gepinnt werden. In die andere Richtung ist auch vieles möglich: Wenn Sie auf ein bestimmtes Bord einen Pin setzen, können Sie diesen gleichzeitig auf Tumblr befördern oder das Bild in Google Drive speichern.

Pinterest & IFTTT: Featured Recipes

Pinterest & IFTTT: Featured Recipes

Pinterest selbst hat schon etwa 30 Rezepte angelegt, mit deren Hilfe die Automatisierung möglich ist. Auf der Startseite der Rezepte wird gleich das Rezept zum Pinnen von Instagrammen gezeigt. Es ist gleichzeitig eines bei dem nicht so viel schief gehen kann. Stellen Sie sich bitte vor, es würde jedes Mal ein neuer Pin angelegt, wenn ein Tweet mit einem bestimmten Hashtag und einem Bild auf Twitter auftaucht – grauenvoll. Die Integration ist schon recht vorsichtig gemacht – aus meiner Sicht hat das Pinterest so gelöst, dass keine größere Spam-Gefahr besteht.

IFTTT – Pinterest: So funktioniert’s

Zunächst müssen Sie sich einen Account bei IFTTT anlegen. Wählen Sie bitte ein Passwort, das Sie sonst nicht verwenden. Sie müssen andere Konten damit verknüpfen. Damit IFTTT richtig arbeitet, benötigt es Posting-Berechtigungen. Hier kann einiges schief gehen, wenn wer das Passwort hat.

Pinterrest Tumblr Rezept

Pinterrest Tumblr Rezept

OK – es gibt einige Rezepte die fertig angelegt sind. Diese können Sie natürlich verwenden und sich durch den Prozess leiten lassen. Wie gesagt, Pinterest hat schon etwa 30 Rezepte angelegt. Diese Rezepte bestehen immer aus Triggern und Actions. Im Trigger wird ein Auslöser definiert. Das können im Falle von Pinterest Likes sein oder Pins, die auf ein bestimmtes Board gesetzt werden. Die Action ist dann, was auf einer Anderen Plattform damit gemacht wird.  Ein Rezept für Pinterest mit Tumblr sehen Sie in der Abbildung oben.

Nachdem Sie beide Plattformen mit IFTTT verbunden haben, ist es ganz einfach. Sie wählen das Board aus, auf das gepinnt wurde und dann können Sie entscheiden, was damit auf Tumblr passiert. Es kann sofort gebloggt werden, in eine Queue wandern, als Vorlage gespeichert werden oder privat publiziert werden. Tumblr Nutzer sehen hier auch eine Schwierigkeit. Wenn Sie mehr als ein Blog auf Tumblr betreiben, fehlt die Möglichkeit zur Einstellung auf welchem Blog der Pin landet – es ist eine Überraschung! Sie müssen mit einem Test herausfinden, wo Ihr Pin landet – also in die Entwürfe Ihrer Blogs schauen.

Den Post selbst können Sie auch ein wenig beeinflussen. Im Fall von Tumblr können Sie bei einem Photo Post die URL editieren, den Text und die Tags. Wie Sie in der folgenden Abbildung sehen, ist es möglich aus einer Reihe von Parametern, die Pinterest an IFTTT übergibt, Felder zu editieren, die später in Tumblr erscheinen. Das ist recht einfach gemacht, wenn man über ein gewisses technisches Grundverständnis verfügt. Die Parameter werden über eine Auswahlmaske eingefügt stehen dann in doppelt geschwungenen Klammern in einem Text, der editierfähig ist – z.B. {{HexColor}}. Probieren Sie es einfach aus. Am besten bei einer Plattform, bei der nichts direkt veröffentlicht wird oder es zunächst verbergbar ist – also bei Tumblr, Google Drive oder GMail – nicht bei Facebook oder Twitter. Den Source-URL sollten Sie auf jeden fall reienpacken und auch die Quelle nennen. Sie wissen schon: Copyright.

 

IFTTT Rezept Editieren

IFTTT Rezept Editieren

 

Dann kann noch ein wenig an den Tags editiert werden. Deren Übernahme ist von Pinterest nach Tumblr leider nicht möglich. Sie können lediglich voreditiert werden. So kann man beispielsweise den Namen des Boards als Hashtag angeben und auch noch weitere passende Begriffe.

Für andere Plattformen und Anwendungen funktioniert das entsprechend. Wenn es sein muss können Sie sich sogar Lichtsignale geben, wenn ein Pin auf ein Gruppen-Board gepinnt wurde.

Tja – und lange dauert es nicht mehr. Dann erschein mein neues Buch – noch im Juli: Tumblr. Passt ziemlich gut zu Pinterest.

Pinterest lässt sich Zeit. Das betonte ich schon öfter. Allerdings tut das der Plattform ausgesprochen gut. Genau dies wird auch an den neuen Pinterest-Werberichtlinien deutlich. Bisher habe ich noch nichts dazu auf Deutsch gelesen. Grund genug für eine Analyse. Zum Januar führte Pinterest seine Werbeform für den Feed in Amerika breiter ein. In Deutschland werden wir wohl noch ein wenig warten müssen. Die Analyse dient also der Vorbereitung.

Auf der Seite zu den Werberichtlinien erläutert Pinterest sehr anschaulich, wie es sich Werbung im Feed vorstellt. Pinterest möchte, dass werbliche Inhalte der Nutzung förderlich sind und ein positives Erlebnis vermitteln. Pinterest soll dadurch besser werden – inspirierender. Beworbene Pins sollen aus der Sicht von Pinterest zum besten Inhalt gehören, den es auf der Plattform gibt. Sie sollen also nicht hingehen und Anzeigen entwerfen. Sie sollen schöne Pins nehmen, die ohnehin schon erfolgreich wären und Pinterest sorgt dafür, dass diese noch erfolgreicher werden. Zu diesem Zweck werden die Richtlinien formuliert. Sie sollen helfen, guten Content zu entwerfen und vielleicht den einen oder anderen dösigen Marketing-Honk davon abhalten, Anzeigen als Promoted Pins zu platzieren. Das betrifft übrigens auch alles, was nach dem Klick auf einen Pin passiert – also bitte keine großflächigen modalen Dialoge, die zum Abo von Newslettern motivieren sollen etc. Vielleicht bleibt den Nutzern ja das Unerfreuliche erspart, das sie auf Facebook und in Google-Werbung nur all zu oft ertragen müssen.

Verbotene Pinterest Werbung

Nicht den Pinterest-Werberichtlinien konform (Quelle)

Pinterest-Werberichtlinien – es sind einfache Regeln:

  • Sei autentisch (Na – passen athletische Typen und Süßigkeiten wirklich zusammen?)
  • Bewerbe Pins, die dich stolz machen (Edeka ist auf Lichtenberg sicher stolz!)
  • Bewerbe keinen Spam oder bösartiges (Honks werden rausgeworfen)
  • Befolgen Sie die Pinterest Policy und deren Geist (Pinterest ist das nette Netzwerk!)
  • Befolgen Sie die geltenden Gesetze und Vorschriften. (Das versteht sich von selbst und bezieht sich nicht auf die 8,50 €, die sie Praktikanten mit abgeschlossenem Studium zahlen sollten).

Pins – Bilder und Texte

Bei Ihren Pins sollten sich auf folgendes achten. Werbeanzeigen gehen nicht. Wirklich nicht. Stellen Sie sich vor Sie platzieren eine Anzeige und müssen sich das Ding in fünf Jahren noch immer ansehen. Noch schlimmer: Sie haben in der Anzeige einen Rabatt von 50% avisiert. Also einfach Finger weg von Anzeigen und her mit den schönen Bildern, die Sie ohnehin gerne verbreiten. Bei Events sollten sie das vollständige Datum mit Jahreszahl angeben. Ach ja – Preise gehören auch nicht in Bilder. Wenn Sie das möchten sollten Sie das mit Rich Pins lösen, die ziehen den aktuell gültigen Preis für Ihr Produkt.

Text muss nur selten in die Bilder. Wenn notwendig, dann bitte kurz ohne zu viele Ausrufezeichen. Claims stören. Pinterest-Nutzer wollen schöne Bilder – keine Werbeaussagen. Lassen Sie bitte auch Sachen weg, die Funktionalitäten vorgaukeln, die es nicht gibt – also beispielsweise Menüs, Metions oder Hashtags. Besonders Hashtags sind blödsinnig. Zumindest in den meisten Fällen. Auf solche Ideen können aus meiner Sicht nur digitale Analphabeten oder passionierte Printgestalter kommen. Weg lassen – bitte!

Ansonsten ist Pinterest frei von Sex. Busen gehen – manchmal. Wenn dann sollten die Bilder sehr ästhetisch sein. Pinterest ist politisch extrem korrekt. Lesen Sie nochmal die Nutzungsbedingungen, wenn Sie nicht verstehen, was das heißt. Natürlich dürfen Sie auch nicht sagen, dass Sie mit Pinterest in Verbindung stehen.

Landing-Pages

Wie oben schon geschrieben, sollten Sie nicht einfach nur Adresswerbung betreiben. Das ist langweilig und doof. Platzieren Sie auf der Zielseite nützlichen Content. Bei einem Kleidungsstück sollten Sie eben das Zeigen, was auf eine Produktseite gehört. Das sind sicher auch beschreibende Texte. Ebenso gehören Größenangaben, Verfügbarkeiten, Preise, Pflegehinweise dazu. Viele weitere Bilder sind ohnehin hilfreich. Diese fördern die Viralität. Also los – nützlich muss es sein und darf nicht gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen.

Produkte, die nicht beworben werden können – zurecht!

  • Adult products and services – also Sex & Co.
  • Alkohol
  • Imitationen bzw. Blender
  • Drogen und Tabak
  • Bedrohte Tiere oder Produkte davon
  • Gefälschte Dokumente (Ausweise, Doktor-Titel etc.)
  • Glücksspiel inkl. Anleitungen
  • Ilegales
  • Zielseiten die Viren enthalten oder Hacking
  • Pharmaprodukte
  • Bezahlen fürs Pinnen
  • Bei Subscriptions muss klar erläutert werden, was abonniert wird (Kosten, Zeitraum etc)
  • Unakzeptabele Geschäftsmodelle (Schneeball, Pyramide etc.)
  • Waffen und Sprengstoff.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Ich war fleißig und habe wieder die compete.com Reichweiten der Social Networks in den USA aufgearbeitet. Der Gesamtmarkt ist 2014 um knapp 15 Prozent gewachsen. Dabei gibt es drei eindeutige Gewinner. Twitter legte sagenhafte 77 Prozent zu, das Business-Netzwerk LinkedIn immerhin 45 Prozent. Mein Liebling Pinterest wuchs im Verlauf der vergangenen 12 Monate  um 41 Prozent. Twitter verpasste mit 79 Millionen Nutzern nur ganz knapp die 80 Millionen. Der Kurznachrichtendienst hat damit bald halb so viele Nutzer wie der Überflieger Facebook. Bei dem Mega-Netzwerk tut sich seit zwei Jahren kaum noch etwas. Seit im Juli 2012 die Marke von 160 Millionen Nutzern geknackt wurde, sind die Bewegungen nur graduell. Mal geht es etwas hoch, dann wieder etwas runter. Die 170 Millionen werden nicht erreicht. Der Markt ist absolut gesättigt. Zuwächse ließen sich nur noch über Diversifikation bzw. Zukäufe erzielen. Instagram kratzte mit 39 Millionen monatlichen Nutzer auch schon knapp an der 40 Millionen-Marke.

Wenn Sie die Entwicklung in der folgenden Abbildung anschauen, ist das nicht so ganz übersichtlich. Deutlich wird allerdings, dass MySpace der Verlierer des Jahres ist. Während sich das Netzwerk 2013 erfreulich entwickelte, zeigt die Tendenz jetzt klar in den Keller.

Reichweiten Social Networks USA 2014

Reichweiten Social Networks USA 2014

Reichweitengewinner Twitter

Spannender wird es, wenn man den Zeitschnitt länger wählt und die Zahl der Networks reduziert. Pinterest entwickelt sich – mit ganz wenigen Pausen – positiv und erreicht in drei Jahren 50.000.000 Nutzer pro Monat in den USA. Bei Google+ verläuft der Prozess sehr viel uneinheitlicher. Es gibt erhebliche Schwankungen. Der Konzern muss wohl erhebliche Anstrengungen unternehmen, um vor LinkedIn und Pinterest zu landen. Twitter wurde zwischenzeitlich überholt. Twitter kennt nach langer Zeit des Dümpelns seit einem Jahr nur noch den Weg nach oben. Wenn ich es richtig einschätze, haben wir diesen Erfolg in Deutschland bisher noch nicht wirklich wahrgenommen.

Reichweiten Social Networks USA 2011-2014

Reichweiten Social Networks USA 2011-2014

Wer die Zahlen noch ein wenig näher analysieren möchte. Hier liegt das Drive-Dokument.

Meinen Blogging-Kollegen hat die neue Pinterest Analytics ziemlich gut gefallen. Diese hat sich gegenüber dem Ansatz, den Pinterest davor über ein Jahr verfolgte, erheblich geändert. Früher war das Modul auf die Pins der eigenen Website konzentriert. Nun gibt es Daten in einer Umfänglichkeit, die sonst nicht üblich ist. Das Modul ist richtig toll geworden. Es ist übersichtlich und bietet viele verschiedene Sichten auf die Daten, die auch exportierbar sind. Die Daten stehen für Business Accounts zur Verfügung.

Pinterest Analytics Dahboard

Pinterest Analytics Dahboard

Pinterest Analytics – Reichweiten von Pins werden angezeigt

Nun bekommen Sie die Reichweiten Ihrer Pins angezeigt. Rich Pins sind entsprechend markiert und es fällt auf, dass diese bei meinen Infografiken viel mehr Interaktion abbekommen als normale Pins. Es wäre spannend zu erfahren, wie die Interaktionsraten sich hinsichtlich der Integration von Preisen etc. verändern. Auf jeden Fall erfährt man jetzt etwas über das Ausmaß der erzielten Reichweite. Das bezieht sich sowohl auf einzelne Pins als auch auf die Reichweiten der Boards.

Zielgruppen-Informationen – Demografie und Interessen

Ich war schon überrascht zu sehen, dass immerhin 42 Prozent meiner Zielgruppe aus Deutschland kommen. 6000 Personen aus Deutschland, die auf Infografiken gucken – das ist schon eigenartig. Mit Klamotten oder Möbeln wäre ich wohl ein Gigant geworden! Aber Spaß beiseite.

Pinterest Analytics: Zielgruppe

Pinterest Analytics: Zielgruppe

Sie sehen, dass das Dashboard noch nicht so perfekt ist. Ich wünsche mir neben den absoluten Werten noch Prozentangaben. Das würde es einfacher machen, weil nicht alle Länder in der Tabelle auftauchen. „City“ wurde offensichtlich mit „Innenstadt“ übersetzt. Facebook wählt hier den Begriff „Stadt“. Dieser sollte auch von Pinterest benutzt werden, und zu gegebener Zeit werden sicher auch die Namen der Städte erscheinen. Freuen wir uns einfach darauf.

Einen Screenshot hinsichtlich der Interessen meiner Zielgruppe möchte ich nicht vollständig publizieren. Ich müsste zu viel retuschieren – Datenschutz. Was ich zeigen kann ist die Darstellung des Interessenprofils meiner Nutzer. Besonders Bekleidungshersteller können hier unendlich viel lernen. Sie müssen lediglich auf eines der Bildchen klicken und schon bekommen sie eine wunderhübsche Ergebnisliste mit Pins angezeigt, die mit einem Profil überschrieben ist. Mir fällt dazu nur eines ein: Die Frage danach, wo man ansonsten noch solche Daten bekommen kann.

Pinterest Analytics: Interessen

Pinterest Analytics: Interessen

Ach ja – dann gibt es noch die Daten, die auch bisher von Pinterest Analytics geliefert wurden: Das was von der eigenen Website gepinnt wurde, und ziemlich viele Werte drumherum.

Insgesamt finde ich diese neue Version von Pinterest Analytics richtig toll. Es wurde intensiv gearbeitet und man hat sich viele Gedanken darüber gemacht, was Marketer an Daten benötigen und wie diese aufbereitet sein sollen. Es sieht eben alles sehr viel hübscher aus als bei Facebook und bei Twitter. Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start in Deutschland sind geschaffen. Dann legt mal los!

 

 

Es ist eigenartig. Im vergangenen Quartal II/2014 sanken die Marktanteile aller anderen Social Networks hinsichtlich ihrer Referral-Leistung – Facebook legte zu. Der Markführer gewann über 10% Marktanteil. Die Wettbewerber Twitter, Pinterest und Reddit erleiden Rückgänge von unter 20 %. Damit sollten sie zufrieden sein. Einst ruhmreiche Verfolger wie StrumbleUpon geht die Luft aus. Noch im März lag der Marktanteil bei 0,99%, im Juni bei 0,60%. Das ist ein Verlust von knapp 40%.

Social Media Traffic Referrals Juli 2013 bis Juni 2014

Social Media Traffic Referrals Juli 2013 bis Juni 2014

Es scheint, als ob nur Facebook, Pinterest und Twitter eine relevante Rolle bei den Referrals spielen.  Sie haben alle einen Marktanteil von über einem Prozent der generierten Referrals bei den untersuchten Websites. Shareaholic untersuchte im Rahmen seiner Studie mehr als 200.000 Websites mit zusammen über 250 Millionen Besuchern (pro Monat). Das muss nicht repräsentativ sein. Es ist keine Zufallsstichprobe. Dennoch ist davon auszugehen, dass die Anteile verhältnismäßig realistisch wiedergegeben werden.

Veränderungen des Feeds und Reichweitenausbau Ursache für Gewinne bei Referrals

Auch im Jahresvergleich ist die Lage nicht viel anders. Facebook wächst bei den Referrals um 150%. Aus meiner Sicht sind die Veränderungen im Feed ursächlich. Die Bilder werden bei geteiltem Content erheblich größer dargestellt und es gibt Werbung mit großflächigen Visuals im Feed. Die Nutzung von Facebook veränderte sich vergangenen Jahr kaum. Bei Pinterest ist der Zuwachs der Leistung um knapp 70% auf die gestiegene Nutzung sowie die Anreicherung des Feed um zusätzliche Pins zurückzuführen. Nachdenklich stimmt allerdings die Tatsache, dass Twitter nicht vom Fleck kommt. Die Nutzung scheint nicht mehr zu steigen. Bei den Zuleitungen gab es eine Einbuße von knapp 20%. Es ist wohl ein Medium, das bei den Medienmachern Relevanz hat, beim Durchschnitts-Internetnutzer spielt es kaum eine Rolle.

Bücher habe ich bisher noch nicht auf meinem Blog besprochen. Nun fange ich mit Andre Alpars Interview-Band „SEO auf Deutsch“ an. Darin befragt der Geschäftsführer von AKM3 insgesamt 35 wichtige Persönlichkeiten aus dem Bereich Suchmaschinenoptimierung aus dem deutschsprachigen Raum. Demnach scheint SEO eine Männerdomäne zu sein – nur eine Frau ist darunter. Schade! Jedenfalls ist SEO mittlerweile eine enorm wichtige Disziplin und für einen enormen Anteil der Zuleitungen auf viele Websites verantwortlich.

SEO auf Deutsch

SEO auf Deutsch

Ich schaue SEO dabei eher aus der Brille des Online-Marketers an, der sich auch schon seit mehr als 15 Jahren damit beschäftigt. Für mich ist es noch immer erstaunlich, dass sich aus den ersten Bemühungen zur Mitte der 90er Jahre ein derart komplexes Arbeitsfeld gebildet hat. Es bietet vielen Absolventen mit wirtschafts- oder sozialwissenschaftlichem Background ein attraktives Berufsfeld. OK – IT-Spezialisten bringen sicher auch einen gehörigen Teil brauchbaren Know-hows mit. Es ist die Ambivalenz zwischen Worten, Zahlen und Technik, in der bei der SEO agiert wird. Gerade das macht SEO interessant.

Toller SEO Karriereratgeber

Wenn man Blut geleckt hat, SEO interessant findet und sich auf sie als Berufsfeld konzentrieren möchte – genau dann ist Andre Alpars Buch besonders hilfreich. Andre erfasst nicht nur das Fachliche. Es werden auch Fragen zur Demographie und der privaten Einordnung gestellt. Aus der Sicht eines Sozialwissenschaftlers sind es qualitative Interviews, die hier geführt wurden. Diesen hätte man ruhig zusätzlich auch quantitativ zu Leibe rücken können. Die Fragen sind immer sehr ähnlich und es ist spannend zu lesen, wie heterogen die Lebensführung der Leute ist, die SEO machen. Es ist schön zu lesen, wie die Spezialisten arbeiten, welche Erfolge und welche Reinfälle sie hatten. Gell – die robots.txt kann schon nerven 😉

Alle Interviewpartner scheinen mit ihrem Leben zufrieden zu sein. SEO ist wohl die willkommene stete Herausforderung. Es ist etwas, was kaum langweilig wird, etwas woran es sich zu arbeiten lohnt, woran man Erfolge festmachen kann. Das ist wichtig. Denn nichts ist schlimmer als ein langweiliger Job. Das ist zumindest bei mir so. Ja – und langweilig ist das Buch von Andre Alpar ganz bestimmt auch nicht. Es gewährt Einblicke, die man sonst nur durch irre viele Kontakte und eine Menge Jahre als Branchen-Insider bekommt. Das Buch ist damit auch ein sehr guter Karriereführer.

BTW: Ganz unaufwändig ist dieses Buch als SEO nicht…

Andre Alpar: SEO auf Deutsch! Berlin: AKM3

Frauen stellen den Großteil der Pinner – das wussten wir schon immer. Huch ein Reim. Das war keine Absicht, aber ich lasse das mal so stehen. Nach verschiedenen Studien, die ich hier nicht nochmal extra raussuchen möchte, waren es etwa 66 bis 80 Prozent der Nutzerschaft. Jetzt hat RJMetrics nachgemessen und noch erstaunlichere Ergebnisse veröffentlicht. Es sind nicht nur 80 Prozent Frauen und nur 20 Prozent Männer die pinnen. Die Nutzungsintensität der Damen ist auch sehr viel höher als die der Männer. So sind 92 Prozent der Pins von Frauen und nur 8 Prozent von Männern.

Wenn Sie sich jetzt fragen, wie diese Ergebnisse ermittelt wurden, dann ist das gut. Es handelt sich um Methoden der Social Media Analytics. Es wurde eine Zufallsstichprobe der öffentlich verfügbaren Daten von 50.000 Pinnern gezogenen und deren Pinnverhalten ausgewertet.

Social Media Analytics: Frauen beherrschen Pinterest

Dass dabei das Pinnverhalten nach Tageszeit ausgewertet werden kann ist klar. Man muss nicht mehr analysieren als die Zahl von Pins zu den jeweiligen Zeitpunkten – das ist alles.

Pinnen nach Stunde

Pinnen nach Stunde

Wenn man dann noch ein wenig mehr Informationen hat, die man mit den Pins verbinden kann, dann lassen sich noch weitere Analysen durchführen. Aus den Einrichtungsdatum des Accounts und der dem Zeitpunkt des letzten Pins desselben Accounts kann man beispielsweise zu folgendem Ergebnis kommen:

Männer drop off

Männer drop off

Frauen sind nach 4 Jahren noch zu 80 Prozent bei Pinterest, Männer haben sich zu 50 Prozent verabschiedet. Schon aus dieser Analyse ist es zulässig zu folgern, dass der Frauenanteil auf Pinterest in absehbarer Zeit nicht sinken wird. Pinterest ist das Frauennetzwerk – oder besser: die Social Media Plattform für Frauen. Eine weitere Analyse von RJMetric verdeutlicht das noch stärker:

Geschlechter und Pins pro Jahr

Geschlechter und Pins pro Jahr

Während Frauen immer mehr pinnen je länger sie dabei sind, lassen Männer bereits nach einem Jahr nach. Die Sammelleidenschaft von Bildern scheint Damen einfach mehr zu packen als Herren.

Auch wenn dies im Detail interessante und spannende Ergebnisse sind, so sollte die Analyse zusätzlich deutlich gemacht haben, auf welche Weise Analysen mit öffentlich zugänglichen Analytics-Daten durchgeführt werden können. Es sind Ergebnisse möglich, die in dieser Form mit reaktiven Methoden kaum in dieser Sicherheit möglich sind. Die Beschäftigung mit den APIs der Netzwerke lohnt sich durchaus.

 

Eigentlich ist es kein großes Ding – aber einer kurzen Meldung wert. Pinterest erlaubt seit letzter Woche offiziell UTM Parameter von Google-Analytics. Es ist ja beinahe schon der Standard-Weg, um den Werbeeffekt von Meldungen in sozialen Netzwerken zu messen: Man fügt dem URL die UTM Parameter hinzu und kann hinter in Google-Analytics oder in Universal Analytics die Traffic-Menge, Conversions etc. von Werbeaktivitäten analysieren. Das funktioniert eigentlich bei allen Social Networks ganz wunderbar – nur eben bei Pinterest nicht wirklich zuverlässig.

UTM Parameter wurden früher ab und an gelöscht

Der Grund dafür war aus meiner Sich ziemlich unverständlich – man könnte überspitzt auch vermuten, dass es ein Ergebnis jugendlichen Leichtsinns war: Pinterest muss Geld verdienen. In diesem Zuge möchte sich Pinterest für Referrals entlohnen lassen. Das ist schön und gut. Wenn nun Pinterest-Nutzer in den URLs ihrer Pins Affiliate-Parameter von Amazon oder von anderen Programmen haben, findet das Pinterest nicht so dolle und will selbst daran verdienen. Also wurden beispielsweise vor etwa 2 Jahren einfach alle URL-Erweiterungen entfernt. Das betraf sowohl Affiliate-Parameter als auch Tracking-Parameter von Google-Analytics und anderen Analytics-Werkzeugen. Einzusehen war das aus der Sicht kommerzieller Nutzer nicht. Auch mir kamen mehrfach Parameter abhanden – URLs wurden von Pinterest manipuliert. Das soll nun ein Ende haben: UTM-Parameter sind erlaubt uns sollen nicht wieder entfernt werden.

So funktioniert das Einfügen von UTM Parametern in Pinterest

Hier erklärt Google ziemlich knapp und sehr anschaulich, wie man UTM Parameter zum Tracking von Kampagnen einsetzen kann.

UTM-Parameter

UTM Parameter

Es ist ziemlich einfach. Probieren Sie es einfach mal aus. Generieren Sie einen URL, für ein Bild das Sie von Ihrer Website pinnen und hängen Sie den URL auf Pinterest an das Bild. Dazu müssen Sie zuerst das Bild pinnen, dann den Pin aufrufen und auf den kleinen Stift unterhalb des Bildes klicken. Dann können Sie den URL editieren. Sie sehen das in der nächsten Abbildung.

Edit URL in Pinterest

Edit URL in Pinterest

Kommen Sie aber bitte nicht auf die Idee, mehr als die URL-Erweiterung zu manipulieren. Das ist bei Pinterest verboten.

 

 

Pinterest-Analytics Tools hab ich schon einige beschrieben. Die Tailwind App ist mittlerweile ziemlich wichtig geworden. Sie hat 9.000 Kunden. Das ist nicht zu unrecht so. Mir gefällt das Werkzeug ausgesprochen gut. Es ist für alle alle Unternehmensgrößen einsetzbar und eine richtig gute Hilfe wenn man den eigenen Erfolg auf Pinterest monitoren und Potenziale zu Optimierung finden möchte. Ich kann den Test des Werkzeugs nur empfehlen. Immerhin hat das Unternehmen jetzt 15 Mitarbeiter. Das garantiert aus meiner Sicht den stabilen Bestand des Werkzeugs.

Das Tailwind App Dashboard

Der gute Eindruck beginnt schon mit dem Dashboard. Es ist aufgebaut wie das bei einem Dashboard der Fall sein sollte. Am Kopf sieht man 4 KPIs und deren Entwicklung. Darunter befindest sich eine Abbildung, die sich auf jede der Kennzahlen anwenden lässt. Die Übergänge in den Ansichten sind wirklich sehr schön gelöst. Ich muss sagen, dass ist wirklich toll gemacht. Neben Standard-Zeitschnitten kann man das Tailwind App Dashboard auch auf selbst gewählte Zeitschnitte anpassen.

Das Tailwind App Dashboard

Das Tailwind App Dashboard

Das ist nicht alles. Das Dashboard hat im unteren Bereich drei Performance Scores. Dabei wird der für Pinterest wichtigste Wert zuerst gezeigt: Die Viralität. Also der Wert der angibt, wie stark sich die Pins verbreiten. Im Engagement Score wird dies dann zusätzlich auf die Zahl der Follower bezogen. BTW: Ich finde es sympathisch und professionell, dass die Kennzahlen im FAQ des Hilfebereichs alle sauber definiert werden. Das gibt es auch nicht bei jedem Werkzeug.

Die Zahlen kann man sich übrigens auch noch bezogen auf die einzelnen Boards eines Accounts ausgeben lassen. Gerade bei Unternehmen mit vielen Produktsparten erleichtert das die Übersicht. Alle Daten sind übrigens in der Professional Version als CSV exportierbar. Erschrecken Sie bitte nicht, wenn Sie das zum ersten mal machen. Sie erhalten für jeden einzelnen Tag einen Eintrag. Was im ersten Moment vielleicht ein wenig unübersichtlich wirkt, ist super, wenn man die Daten weiterverarbeiten möchte.

TailwindApp Engage Modul

Die TailwindApp zeigt einem übrigens auch bei welchen Nutzern sich ein wenig Engangement lohnt. Dabei ist bekommt man Übersichten hinsichtlich der Pin- und Repin-Aktivitäten. Es wird gezeigt, welchen der Pinner man folgt und welchen nicht. Durch einen einfachen Klick gelangt man zu den Accounts der relevanten Pinner.

TailwindApp Followers

TailwindApp Followers

Was hier noch ganz hübsch und sinnvoll aussieht, wir dann datenschutzrechtlich bedenklich, wenn man die Übersicht der Pinner von der eigenen Website ansieht. Diese Option hilft herauszufinden wer ein wahrer Fan ist. Gleichzeitig ist diese Transparenz schon ein wenig erschreckend – auch wenn in diesem Fall nur der Eigentümer eines Accounts diese Information bekommt.

TailwindApp Content Optimierer & ROI

Ich zweifele ein wenig – ist es schwer oder leicht über die Tailwind App zu schreiben? – Das Werkzeug ist einfach ziemlich umfangreich und dafür, dass es Pinterest erst so kurz gibt gewaltig gut. Man kann damit die Engagement-Zahlen zu den eigenen Pins entsprechend verschiedener Zeitschnitte bekommen. Es ist möglich zu filtern. Das ist einfach toll und zeigt wohin die Reise gehen soll. Man sieht eben sehr schnell, welche Pins erfolgreich sind und welche nicht. Dies kann sogar abhängig vom Pin-Zeitpunkt analysiert werden. OK – es ist auch stark vom Zeitpunkt des Pinnens abhängig.

TailwindApp Engagement Zeitpunkte

TailwindApp Engagement Zeitpunkte

Die Entwickler wählen die mittlerweile für diesen Zweck übliche Darstellung – vielleicht kennen Sie diese im Zusammenhang mit Twitter aus SocialBro. Noch ist es nicht möglich europäische Zeitzonen zu wählen. Das wird mit zunehmender Aktivität von Pinterest ist Europa sicher bald kommen. Mir wurde gesagt, dass dieses mit einem der nächsten Updates kommen wird.

Möglich ist schon die Verknüpfung mit einer Google Analytics Property. Das sollte in den meisten Fällen ausreichend sein, um den ROI vom Pin an sich bis zu Käufen durchzumessen. Wenn man allerdings mehrere Websites betreibt und diese mit unterschiedlichen Properties misst, wäre die Verbindung mit mehreren Properties hilfreich. Auch dies kann ja noch kommen – es wurde wohl schon von einigen Kunden gewünscht.

 

TailwindApp Konkurrenzbeobachtung

Wie gesagt: Die TalwindApp hat schon ziemlich viel von dem drin, was man in den Social Media Analytics so braucht. Möglich ist ja an einigen Stellen deutlich mehr als bei der Analyse der eigenen Website. So können viele Daten auch für Wettbewerber analysiert werden. Das ist in der TailwindApp sehr leicht konfigurierbar und ziemlich gut gestaltet.

TailwindApp Benchmarks

TailwindApp Benchmarks

In der Abbildung können Sie sehen, wie cipr, Klaus Eck und ich eigentlich relativ einträchtig nebeneinender die Zahl von Pins aufbauen. Der Kollege Klaus Eck fällt etwas ab, dafür schließt Christian Müller, den Sie vielleicht von der Karrierebibel kennen, stark auf. Man kann das Ganze auch auf der Basis weiterer Kriterien – Followern, Repins, Likes und Kommentaren – analysieren. Viel spannender dürften für Unternehmen jedoch die Domain-Benchmarks sein. Darin wird gezeigt, wie stark von den Websites der Wettbewerber gepinnt wird.

Resümee

Die TailwindApp hat auch eine Nutzerverwaltung, man kann sich auch Reports per E-Mail zuschickten lassen (auch mit CSV-Anhang) und es gibt noch einige weitere Merkmale, die das Tool richtig erwachsen und andere kleinere Werkzeuge überflüssig erscheinen lassen.  Ich finde das Werkzeug richtig gut. Die 99 US$ für die Pro Version ist angemessen und lohnend für Unternehmen, die sich auf Pinterest engagieren. Das wir immer wichtiger, das Pinterest nun in der Werbemarkt einsteigt und sich schon große Markenartikler für Werbung auf Pinterest interessieren.

 

Ist das nicht nett was der Jeff Sauer da gebaut hat. Ich mag die Infografik gerne und bedanke mich höftlichst bei Jeff!

Periodic Table of Google Analytics
Courtesy of: Depth of Knowledge by Jeffalytics