Deutsche Social Networks: Freier Fall gestoppt? XING legt kräftig zu.

Der Rückgang der Nutzung/Visits der deutschen Social Networks hat sich im vergangenen Januar abgeschwächt. Es gibt, wie schon im Dezember 2011, einen strahlenden Gewinner: XING. Das Business Network legte stattliche 25,21 Prozent zu und musste damit im Verlauf der vergangenen 12 Monate lediglich einen Rückgang der Visit-Zahlen von 5,3 Prozent hinnehmen. Der Rückgang im Dezember von 10,88 Prozent war saisonal bedingt.

Entwicklung Jan. 12 Entwicklung 12 Monate
VZ Netzwerke

-2,13%

-77,83%

Lokalisten

3,80%

-67,57%

Wer-kennt-wen.de

-2,94%

-52,38%

StayFriends.de

-7,63%

-30,18%

XING

25,21%

-5,25%

Quelle: IVW (Online-Nutzungsdaten  – http://ausweisung.ivw-online.de/)

Der freie Fall der VZ Netzwerke scheint gestoppt. Mit einem Rückgang von nur 2,13 Prozent gegenüber Dezember 2011 liegt das Netzwerk noch immer knapp vor wkw.

Visit-Entwicklung deutscher Social Networks (Quelle: IVW)

Facebook Mobile Advertising: Mögliche mobile Werbeformen bei Facebook

Eigentlich ist es mir nicht wirklich aufgefallen: In den mobilen Applikationen von Facebook gibt es keine Werbung. Wenn man das Registration Statement analysiert und Worthäufigkeiten durchzählt, so bekommen „Advertising“ und „Mobile“ jeweils 123 Treffer. Knapp die Hälfte der Nutzer greift mobil zu.

Ich habe das Registration Statement nun einfach mal in eine „Tag Cloud“ umgesetzt. Das verschafft schon einen gewissen Überblick:

Schaut man sich die Wolke etwas näher an, so findet man für Advertising zwei weitere semantisch sehr naheliegende Begriffe „Advertisers“ und „Ads“. „Mobile“ taucht auch auf.

In meinem letzten Beitrag, habe ich analysiert, welche neuen Werbeformen Facebook wohl in den kommenden beiden Jahren einführen wird. Mobile hatte ich ausgeklammert. Nun ja – ich bin der Meinung, dass sich nach der Einführung der Sponsored Stories noch sehr viel mehr im Feed abspielen wird. Die Nutzer kennen dieses Verfahren. Der Feed ist auch nicht die Ergebnisliste einer Suchmaschine und so würde Werbung mehr ins Blickzentrum der Nutzer wandern.

Und siehe da: In den Mobil-Applikationen gibt es eigentlich nur noch den Stream – keine Navigation links oder rechts. Dieses mögliche Platzierungsfeld für Werbung fällt völlig weg. Das betrifft bisher sowohl Telefone als auch Tablets, die genug Fläche für eine entsprechende Spalte mit Werbung böten. Daneben gibt es noch einen Start Screen, der potenziell genug Fläche für Werbung hätte.

Damit haben wir drei Ansatzpunkte:

  • der Feed
  • der Start Screen
  • angepasste Applikationen für Tablets

Nach dem „Wo“ stellt sich die Frage nach dem „Was“ und „Wie“. Am wahrscheinlichsten wird es wohl sein, dass die „Sponsored Stories“ auch im Stream bei Mobil Applikationen erscheinen.

Intra Facebook Werbung

Nach meiner Einschätzung macht es darüber hinaus am meisten Sinn im Stream zunächst mit Werbeformen zu beginnen, die sich innerhalb von Facebook abspielen bzw. innerhalb der Applikation. Ein Verlassen der App wäre aus Sicht von Facebook im ersten Schritt kontraproduktiv, weil Nutzer für weitere Nutzungsvorgänge verloren gingen. Das würde heißen, dass Werbung, dies bisher auf der Website in der rechten Randspalte platziert ist und keine externen Links enthält in den Feed integriert wird.

Werbeformen mit externen Links im Stream

Mobile Werbeformen wurden immer wieder mit Location Based Services in Verbindung gebracht. Nun gibt es schon Dienstleister, die hier tätig sind. Google besitzt mit AdMob wohl den größten Dienstleister weltweit. Facebook wird hier sicher nicht zu einem Vermarkter gehen oder selbst etwas entwickeln. Sollte Facebook sich im Bereich Websites entschließen ein Network vergleichbar Googles AdSense aufzubauen, dann wäre es nur naheliegend, dass für Mobile ein Dienstleister gekauft würde. Genug Geld hierfür dürfte durch den Börsengang ja in der Kasse sein. Über eine ausreichende Datenbasis verfügt Facebook mit bald einer Milliarde Nutzer bereits – und die Hälfte davon greift bereits mobil auf das Netzwerk zu.

Keine große Inspiration?

Supertoll und neu wäre dieses Vorgehen nicht – muss es auch nicht sein. Es wäre aus meiner Sicht die konsequente Ausnutzung von Potenzialen, die sich aus einer großen Netzwerk-Nutzerschaft ergeben. Google wurde für Google+ nach einigen gescheiterten Versuchen mit anderen Netzwerken auch vorgeworfen nicht sonderlich innovativ zu sein. Allerdings wurden mit Google+ eben die zur Verfügung stehenden Potenziale gebündelt. Genau das würde Facebook auch machen, wenn es über entsprechend in die Mobile Online-Werbung einsteigen würde. Es wäre in diesem Fall nur nicht der Vorreiter.

Welche neuen Werbeformen wird es bei Facebook nach dem Börsengang geben?

Facebook geht an die Börse und beginnt schon jetzt zu zeigen, was noch auf seine Kunden zukommt. Sponsored Stories wurden bereits eingeführt und für die Werbefreiheit von Pages muss demnächst wahrscheinlich bezahlt werden. Hier schreibe ich ein wenig über die Möglichkeiten, die ich sonst noch sehe.

Das Netzwerk wird bald 1 Mrd. Nutzer haben. Schnelle Abwanderungsbewegungen sind nicht zu erwarten. Zu erwarten ist allerdings, dass Facebook auf der Einnahmenseite in den nächsten Monaten kräftig arbeiten wird. Grund genug etwas genauer danach zu schauen, welche Optionen das Unternehmen in den kommenden Monaten angehen wird. Etwa fünf Sechstel der Einnahmen kamen in Q IV/2011 aus Werbung (Quelle: IPO-Prospekt bei der SEC):

So verwundert folgende Formulierung aus dem Prospekt kaum:

Our Advertising Market Opportunity

Advertisers’ objectives range from building long-term brand awareness to stimulating an immediate purchase. We offer advertising solutions that are designed to be more engaging and relevant for users in order to help advertisers better achieve their goals. Facebook’s combination of reach, relevance, social context, and engagement gives advertisers enhanced opportunities to generate brand awareness and affiliation, while also creating new ways to generate near-term demand for their products from consumers likely to have purchase intent. According to an industry source, total worldwide advertising spending in 2010 was $588 billion. Our addressable market opportunity includes portions of many existing advertising markets, including the traditional offline branded advertising, online display advertising, online performance-based advertising, and mobile advertising markets.
Advertising on the social web is a significant market opportunity that is still emerging and evolving. We believe that most advertisers are still learning and experimenting with the best ways to leverage Facebook to create more social and valuable ads.

Tja – und was wollen sie machen? – Neue „Ad Products“:

Improve Ad Products for Advertisers and Users. We plan to continue to improve our ad products in order to create more value for advertisers and enhance their ability to make their advertising more social and relevant for users. Our advertising strategy centers on the belief that ad products that are social, relevant, and well-integrated with other content on Facebook can enhance the user experience while providing an attractive return for advertisers. We intend to invest in additional products for our advertisers and marketers while continuing to balance our monetization objectives with our commitment to optimizing the user experience.

We intend to invest in additional products for our advertisers and marketers, such as our recent introduction of sponsored stories in News Feed, while continuing to balance our monetization objectives with our commitment to optimizing the user experience. We also continue to focus on analytics and measurement tools to evaluate, demonstrate, and improve the effectiveness of ad campaigns on Facebook.

Einen ersten Schritt in Richtung neuer Werbeprodukte wurde bereits im Januar getan. Die sogenannten „Sponsored Stories“ konnten im News Feed platziert werden können.

Hier der vollständige Prospekt:

Neue Werbeprodukte

Eine Frage, die sich hier stellt, ist doch, ob Facebook nicht auch in naher Zukunft Geld für höhere Platzierungen im Feed verlangen wird, sollten die Nutzer Sponsored Stories akzeptieren, wäre das aus meiner Sicht der folgende Schritt: Wer oben stehen will muss bezahlen. Sicher – auch hierbei wird Facebook vorsichtig sein müssen. Folgen kann der Schritt schon. Es gibt den EdgeRank und den GraphRank, als Positionsmaß für Meldungen im Feed. Anders als bei der Ergebnisliste einer Suchmaschine sind aus meiner Sicht Eingriffe durchaus denkbar. Ebenso gehe ich davon aus, dass Unternehmen bereit sind, für eine verbesserte Positionierung im Feed zu bezahlen.

Bisher wurde auf Facebook kaum „Unterbrecherwerbung“ platziert – also beispielsweise Anzeigen in Fotoalben, Display-Anzeigen im Feed, Spots vor dem Abspielen von Videos.

  • Fotoalben
    Hier könnten Anzeigen sowohl in Albumübersichten als auch beim Durchblättern gezeigt werden. Das würde Nutzer behindern, stören und wohlmöglich Reaktanzen hervorrufen. Bisher wurde eine solche Werbeform auf anderen Plattformen kaum genutzt. Ohne vorherige Nutzererfahrung ist die Einführung schwierig. Ich gehe von einer geringen Wahrscheinlichkeit für Werbung in Fotoalben aus.
  • Display-Anzeigen im Feed
    Die Anzeigen in der rechten Spalte der Website sind zwar sehr zielgruppenspezifisch (wenn sie so gebucht werden), haben jedoch geringe Klickzahlen. Das liegt einerseits daran, dass die Nutzer bei Facebook nicht auf der Suche nach Produkten etc. sind. Sie scannen ihren Stream. Die Anzeigen liegen andererseits außerhalb des Blickzentrums. Deshalb liegt es nahe, diese zentraler zu positionieren. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist relativ hoch, da es mit den Sponsored Stories schon erste Ansätze gibt und die Nutzer solche Anzeigen von News-Websites bereits kennen und akzeptieren.
  • Spots vor dem Abspielen von Videos
    Diese Werbeform kennen die Nutzer bereits. Beliebt ist sie sicher nicht und hinsichtlich der generellen Akzeptanz zu hinterfragen. Bei Facebook sind solche Spots aus einem anderen Grund eher unwahrscheinlich: Der Großteil des eingebundenen Materials kommt von fremden Anbietern (z.B. YouTube, Vimeo etc.), die mitunter selbst Werbung vorschalten.
Gehen wir also davon aus, dass Facebook weitere Werbeformen im Stream platzieren wird. Viel näher liegt jedoch ein ganz anderes Werbekonzept, mit dem Facebook den Wettbewerber Google angreifen könnte:
  • Facebook platziert Werbung auf Fremdseiten
    Neben der Werbung auf seinen eigenen Websites platziert Google Anzeigen auf Fremdseiten. Warum sollte Facebook das nicht auch machen? – Social PlugIns werden doch auch ausgesprochen häufig platziert und so könnten die Betreiber der Websites auch noch ein paar Cent verdienen. Auf Auswertung des Content, die Google anfänglich dafür benötigte, kann verzichtet werden: Das Targeting kann über eine Klassifizierung der Seiten hinsichtlich Besuchergruppen erfolgen. Das heißt, dass Facebook das Targeting nicht individuell hinsichtlich eines Cookie durchführen wird – dabei würde das Unternehmen zu viel Ärger mit Datenschützern riskieren. Aus meiner Sicht wird Facebook zunächst die potenzielle Demographie einer Website messen – wie dies auch Google tut – und entsprechend Anzeigen platzieren.
    Gleich ob es nun genau dieses Vorgehen ist oder nicht – ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass Facebook innerhalb der kommenden beiden Jahre versuchen wird, Anzeigen für Kunden auf fremden Websites zu platzieren.

Pages

Facebook Pages sind grundsätzlich kostenlos, allerdings kann auf den Pages dann auch Werbung gezeigt werden. Bei Pages des ZDF darf dem nicht so sein, die Rundfunkgesetzgebung erlaubt dies nicht, deshalb gab es eine entsprechende Vereinbarung hinsichtlich der Werbefreiheit mit Facebook. Nun will sich Facebook die Werbefreiheit bezahlen lassen. Weiter erstaunlich ist dies nicht: Gebühren für Werbefreiheit sind bei Medienprodukten durchaus üblich, warum sollte Facebook dafür also kein Geld verlangen? – Es ist wie häufig im Internet: Es gibt eine kostenlose Basisversion und wenn man etwas mehr haben möchte, muss man bezahlen. Neben der schon üblichen Bezahlung für Werbefreiheit, die es beispielsweise auch bei WordPress gibt, sind noch weitere Schritte denkbar. Um beim Beispiel WordPress zu bleiben, könnten dies auch spezielle Layouts sein, die kostenpflichtig sind. Anders als WordPress wird Facebook hier wohl eine etwas andere Preisvorstellung haben. Twitter möchte beispielsweise für aufgehübschte Layouts, die demnächst eingeführt werden, US$ 25.000 haben.

Ich gehe davon aus, dass es bald eine Preisliste für Zusatzleistungen im Bereich der Pages geben wird. Die entsprechenden Leistungen müssen auch schon an anderer Stelle bezahlt werden und wirken sich kaum negativ auf die Nutzer-Erfahrung aus.

Mobile fehlt noch. Hier möchte Facebook auch stärker aktiv werden. Dazu schreibe ich bei Gelegenheit etwas.

Update (22.2.2012

So schlecht war die Analyse garnicht. Hier der Facebook Ads Guide:

Der Google-Anzeigenvorgaben-Manager: Targeting nach Demographie & Interessen möglich

Google erfasst anonym Interessensprofile und zeigt Anzeigen entsprechend dieser Interessensprofile an. Wie dies funktioniert erklärt Google auf seiner Website:

Fallbeispiel Maria

Maria verbringt Ihre Freizeit am liebsten mit Gartenarbeit. Mit der interessenbezogenen Werbetechnologie von Google werden Maria, die eine Vielzahl an Websites zum Thema Gartenarbeit aufruft, relevantere Anzeigen zu diesem Thema angezeigt. So funktioniert es:

(1) Besucht Maria Websites und schaut sich Videos im Google Display-Netzwerk an, speichert Google in ihrem Browser eine Zahl (mit einem „Cookie“). Dadurch „erinnert“ sich der Browser an Marias Aufrufe. Diese Nummer könnte beispielsweise „114411“ sein.
(2) Da sich viele der von Maria aufgerufenen Websites auf das Thema Gartenarbeit beziehen, wird die Zahl 114411 der Kategorie „Hobbygärtner“ zugeordnet. Falls diese Websites überwiegend weibliche Besucher haben (dies wird anhand von bei Website-Besuchen gesammelten Umfragedaten ermittelt), kann die Zahl 114411 der ermittelten demografischen Kategorie „Weiblich“ zugeordnet werden.
(3) Aus diesem Grund werden Maria beim Aufrufen von Websites, die Teil des Google Display-Netzwerks sind, mehr für Hobbygärtner und Frauen relevante Anzeigen angezeigt.

Und tatsächlich: Vorhandene Angaben aus Google+ werden hierzu anscheinend nicht genutzt. Das verwundert schon ein wenig. Googles Wettbewerber Facebook benutzt diese Daten, hat aber auch nicht wirklich eine andere Möglichkeit. Die Versicherung auf der Website keine personenbezogenen Daten zu nutzen stimmt offensichtlich. Die einzige Verbindung zwischen den Profildaten und Nutzungsvorgängen ist der Cookie, den Google auf der Seite in Klartext anzeigt.

Sicher – wenn man etwas länger darüber nachdenkt, auf welcher Basis Google wohl eine Schätzung über das Alter eines Nutzers abgibt, dann kommt man unweigerlich auf die Altersangaben aus den Google+ Profilen. Werden aus den damit verbundenen und analysierten Nutzungsvorgängen Heuristiken abgeleitet? – Die Vermutung liegt recht nahe.

Nach Angaben von Google werden die Cookies nicht zwischen verschiedenen Browsern synchronisiert, was für Maria aus obigem Beispiel wirklich unangenehm ist, sollte sie das Feature lieben. Sie müsste tatsächlich ihr Profil für jeden Browser einzeln pflegen. Hier sollte datenschutzkonform nachgebessert werden. Wobei ich hier nicht nur Google in der Pflicht sehe. Auch der Bundes- und die Landesdatenschutzbeauftragen sollten hier Vorschläge machen.

Gleichzeitig wird das darauf basierende Targeting ungenauer, wenn der Browser von mehreren Personen benutzt wird. Das lässt sich nicht vermeiden und stellt nicht wirklich einen gravierenden Nachteil gegenüber den Methoden der Offline-Welt dar.

Bei meinen Test war dem auch so, dass keine Synchronisation von Cookies stattfand. Nach etwa zwei Tagen hatte Google für mich folgende Profilinformation gesammelt:

Mein Geschlecht wurde richtig bestimmt. Mein Alter nicht. Ich wurde erheblich jünger gemacht – das ehrt. Vielleicht ist es ja mein psychologisches Alter. Ob dies der Erzielung höherer Werbeeinnahmen förderlich ist, möchte ich nicht beurteilen. Zudem kann ich unangenehme Werte entfernen oder selbst welche hinzufügen. Ich könnte mich, wenn mir danach ist, auch älter machen.

Nach dem Klick auf „Kategorie hinzufügen“ erscheint folgendes Fenster:

Bisher können die Nutzer in folgenden Kategorien editieren:

  • Autos und Fahrzeuge
  • Beruf und Ausbildung
  • Bücher und Literatur
  • Computer und Elektronik
  • Essen und Trinken
  • Finanzen
  • Gesetz und Regierung
  • Haus und Garten
  • Haustiere und wild lebende Tiere
  • Hobbys und Freizeitbeschäftigungen
  • Immobilien
  • Internet und Telekommunikation
  • Kunst und Unterhaltung
  • Mensch und Gesellschaft
  • Nachrichten
  • Naturwissenschaften
  • Online-Communitys
  • Orte der Welt
  • Referenz
  • Reisen
  • Schönheit und Fitness
  • Shopping
  • Spiele
  • Sport
  • Unternehmen und Industrie
  • Demografische Merkmale

Nach meiner Einschätzung sollte der Markt damit umfänglich abgedeckt sein. Ob der Durchschnittsbüger versteht was mit demographischen Merkmalen gemeint ist, sei dahingestellt. Angeben kann er, wenn er die Kategorie anklickt Alter und Geschlecht. Überbewerten sollte man dieses Label auch nicht. Google scheint den Nutzern Alter und Geschlecht sehr schnell zuzuweisen. Dann erscheinen diese schon vorher ohne das Label.

Gestolpert bin ich auch über den Begriff „Referenz“. Gemeint sind z.B. Bibliotheken, Nachschlagewerke, Formulare.

Insgesamt sieht die Skala schon ganz gut und brauchbar aus. Es fragt sich lediglich inwieweit tatsächlich Eingriffe durch die Nutzer stattfinden. Die Hauptform der Füllung der Kategorien wird automatisiert erfolgen, wie die aus dem Behavioral Targeting bekannt ist. Allerdings hat der Nutzer dabei keine Möglichkeit sein Profil zu editieren. Google erlaubt natürlich auch den Opt-out.

Hier noch das Beispiel für die innere Gliederung einer Kategorie:

Sport

  • Einzelsportarten
    • Golf
    • Gymnastik
    • Kegeln und Bowling
    • Lauf- und Gehsport
    • Leichtathletik
    • Radfahren
    • Schlägersportarten
      • Tennis
    • Skate-Sportarten
  • Extremsportarten
  • Fantasy Sports
  • Hochschulsport
  • Internationale Sportwettbewerbe
    • Olympische Spiele
  • Kampfsport
    • Boxen
    • Kampfkunst
    • Wrestling
  • Mannschaftssportarten
    • American Football
    • Baseball
    • Basketball
    • Cheerleading
    • Fußball
    • Handball
    • Hockey
    • Kricket
    • Rugby
    • Volleyball
    • Motorsport
  • Sport-Training
  • Sportartikel
    • Sportandenken
  • Wassersport
  • Wintersport
    • Eislaufen
    • Ski- und Snowboardfahren

Was erfasst und gezielt angesprochen werden kann ist also schon recht granular. Es bleibt abzuwarten inwieweit das System den Werbeerfolg steigert und bei der Positionierung gegenüber Facebook hilft, bei dem entsprechend der angegebenen Merkmale gebucht werden kann.

In der deutschen Hilfe habe ich hierzu noch ausreichende Erläuterung gefunden. Entsprechende Zählungen sind über den DoubleClick AdPlaner möglich. Auf Google.com werden dann auch viele Targeting-Optionen genannt. Die hier beschrieben Daten fallen in die Kategorien „Interest“ sowie „Demographic“.

Der DoubleClick AdPlaner zeigt die Verwendung der Daten:

Zusätzlich werden noch Affinitätswerte für Werbeträger genannt – selbstverständlich auch die zu erwartenden Kontaktzahlen. Hierfür werden Impressions und Unique Users genannt. Unter Unique Users sollte wohl die Zahl der Cookies verstanden werden.

Google Erläuterung zum „Einzelnen Nutzer“ (Unique Users):

Ein einzelner Nutzer oder Browser, der eine Website aufruft oder für den einzelne Inhalte oder einzelne Anzeigen geschaltet werden. Wird auch als einzelner Besucher bezeichnet.

Für die Werbungtreibenden ist dies alles sehr vorteilhaft und angenehm. Um die Anwendung zu testen ist ein Google-Konto ausreichend.

Nutzung des Internet an Notebooks und Desktop-Computern geht durch Smartphones zurück

In Europa und Japan ja, in den USA nein. Das zeigt zumindest eine Google Studie, die von IpsosCT (Deutschland) durchgeführt wurde. In Deutschland nutzen innerhalb nur eines halben Jahres 7,5 Prozent der Smartphone-Besitzer ihren PC oder ihr Notebook täglich.

Google-Studie zur Smartphone-Nutzung in den USA, UK, Frankreich, Deutschland & Japan

In den USA, UK, Frankreich, Deutschland und Japan wurden jeweils 2.000 Personen (18 Jahre und älter) im Rahmen eines CATI befragt. Es gab 2 Befragungsphasen (Jan./Feb. 2011 & Sept./Okt. 2011). So ist anzunehmen, dass es pro Land und Phase 1.000 Befragte gab. Wie sie in obiger Abbildung sehen können, wurden selbst die Fallzahlen für die Zellen kommuniziert. Ich finde das erfreulich und erstaunlich. In vielen anderen Fällen muss man an dieser Stelle spekulieren.

Die Ergebnisse sind schon ein recht starker Indikator dafür, dass die Nutzung von Desktop-Coputern und Notebooks in den kommenden Jahren zurückgehen wird. Viele Funktionen – wie E-Mails Schreiben, Nutzung von Social Media-Plattformen, online Einkäufe, Radiohören oder Fernsehen werden durch Smartphones, Tablets oder andere Geräte substituiert werden.

Das Ergebnis an sich ist nicht weiter erstaunlich. Erfreulich ist allerdings, dass es durch die Studie von Google einen emprischen Beleg gibt. Die vollständigen Ergebnisse der Studie sind bei The Verge zu finden.

Google+ Nutzerzahlen für Deutschland

Mit plusdemographics.com steht eine neue Quelle hinsichtlich Zahl und Demographie der Deutschen Google+ Nutzerschaft zur Verfügung. Es sind jetzt – im Januar 2012 – knapp 2 Millionen Accounts, die gemessen wurden.

Die Zahl an sich wird dabei sicher noch mit Fehlern behaftet sein, aber schon relativ nahe an die tatsächliche Zahl der Accounts bzw. Nutzer heranreichen. Deshalb zunächst zur Methode. plusdemographics.com hat etwa 45 Millionen öffentliche Accounts gecrawlt und auf diesem Web die Informationen gewonnen. Hier die Methodenbeschreibung:

We have been tracking public profiles on Google+ since even before its public launch in summer of 2011. With a sense of modesty, we’ve become somewhat of an unofficial authority on this social network.

In January 2012, we crawled and indexed just over 45 million public Google+ profiles (45,015,599 to be exact). This dataset forms the basis of the report you’ve just read.

A statistically relevant number of users had provided data, such as Gender, Location and Relationship Status, in their public profiles. We then used these data to extrapolate to the full Google+ population. One of the more difficult challenges we faced was the fact that the data in these fields were „free form“ and unstructured. We were able to normalize it for most of the fields to a degree of accuracy with which we are comfortable.

Age Range, while not a specific field found in profiles, was determined across the Google+ population by assuming that users had begun college at the age of 18. By working backward, or forward as it were, we calculated the user’s current age based on the start of their freshman year.

Wichtig: Durch Carwling werden Account-Zahlen gemessen, diese werden mit der Zahl der aktiven Nutzer in Relation gesetzt. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass beide Strukturen – also Accounts und aktive Nutzer – hinsichtlich der interessierenden Parameter gleich verteilt sind. Wenn dem so ist, können Aussagen hinsichtlich Nutzerzahl und Demographika getroffen werden.

Beachten sollte man den Satz hinsichtlich der statistisch relevanten Zahl von Nutzern. In nicht allen 45 Millionen Accounts sind die in die Auswertung eingehenden Variablen ausgefüllt. Einzig das Geschlecht ist ein Wert der auszufüllen ist (Drop-down) und als Default-Wert öffentlich gezeigt wird. Dabei können sich die Nutzer allerdings auch auf den Wert „Sonstiges“ zurückziehen, was ein Anteil von unter 5 Prozent macht. Wir dürfen also beruhigt davon ausgehen, dass drei Viertel der Nutzerschaft männlich und ein Viertel weiblich ist.

Geschlechterverteilung deutscher Google+ Nutzer (Angabe "Sonstige" möglich)

Hinsichtlich der weiteren Variablen wird es schwierig. Unter Verwendung der Crawling-Methode können lediglich die von den Nutzern als öffentlich eingestuften Informationen in die Auswertung eingehen. Viele der Informationen sind per Default auf „öffentlich“ eingestellt, die Nutzer müssen diese allerdings nicht ausfüllen. Wenn weitere Information eingetragen werden, wie beispielsweise „ich suche“, dann können diese einen anderen Status (z.B. „Kreise“) bekommen und sie gehen nicht in die Auswertung ein. Dennoch dürften die Ergebnisse hinsichtlich des Beziehungsstatus recht valide sein: 35 Prozent Single, 30 Prozent verheiratet.

Noch schwieriger wird es, wenn es Freitextfelder gibt, die auszufüllen sind. Bei den Wohnorten werden relativ wenige Fehler auftreten, bei Arbeitgebern schon eher (z.B. Bundeswehr, Army, Luftwaffe).

Wir sollten an dieser Stelle damit zufrieden sein, dass wir einen einigermaßen brauchbaren Wert für die Nutzerzahlen von Google+ bekommen und wissen, welche Geschlechterverteilung vorliegt.

Google Plus: 90 Millionen aktive Nutzer

Anscheinend kam es zu etwas Verwirrung hinsichtlich eines Satzes, den Larry Page im Rahmen einer Quartalskonferenz am 19.01.2012 nannte. Deshalb hier das Zitat:

I’m also pleased to announce that there are over 90M Google+ users — well over double what I announced just a quarter ago on our earnings call. Engagement on + is also growing tremendously. I have some amazing data to share there for the first time: +users are very engaged with our products — over 60% of them engage daily, and over 80% weekly.

Es handelt sich dabei um die gesamte aktive Nutzerschaft. Es sind also „weltweit“ Zahlen, die nicht den von den für die USA ermittelten Zahlen von compete.com wirklich widersprechen. Für die USA wurde wurden von compete für den Dezember 2011 etwa 20 Millionen Nutzer gemessen.

Nimmt man die derzeitige Nutzerschaft von Facebook als Maßstab – also 800 Millionen, von denen 170 Millionen in den USA beheimatet sind (das heißt, dass etwa 21 Prozent der Nutzer in den USA leben). Geht man nun davon aus, dass die Verteilung für Google Plus ähnlich ausschaut, dann ermittelt man etwa 94 Millionen Nutzer.

Sicher – das ist eine Rechenweise über die man diskutieren kann. Schließlich sind Google und Facebook nicht in allen Ländern gleich stark. Als Richtschnur sollte das jedoch reichen.

Wir können also davon ausgehen, dass Google+ 54 Millionen tägliche Nutzer hat und wöchentlich 72 Millionen.

Das Argument, dass bei Google+ auch Nutzer mitgezählt werden die nur ein „+1“ vergeben oder lurken, trifft die Nutzerzahlen von Facebook in gleichem Maße.

Reichweite Google+: Plus 40 Prozent Visitors im Dezember 2011

  • Google legt im Dezember knapp 40 % zu
  • Facebook gewinnt 5,36 %
  • Flickr verliert wiederum stark: -5,90 %
  • Saisonaler Verlust bei LinkedIn?
  • Pinterest legte um 61,75 % zu

An anderer Stelle wurde von gewaltigen Zuwächsen von Google+ im Dezember berichtet. Stimmt – Google hat im vergangenen Dezember in den USA entsprechend der Daten von compete.com um etwa 40 Prozent gegenüber dem November zugelegt. Das ist schon ein gewaltiger Zuwachs von 5,7 Millionen Unique Visitors. Facebook hat 5,36 Prozent Unique Visitors gewonnen. Das sind absolut 8,7 Millionen. Das Network hat also absolut mehr Nutzer gewonnen als Google+. Die Saison mag beide bereichert haben und man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein. Auch Twitter hat mit einem Plus von 5,12 Prozent auch ein recht gutes Ergebnis hingelegt. Allerdings erscheint es aufgrund der absoluten Entwicklung bei Google, im Laufe des Jahres den zweiten Rang der unten genannten Social Networks zu verlieren. Google wird die Position wohl spätestens im Herbst dieses Jahres einnehmen.

Unique Visitors Nov. 2011 Dec. 2011 Dev. abs. Dev. %
Facebook

162.845.614

171.581.636

8.736.022

5,36%

Google+

14.302.394

20.003.731

5.701.337

39,86%

Twitter

38.444.075

40.411.065

1.966.990

5,12%

Pinterest

4.456.402

7.208.409

2.752.007

61,75%

MySpace

21.439.161

21.058.546

-380.615

-1,78%

LinkedIn

25.083.232

24.444.383

-638.849

-2,55%

Flickr

18.088.563

17.020.801

-1.067.762

-5,90%

Photobucket

17.102.891

17.343.563

240.672

1,41%

Quelle: compete.com

Den stärksten relativen und absolut zweitstärksten Zuwachs hatte übrigens Pinterest.com.  Mit nun 7,2 Millionen Visitors nimmt der bildorientierte Dienst zwar noch keine Spitzenposition ein, die Wachstumsraten lassen jedoch noch einiges erwarten.

Der Rückgang bei MySpace hat sich verlangsamt. Das Minus liegt unter zwei Prozent. Dagegen ist Flickr mit einem Verlust von 5,90 Prozent der Verlierer des Monats. Photobucket hat sich dagegen leicht erholt.

Ob LinkedIn nur saisonal verliert oder ob der  Verlust in zwei aufeinanderfolgenden Monaten von einer Abwanderungsbewegung in Richtung Google+ rührt, lässt sich aufgrund der Datenlage derzeit nicht sagen. Die nächsten Monate werden hier aufschlussreich sein. Wenn sich die Entwicklung bei Google+ fortsetzt und sich die Entwicklung bei LinkedIn nicht umkehrt, wird es im Januar wohl von Google+ überholt.

Hier noch die zugehörigen Abbildungen von compete.com:

Deutsche Social Networks verlieren im Dezember weiter Traffic!

Die Nutzung der deutschen Social Networks ist im vergangenen Dezember abermals rückläufig. Lediglich StayFriends kann einen Nutzungszuwachs verbuchen – kräftige 24,7 Prozent. Alle anderen Netzwerke verlieren an Nutzung. Dabei verläuft die Entwicklung bei den VZ Netzwerken weiterhin dramatischer als bei den übrigen Networks. Allein im Dezember ging die Nutzung um knapp 9,9 Prozent zurück – im Jahresverlauf um 78,2 Prozent. Wer kennt wen hat sich im Dezember gehalten.

Entwicklung Dez. 11 Entwicklung 2011
VZ Netzwerke

-9,11%

-78,21%

Lokalisten

-7,33%

-69,71%

Wer-kennt-wen.de

-0,40%

-50,92%

StayFriends.de

24,74%

-22,65%

XING

-10,88%

-12,74%

Quelle: IVW (Online-Nutzungsdaten  – http://ausweisung.ivw-online.de/)

Facebook-Nutzer sind nicht gleich Facebook-Accounts – weniger als 20 Millionen Facebook Nutzer in Deutschland

Zum Jahresbeginn wurde in der Presse und in Blogs ein Wert von 22 Millionen aktiven Facebook-Nutzern kommuniziert. Die Zahlen kommen aus dem Facebook-Werbetool. Es handelt sich dabei allerdings um einen Wert für die aktiven Accounts bei Facebook und nicht um die aktiven Nutzer. Ein Nutzer kann über mehrere Accounts verfügen. Der wirkliche Wert liegt unter 20 Millionen.

Die Gründe für multiple Identitäten können ganz unterschiedlicher Natur sein. Im simpelsten Fall handelt es sich um Personen, die aus privaten Gründen zwei oder mehr Accounts haben möchten.

Zudem gibt es “professionelle” Gründe, eine Vielzahl von Accounts zu pflegen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Accounts die von Agenturen betrieben werden, um bei Gewinnspielen teilzunehmen. Mitunter wird für die Zahl der registrierten Adressen bezahlt und die Dienstleister manipulieren schlichtweg.

Agenturen oder Unternehmen züchten sich jedoch auch gerne virtuelle Facebook-Identitäten, um die Kommunikation mit ihren Posts in einem möglichst positiven Licht erscheinen zu lassen.

Das ist jedoch nicht der einzige Grund: Die von Facebook genutzten Edge- und GraphRanks. In diesem Zusammenhang werden Beiträge bei der Anzeige in der Pinnwand bevorzugt, die rasch viele Interaktionen aufweisen können.

Ich gehe von einem Anteil von mindestens zehn Prozent aus. Es sollten also unter 20 Millionen in Deutschland lebende Menschen sein, die Facebook nutzen. Werden die Zahlen nicht nach unten korrigiert, so sind diese nicht mit Befragungsdaten vergleichbar.