Der Facebook News Feed – Implikationen?

Während der vergangenen Tage konnte man einiges zum Facebook News Feed und der Ablösung des „Edge Rank“ lesen. Unterschwellig konnte man schon eine gewisse Angst in manchen Beiträgen spüren: Muss man sein Verhalten ändern? Wird vielleicht die langfristig abgestimmte Facebook Content-Strategie auf den Kopf gestellt?

Aus meiner Sicht wählt Phillipp Roth von allfacebook.de eine passende Überschrift: „Qualitätsoffensive im Newsfeed„. Es geht Facebook darum, den Feed für die Nutzer möglichst attraktiv zu gestalten. Nur wenn dem so ist, bleibt die Nutzung auf einem hohen Niveau.

Jetzt (am 27. August 2013) kamen auch noch neue Gewinnspiel-Richtlinien dazu, die den Feed betreffen – auffällig.

Relevanzfilter notwendig

Facebook braucht Relevanzfilter, so wie Google diese für seine Result Pages benötigt. Es müssen Relevanzstrukturen geschaffen werden, die den Nutzern logisch erscheinen und einen spannenden Feed hervorbringen. Durch die bisher genutzte einfache Filterung wurden Bilder bevorzugt und Postings, die schnell viel Engagement hervorbringen. Das führte einerseits zu einer gewissen Homogenisierung im Feed, andererseits wird das Werbeumfeld dadurch weniger attraktiv.

Ein Handlungszwang entstand: Wenn es einfach ist, einem Posting eine hohe Reichweite zu verschaffen, dann machen das Unternehmen und Agenturen so. Wenn es unkompliziert ist, eine hohe Position auf einer SERP zu bekommen, dann machen Unternehmen das einfach so. Facebook ist an dieser Stelle ebenso wie Google ein ökonomisch denkendes Unternehmen. Es  kann diese Position im Feed nicht über ganz einfache Mechanismen erreichbar werden lassen – der Feed muss auch Werbeschaltungen provozieren. Gleichzeitig muss er für die Nutzer attraktiv sein, so dass die Nutzungsintensität mindestens gleich bleibt.

Facebook In Feed-Werbung
Facebook In Feed-Werbung

Die Frage, die sich Unternehmen stellen werden: Was müssen wir jetzt tun? Auch hier hat allfacebook.de die (fast) richtige Antwort:

Es ändert sich für Unternehmen eigentlich rein gar nichts. Wer “gute” Inhalte produziert, erreicht mehr Fans. Wer “irrelevante” Inhalte produziert, erreicht nicht so viele Fans.

Kurzfristig stimmt das auf jeden Fall. Mittelfristig muss natürlich analysiert werden, welche Faktoren es nun wirklich sind, die dafür sorgen, dass ein Beitrag eine hohe Reichweite und hohes Engagement erzielt. Hierfür sind die von Facebook genannten Faktoren natürlich hilfreich:

  • Is this timely and relevant content?
  • Is this content from a source you would trust?
  • Would you share it with friends or recommend it to others?
  • Is the content genuinely interesting to you or is it trying to game News Feed distribution? (e.g., asking for people to like the content)
  • Would you call this a low quality post or meme?
  • Would you complain about seeing this content in your News Feed?

Wie der Feed genau funktioniert, wird Facebook sicher nicht verraten. Während beim Edge Rank wenig gesagt wurde und deshalb die Verwirrung groß war, scheint es beim neuen Verfahren umgekehrt zu sein: Die Verwirrung ist groß, weil viele Faktoren genannt werden und man weiß nicht so genau, welche nun wirklich wichtig sind. BTW – es sind natürlich nicht 100.000, wie verschiedentlich berichtet wurde. Das können nur Ausprägungen und nicht Parameter sein. Mindestens einer davon wird Gewinnspiele betreffen.

Veränderungen im Feed prüfen

Man wird zweifellos innerhalb der kommenden Wochen Veränderungen im Feed erkennen und möglicherweise Content-Formate bzw. Vorgehensweisen anpassen müssen. Und – daran soll wahrscheinlich aus Facebooks Sicht kein Weg vorbeiführen – man wird als Betreiber von Pages mehr Geld für Werbung ausgeben müssen. Lohnend erscheinen da vor allem Gewinnspiele. Natürlich muss Facebook die Gewinnspiel-Richtlinie lockern, damit es eine Objektklassen gibt, die Unternehmen gerne bewerben. Seinen wir also gespannt!

Sommerentwicklungen? Social Network-Reichweiten in den USA

So alle zwei bis drei Monate sehe ich mir die Reichweiten der Social Networks in den USA an – damit meine ich die Unique Visitors, die compete.com ausweist. Dabei gibt es eigentlich selten wirkliche Überraschungen. Zuletzt hab ich geschaut, was mit den Zukäufen von Marissa Mayer so passiert – bzw. nach dem Relaunch von Flickr (grüne Linie in der folgenden Abbildung).

Reichweiten Social Networks USA (Quelle: compete.com)
Reichweiten Social Networks USA (Quelle: compete.com)

Nachdem es für Flickr anfangs nicht gut aussah und der Relaunch nicht anzuschlagen schien, hat die Fotoplattform in den vergangenen beiden Monaten rund 13% zugelegt. Alleine auf die Urlaubszeit auf der Nordhalbkugel sollte das nicht zurückzuführen sein. Der Zuwachs ist bedeutend stärker als bei Instagram.

Bei Pinterest und Google+ ist nicht viel passiert. Beide halten sich wacker mit über 30 Millionen Unique Usern.

Stürzt Twitter ab?

Ach ja – wenn Sie Facebook in der Abbildung vermissen – das Supernetzwerk schwebt seit langer Zeit beständig über allem – mit derzeit etwas über 163 Millionen Nutzern monatlich. Nachdenken sollte man allerdings über Twitter. Mit einem Verlust von 13% Reichweite in den vergangenen sechs Monaten sieht es nicht gut aus. Es mag ja sein, dass Twitter mit anderen Applikationen genutzt wird als direkt auf der Website – dafür würden Belege benötigt. So wie es gerade ausschaut, scheint die Reichweite stetig zu schwinden. Wenn sich die Entwicklung so fortsetzt, liegt der Microblogging-Dienst noch vor Weihnachten hinter Google+ und Pinterest.

Den Vogel abgeschossen hat MySpace im Juli: Mit einem Anstieg von 115% im Monatsverlauf scheint ein Aufschließen in die zweite Reihe der Social Networks plötzlich wieder möglich.

Das Pinterest Buch: Ein Guide für visuelles Social-Media-Marketing

Darum geht es im Pinterest Buch:

  • Bilder im Netz sammeln, sortieren und wiederfinden
  • Zahlreiche Tipps für attraktive Boards und nützliche Zusatztools
  • Vom Social Bookmarking zum visuellen Social-Media-Marketing für Unternehmen

Aus dem Inhalt des Pinterest Buchs

  • Was ist Pinterest?
  • Warum Pinterest?
  • Die Einrichtung des Accounts
  • Wie funktioniert Pinnen?
  • Mobilgeräte und Pinterest
  • Die eigene Website vorbereiten
  • Fans finden & Pins verbreiten
  • Pinterest-Analytics
  • Werkzeuge

Im Slideshare-Dokument findet Ihr das vollständige Inhaltsverzeichnis. Hier nur noch der Klappentext zur kurzen Übersicht:

Pinterest gehört zu den Online-Überfliegern der letzten Jahre – wie bei keinem anderen Netzwerk hat man hier verstanden, dass „social“ und „visuell“ gemeinsam zum Erfolg führen.
Ich zeige in diesem Buch, was Pinterest so erfolgreich macht und erkläre die wichtigsten Punkte für den Einstieg: Wie richte ich ein attraktives Board ein? Wie pinne, repinne, like und kommentiere ich erfolgreich? Was kann ich machen, um mehr Follower zu finden? Und wie funktioniert das Pinterest Bookmarklet? Das alles wird ausführlich beantwortet und mit praktischen Beispielen veranschaulicht.
Zudem gehe ich darauf ein, warum Pinterest nicht nur privat Spaß macht, sondern auch erfolgreich für eigene Projekte und im Unternehmen eingesetzt werden kann. Er zeigt, wie Sie die eigene Website für Pins aufbereiten, Pinterest in Ihren Social-Marketing-Mix integrieren und einen soliden Workflow erstellen können. Zusätzlich geht er detailliert auf passende Analytics-Tools ein, mit denen Sie Ihre Darstellung auf Pinterest optimieren können.
Zahlreiche Tipps zu nützlichen Zusatztools und Widgets runden das Buch ab.

Pinterest: Ein Guide für visuelles Social-Media-Marketing (mitp Anwendungen) bei Amazon kaufen:

Bei Google

Rezensionen:

Starkes Wachstum: Auf Google+ wurden sehr viel mehr Links geteilt als noch im Januar 2012 – Zunahme 788%

Searchmetrics hat vergangene Woche seine Studie / Whitepaper „SEO Ranking-Faktoren 2013“ veröffentlicht. Darin gibt es auf den Seiten 55 ff. einige interessante Zahlen zu Google+ und seinem Wachstum. Am spannendsten fand ich weniger die Tatsache, dass Searchmetrics prognostiziert, dass Google+ im Mai 2016 Facebook hinsichtlich der Shares überholen wird. Ich persönlich würde diese Prognose aufgrund der Regression nicht wagen.

Prozentuales Wachstum und absolute Anzahl von Facebook Shares vs PlusOnes
Prozentuales Wachstum und absolute Anzahl von Facebook Shares vs PlusOnes (Quelle: Searchmetrics.com)

Gewaltiges Wachstum bei den Google+ Shares

Viel wichtiger erscheint mir das Wachtum bei den Shares zu sein. Dies zeigt steil nach oben und ist viel höher als der Zuwachs der Nutzer im gleichen Zeitraum. Es ist kein zwingender Beweise hinsichtlich der Nutzungsintensität von Google+ – schließlich könnten die Links auch  mehr oder weniger automatisch verbreitet worden sein. Auf jeden Fall ist es ein recht deutlicher Hinweis darauf, dass die Plattform ernst genommen wird. Die Links spielen mittlerweile schon eine recht große Rolle als Ranking-Faktor im Rahmen der SEO.

Google+ Communities treiben Sharing-Aktivität an

Schaut man sich die Kurve etwas genauer an, so sieht man allerdings im Frühjahr dieses Jahres eine erheblich höhere Wachstumsrate als im vergangen Jahr.  Lassen Sie mich bitte vermuten, dass dieses Phänomen auf die Einführung der Communities zurückgeht.

Goldbach Interactive – Social Media Monitoring Tool Report 2013

Es ist nicht meine Art, fremden Content auf meinem Blog zu platzieren. Hier halte ich es ausnahmsweise für angebracht. Goldbach Interactive hat sich wieder die Arbeit gemacht und superviele Monitoring Tools angeschaut.

Auch wenn ich zu einigen Ergebnissen meine eigene Meinung habe und für diskussionswürdig halte, sollte man sich schon anschauen was Goldbach so gemacht hat.

Mit dem Klick auf die Infografik gelangt man zu Goldbach.

Infografik Social Media Monitoring Toolreport 2013, Goldbach Interactive (Switzerland) AG

lala

Reichweiten Social Networks USA Mai 2013

Was macht man an einem Sommertag? – die langweilige Entwicklung der Reichweiten der Sozialen Netzwerke in den USA zusammenfassen…weil heute die neuen compete.com-Zahlen veröffentlicht wurden. Aber es ist nicht wirklich viel passiert.

Reichweiten Social Networks USA (Quelle compete.com)

Eigentlich war ich gespannt darauf, ob sich bei Flickr und bei Tumblr etwas tun. Der Rummel um die beiden war im Mai schon recht groß: Fehlanzeige. Nichts ins passiert. OK – MySpace hat die Marke von 10 Millionen Unique Visitorn nach unten durchbrochen. Der Relaunch darf als gescheitert angesehen werden.

Google+ und Pinterest liegen wieder gleichauf. Twitter fällt seit einem halben Jahr – das kann bei Twitter, wie auch bei Facebook an der verstärkten (und ausschließlichen) Nutzung von Mobilgeräten liegen. Einzig LinkedIn überrascht positiv und legt im vergangenen halben Jahr um über 50% zu.

Der Mai ist anscheinend eine Saure-Gurken-Zeit. Im vergangenen Monat konnte man mehr berichten.

Reichweiten-Entwicklung Social Networks in den USA: Pinterest und Instagram wachsen kontinuierlich

Ich habe mir mal wieder die compete.com Zahlen für die Social Networks in den USA angeschaut. Facebook läuft stabil zwischen 155 und 165 Millionen Nutzern – man muss eigentlich nicht mehr wirklich danach schauen. Die Sättigung scheint erreicht. Es fragt sich nur, ob es ein anderes Netzwerk geben wird, das Facebook die Nutzer streitig macht.

Visuelle Plattformen legen am stärksten zu

Pinterest ist die größte Erfolgsgeschichte eines Social Network aus den USA in den vergangenen vier oder fünf Jahren. Seit dem Sommer 2011 hat sich die damals kaum wahrnehmbare Nutzerschaft auf monatlich knapp 35 Millionen Unique Visitors in den USA ausgeweitet. Dort werden noch immer etwa drei Viertel des Traffic generiert. Dabei ist der überwiegende Teil der Nutzer weiblich – etwa zwei Drittel.

Reichweitenentwicklung Social Networks USA

In der Abbildung kann man sehr gut sehen, wie stark Pinterest bei den monatlichen Nutzern zugelegt hat. Nur Google+ hat auf ein ähnliches Niveau zugelegt, hat allerdings mit Google eine ganz andere Potenz im Rücken. Beide lagen im April 2013 bei etwa 35 Millionen Nutzern. Ein anderes Netzwerk, das auch auf Bildern basiert, ist während des Zeitraums ähnlich gewachsen: Instagram.

Dabei ist die Sache auch wieder etwas anders gelagert: Instagram wurde zunächst als iOS App gelauncht. Als im April 2012 die Android App dazu kam und die Bilder auch über das Web zugänglich wurden, hatte die Plattform bereits 30 Millionen registrierte Nutzer. Dann ging es beständig aber nicht zu steil bergauf, bis im Februar 2013 der Kauf durch Facebook stattfand und ein Satz von knapp zehn Millionen zusätzlichen monatlichen Unique Unsern innerhalb von zwei Monaten hinzugewonnen wurde.

Was wird aus Flickr & Tumblr?

Es wird also klar, dass die neuen visuellen Plattformen zugelegt haben. Dagegen haben die beiden Fotoplattformen – Flickr und Photobucket – haben kräftig verloren. Bei Photobucket wird noch immer mit kleinen Bildchen gearbeitet, während Yahoo! versucht, den Rückgang durch eine komplett neue, ein wenig an Pinterest angelehnte Visualisierung umzukehren. Der Kauf des nicht wirklich abhebenden Tumblr scheint hier in Kombination gute Voraussetzungen zu schaffen, dennoch ist das gewaltige Wachstum von Pinterest, das noch dazu ohne mächtige Unterstützung bewerkstelligt wurde, beeindruckend.

Pinterest in Deutschland

Auch für den deutschen Sprachraum darf eine ähnlich starke Entwicklung erwartet werden, wenn Pinterest seine Aktivitäten entsprechend intensiviert. Nach meiner Einschätzung wird der Zuwachs etwas verhaltener ausfallen als in den USA, da der Grad an Öffentlichkeit mit dem Pinterest arbeitet, in Mitteleuropa nicht so üblich ist, wie auf der anderen Seite des Atlantik. Bei uns wird ein größerer Grad an Privatheit gewünscht.

Pinterest ist bisher vorwiegend im englischen und romanischen Sprachraum verbreitet. In Deutschland gibt es noch vergleichsweise wenige Nutzer. Es sollten wohl etwa eine Million sein. Die letzte mir zugängliche Zahl des DoubleClick AdPlanner lag bei 840.000. Leider kann man derzeit nicht sonderlich viel herausfinden. Allerdings wird beispielsweise bei ESPRIT kräftig gepinnt. Gestern waren es 422 Pins, die via Market gesetzt wurden.

Small Talk zu Big Data – ein paar Worte zum demexco „Night Talk“ Düsseldorf

Am 28. Mai 2013 gab es den demexco Night Talk zum Thema Big Data in Düsseldorf. Der Saal in den Rheinterrassen war voll, die 220 Damen und Herren gut gekleidet. Wenn man nun allerdings erwartete, dass einem da wer erzählt, was Big Data für das Online-Marketing und die Online-Werbung konkret bedeutet, dann wurde man schon etwas enttäuscht. Man blieb an der Oberfläche. Da wurde zunächst gesagt, dass Big Data für jeden etwas anderes ist. Klar ist es das. In der Physik, Biologie oder Medizin gibt es andere Fragen als im Marketing. Aber: Das Set der Fragen im Marketing im Zusammenhang mit Big Data ist für die kommenden zehn Jahre mehr oder weniger endlich.

dmxeco Night Talk

Ich hatte teilweise den Eindruck, dass Zenith, diese so große und ruhmreiche Agentur, lieber beim klassischen Fernsehgeschäft bleiben würde und fühlte mich schon ein wenig an Verleger erinnert, die gerne so lange wie möglich die Druckmaschine am Laufen halten wollen.

Vielleicht ist mein Eindruck auch falsch. Mit VivaKi gibt es ein Tochterunternehmen, das sich genau auf die Belange der Werbungtreibenden im großen Datenwald konzentriert und ziemlich gut sein muss. Möglicherweise war ich ja auch nicht in der Zielgruppe für den „Night Talk“. Vielleicht hatte Herr Lortz einen schlechten Tag oder der Moderator stellte die falschen Fragen. Man blieb dabei zu diskutieren, ob für Big Data Agenturen notwendig sind und ob Agenturen die Trennung in Kreativ und Media beibehalten werden. Das empfand ich als langweilig und überflüssig. Ich hätte eher erwartet, dass von der Agentur erläutert wird, was man mit Big Data machen kann und wie und warum man dadurch effektiver wird.

Big Data: Rohdaten auswerten und Segmente bilden

Big Data ist da. Es gibt tatsächlich Unternehmen, die Rohdaten im Terabyte-Bereich auswerten, Muster erkennen und optimieren müssen. Mit Amazon und ebay gibt es zwei wunderbare Beispiele.

In Big Data fließen im Rahmen des Online-Marketing nur Nutzeraktionen ein, die non-reaktiv messbar sind oder bei denen die Bewertung im Rahmen von Kauf- oder Informationsprozessen Teil quasi-natürlicher Handlungen der Konsumenten wird. Auch Marktforschung wird sich an dieser Stelle verändern. Die wahre Herausforderung besteht in der Zukunft in der Bildung von Typologien – sehr stark differenzierten Typen bzw. Segmenten. Der Bereich der Predictive Analytics wird sehr viel wichtiger werden. Es geht nicht mehr darum, zu erkennen was war und daraus Schlüsse zu ziehen. Es geht darum zu bewerten, wie sich ein Nutzer verhalten wird und entsprechend die Umfelder zu gestalten. Hier kann es sein, dass die Anforderung an Kreativagenturen durchaus steigt: Es werden möglicherweise mehr verschiedene Werbemittel benötigt. Das hebt den Umsatz.

Extended Analytics

Solche Hinweise waren bei der Diskussion eher verhalten. Insgesamt sollte man das, was diskutiert wurde, eher unter der Überschrift Extended Analytics zusammenfassen. Über mehr als Analytics wurde nicht diskutiert. Sicher – Peter Gensch ist ein toller Redner und  er schaffte es, zu erläutern wie man CRM mit Social Media Monitoring verbinden kann, um zu bestimmten Insights zu gelangen. Er versuchte auch, das mit weiteren Kanälen zu verknüpfen. So hat man wenigstens eine Vorstellung davon, wohin es mit CRM gehen könnte.

Mike Klinkhammer von ebay hat mit etwas größeren Datenmengen zu tun – mehr als 100.000 Produktkategorien und – wenn ich mich recht erinnere – 40 Millionen eingestellten Produkten. Wenn man hier per Retargeting & Behavioural Targeting und mit weiteren Kanälen arbeitet, hat man tatsächlich Big Data zu optimieren. Man muss Daten aus verschiedenen Quellen miteinander verbinden, um daraus neue Schlüsse zu ziehen. Man wird mit Tag Management Systemen arbeiten müssen, Attributionsmodelle bilden, segmentieren und nicht nur Vermutungen darüber anstellen, wie sich ein Nutzer verhalten wird, sondern mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten. Darüber hätte ich gerne ein wenig mehr gehört. Allerdings wurde keiner der Begriffe genannt. Man blieb an der Oberfläche – vielleicht war das auch dem Rahmen und der knappen Zeit geschuldet oder man wollte die Anwesenden nicht überfordern.

Am angenehmsten fand ich Stefan Zilich, den GF von Spotify Deutschland.  Dabei gab es fassbare Ergebnisse. Er hat ein wenig erläutert, wie sich die Musikindustrie durch Spotify verändert, wie sie jetzt zum ersten mal weiß, wie häufig Titel wirklich gehört werden – also nicht die auf 200 bis 600 Titel beschränkten Playlists der Dudelfunker, sondern auch, welche Titel auf Alben besonders beliebt sind. Man weiß auch wo –  geografisch wo – die Fans einer Band sitzen und kann so Konzerte besser planen. Zudem kann man den Fans einer Band natürlich auch Konzertempfehlungen geben etc. Wenn ich mal wieder ein wenig Zeit finde, werde ich das noch ein wenig ausführlicher beschreiben. Meister Zilich war auch der Meinung, dass das, was da seine Analytics-Abteilung für Unternehmen wie Universal Music oder Sony Music macht, Analytics ist und nicht „Big Data“. Ausgesprochen angenehm diese Einstellung – werter Herr Zilich. Und das sage ich nicht nur, weil ich Spotify mag.

Resumee

Insgesamt muss ich sagen, dass die Agentur nicht wirklich vermitteln konnte, was sie kann. Ansonsten haben mich die anwesenden übrigen Agenturverkäufer auch nicht wirklich begeistert. Ein wenig mehr als Criteo, nugg.ad und Google Retargeting sollte man schon kennen.  Ich wünsche mir auf jeden Fall wen, der die Idee für ein integriertes System hat, in das ich in Realtime Daten aus verschiedenen Quellen kippen kann, das mir Muster in den Daten erkennt und mit dem ich dann sauber prognostizieren kann.

Ich muss sagen, dass ich die d3con als erheblich informativer empfand – auch wenn man auf das Buzz Word „Big Data“ verzichtete und die Veranstaltung mit dem eher schnöden „Data Driven Display Advertising“ überschreibt.  Gut – es geht „nur“ zum die Zuführung der Nutzer zur Website und der wirklich relevante Aspekt des Monitoring fehlt.

Pinterest SDKs für App Sharing-Buttons

Vielleicht ist es durch die vielen Neuerungen bei Pinterest während der vergangenen Wochen untergegangen. Pinterest stellt jetzt auch einen Software Development Kit (SDK) für die Einbindung von Sharing-Buttons in Android und iOS Apps zur Verfügung.

ModCloth App mit Sharing-Buttons
ModCloth App mit Sharing-Buttons

iOS

Mit der Einführung der Pinterest App in Version 2.3 für iOS, wird der Pin It Button SDK für  iOS-Apps unterstützt. Mit einigen Zeilen Code läst der SDK es zu, Pinterest Inhalte innerhalb von Anwendungen zu teilen. Derzeit ist lediglich das Pinnen von Bildern möglich, wenn diese mit einer Quell-URL versehen sind. Zukünfig sollen auch das Pinnen von Bildern in einer App ermöglicht werden, die lokal in der App vorliegen.

Der SDK erfordert es, dass die Pinterest App installiert ist. Wenn die Pinterest App nicht in Version 2.3 oder höher installiert ist, leitet der Pin It Button den Anwender auf den App Store um, damit diese heruntergeladen wird. Die App unterstützt nur iOS5 und höher.

Android

Mit der Einführung der Pinterest App in Version 1.3 für Android, wird der Pin It Button SDK für  Android-Apps unterstützt. Mit einigen Zeilen Code läst der SDK es, zu Pinterest Inhalte innerhalb von Anwendungen zu teilen. Pinterest unterstützt 2 Arten von Pin Quellen: Bild-URLs und Bild-URIs. In Bild-URLs können Sie den direkten Pfad zu einem Bild im Internet angeben, während Sie bei Bild-URIs einen Pfad auf dem Gerät angeben müssen.

Der SDK erfordert eine installierte Pinterest App. Es werden Hilfsmethoden bereitgestellt, um festzustellen, ob die Pin It Button-SDK unterstützt wird und Pinterest 1.3 oder höher installiert ist.

Weitere Informationen:

http://developers.pinterest.com/

Neu bei Pinterest: Rich Pins!

Um es ganz einfach zu sagen: Betreiber von Websites erhalten die Möglichkeit, Pins strukturiert Zusatzinformationen mitzugeben, um diese auf Pinterest direkt anzureichern. Das betrifft derzeit drei Bereiche:

  • Produkte
  • Rezepte
  • Filme

Besonders für Produkte ist das von großem Vorteil, weil Unternehmen automatisiert Preisinformationen mit an Pinterest übergeben können und dies nicht mehr über den Umweg des IMG ALT-Tag erfolgen muss. So können beispielsweise Preisinformationen und die Verfügbarkeit aktualisiert werden. Im nächsten Bild ist das zu sehen. Direkt unterhalb des Bildes stehen die Informationen, die automatisiert aus etsy herausgelesen wurden. Erst dann kommt die selbst verfasste Beschreibung des Pinners – in diesem Fall Pinterest selbst.

Rich Pin etsy mit Beschreibung, Preis und Verfügbarkeit
Rich Pin etsy mit Beschreibung, Preis und Verfügbarkeit

Man kann nun also einem Pin Informationen mitgeben, die noch dazu aktualisiert werden – und dies ohne die potenzielle Beeinflussung durch einen Pinner.

Ein Board mit vielen Beispielen gibt es hier:
http://pinterest.com/pinterest/products-we-love/

Die Technik

Erfreulicherweise greift Pinterest auf schon Standards zurück, so dass möglicherweise bereits Informationen erfasst werden, ohne dass noch etwas getan werden muss. Eines der benutzten Verfahren – oEmbed – wird auch schon von WordPress, Slideshare oder YouTube eingesetzt, um Meta-Informationen über Objekte weiterzugeben, beispielsweise den Autor.

Folgende Parameter werden interpretiert. Nicht alle sind verpflichtend.

provider_name: Für den Namen des Ladens (z.B. etsy)

url: Der URL der Seite des Pinns

title Der Produktname (z.B. „Super-Shirt“)

description Die Produktbeschreibung (z.B. „Leichtes Baumwoll Shirt mit modischem Aufdruck“)

brand Marken-Name

product_id Produkt-Nummer (z.B. 0815-007)

price Preis

currency_code Der Währungs-Code (z.B.: USD)

availability ist das Produkt auf Lager

quantity wie oft ist das Produkt auf Lager

Hinsichtlich der Interpretation der Währungscodes liegen leider noch keine Informationen vor. Bisher wurden lediglich USD und das britische Pfund interpretiert, um es als Banderole oder Button in die Pins einzubinden. Prinzipiell sollte das jetzt ohne Währungsgrenzen funktionieren, weil auf Standard-Codes zurückgegriffen wird.

Folgende Techniken werden von Pinterest unterstüzt:

  • oEmbed 
  • Schema.org or OpenGraph
  • hRecipe
  • Feeds

Eine genaue Dokumentation findet sich hier:

http://developers.pinterest.com/rich_pins/

Dort bietet Pinterest auch den Zugang auf einen Validator.

Spannend bleibt die Frage, wie Pinterest mit Websites umgeht, die nicht für jedes Produkt in einem eigenen Währungsgebiet eine eigene Seite anlegen, sondern diese dynamisch in die Seiten einbinden. Bei meinen ersten Tests wurden im Pin jeweils USD angezeigt und nicht EUR.