USA: Social Media Reichweiten stabil

Die Social Media Reichweiten in den USA ist entsprechend der compete.com Reichweiten weitgehend stabil. Eigentlich sollte man sagen, dass seit April in den USA nichts mehr wirklich heftiges passiert ist – sieht man von dem gewaltigen Satz von MySpace ab. In der Darstellung hab ich geglättete Kurven benutzt, was dazu führt, dass MySpace wieder leicht sinkt. Dem ist nicht so – die Reichweite bleibt praktisch identisch – mit einem Zuwachs von unter einem Prozent.

compete.com Reichweiten Social Networks USA September 2013
compete.com Reichweiten Social Networks USA September 2013

Der Sinkflug von Twitter scheint beendet zu sein. Instagram, Flickr & Co. machen keinen Satz mehr nach oben. Die größte Steigerung im Monatsvergleich legt Pinterest hin – 1,42%.  Ansonsten dürfen sich Twitter, MySpace und Facebook über einen Reichweitenzuwachs von unter einem Prozentpunkt freuen. Alle anderen verlieren leicht – Photobucket mit 11,1% am stärksten.

Im Jahresvergleich  sieht es für MySpace mit 130,59% und Instagram mit 117,33% Zuwachs am besten aus. LinkedIn legt über 60 Prozent zu und Pinterest knapp 20 Prozent. Photobucket ist auf dem absteigenden Ast mit einem Verlust eines Viertels der Reichweite.

Über Facebook braucht man für die USA kaum noch zu berichten. Es liegt stabil über 160 Millionen Nutzern, mal geht es etwas höher mal etwas runter.

Twitter Werbung & Instagram Werbung – In-Feed-Advertising auf weiteren Netzwerken

Jamie Olivers Kühlschrank

Twitter geht an die Börse und muss Geld verdienen. Instagram wurde von Facebook gekauft und muss es wohl auch. Kurspflege. Während Facebook schon etwas Erfahrung gesammelt hat, fehlt die bei Twitter noch. Vielleicht muss ich es anders formulieren. Eigentlich gehe ich schon davon aus, dass Twitter weiß, welche Werbeformen Einnahmen generieren würden, wäre da nicht diese Angst Nutzer zu vergraulen.

Es geht um die Platzierung von Werbung im Feed. Facebook Werbung war in der rechten Spalte ein mühsames Geschäft. Gewaltige Reichweite und doch kein Engagement. Klickraten im Promille-Bereich. Spaß hat das nicht wirklich gemacht. Eigentlich konnte man die Werbung recht zielgruppenspezifisch buchen – auch passend für regionale Anbieter. So richtig wuppen wollte das jedoch nicht. Mit Werbung im Feed handelt man sich zwar etwas Arbeit ein – leider kann die Werbung kommentiert werden. Allerdings generiert man wirklich brauchbare Klickraten und bekommt gleichzeitig noch Fans dazu. Das macht schon mehr Spaß.

Vorsichtig Werbung im Feed platzieren

Instagram kommunizierte nun folgendes:

We have big ideas for the future, and part of making them happen is building Instagram into a sustainable business. In the next couple months, you may begin seeing an occasional ad in your Instagram feed if you’re in the United States. Seeing photos and videos from brands you don’t follow will be new, so we’ll start slow. We’ll focus on delivering a small number of beautiful, high-quality photos and videos from a handful of brands that are already great members of the Instagram community. [Quelle: Instagram]

Instagram will also mit schönen Werbebildern in den Feed. Ganz zaghaft. Das erscheint mir sinnvoll. Zunächst muss man sehen, ob die Bilder der werbenden Unternehmen in Feeds passen. Dann mach der Promoted Post keinen Ärger. Auch wirklich nur dann. Eine Werbegrafik wäre kontraproduktiv. Was geht sind schöne Bilder. Ganz ähnlich wie bei Pinterest.

Wenn es zu offensichtlich werblich wird passt das nicht. Für Agenturen und Fotografen ist das ja nicht schlecht. Es heißt für sie tragbare Konzepte entwickeln und schöne Bilder beschaffen. Und manchmal darf’s dann auch Werbung sein. Ich folge mit Begeisterung Jamie Oliver, der hier wirklich tolle Arbeit macht bzw. machen lässt. Einige Fragen bleiben allerdings: Wie wird man buchen können? Welche Zielgruppen-Granularität wird geboten? Wie lange dauert die Freigabe von Bildern?

Twitter Promoted Posts & Hashtag Posts?

Bei Twitter ist das ganze schwieriger. Es gibt nicht nur eine App, mit der der Microblogging-Dienst genutzt wird – es gibt viele. Bisher werden Posts als Sponsored direkt eingesteuert. Viel nahe liegender sind allerdings Sponsored Posts, bei denen organisch geteilte Inhalte länger im Feed verbleiben als solche, die keinem Push unterliegen. Schließlich wird auf Twitter hauptsächlich geteilt und noch viel wilder als bei Facebook oder Twitter. Ebenso könnte man das bei hinsichtlich Hashtags machen. Unternehmen können diese buchen und entsprechend länger darin enthalten bleiben.

Damit das ganze allerdings richtig Spaß macht und nicht so endet wie die rechte Spalte bei Facebook, müssten die Werbeeinblendungen etwas offensichtlicher gestaltbar sein. Man kann sicher auch als „aufdringlicher“ bezeichnen. Nur so wird Werbung auf Twitter erfolgreich und die Einnahmen werden sprudeln. Klar – der Grad an Aufdringlichkeit muss kontrolliert werden und nicht so hoch werden, dass die Nutzer abspringen. Die größte Herausforderung wird allerdings werden, Werbung entsprechend deutlich auch in anderen Werbeapplikationen zu platzieren. Hier wird Twitter wohl Programme vergleichbar AdSense auflegen müssen.

Ich bin auf jeden Fall auf die Ideen gespannt, die Tritter in diesem Zusammenhang hat.

 

 

Reichweiten-Entwicklung Social Networks in den USA: Pinterest und Instagram wachsen kontinuierlich

Ich habe mir mal wieder die compete.com Zahlen für die Social Networks in den USA angeschaut. Facebook läuft stabil zwischen 155 und 165 Millionen Nutzern – man muss eigentlich nicht mehr wirklich danach schauen. Die Sättigung scheint erreicht. Es fragt sich nur, ob es ein anderes Netzwerk geben wird, das Facebook die Nutzer streitig macht.

Visuelle Plattformen legen am stärksten zu

Pinterest ist die größte Erfolgsgeschichte eines Social Network aus den USA in den vergangenen vier oder fünf Jahren. Seit dem Sommer 2011 hat sich die damals kaum wahrnehmbare Nutzerschaft auf monatlich knapp 35 Millionen Unique Visitors in den USA ausgeweitet. Dort werden noch immer etwa drei Viertel des Traffic generiert. Dabei ist der überwiegende Teil der Nutzer weiblich – etwa zwei Drittel.

Reichweitenentwicklung Social Networks USA

In der Abbildung kann man sehr gut sehen, wie stark Pinterest bei den monatlichen Nutzern zugelegt hat. Nur Google+ hat auf ein ähnliches Niveau zugelegt, hat allerdings mit Google eine ganz andere Potenz im Rücken. Beide lagen im April 2013 bei etwa 35 Millionen Nutzern. Ein anderes Netzwerk, das auch auf Bildern basiert, ist während des Zeitraums ähnlich gewachsen: Instagram.

Dabei ist die Sache auch wieder etwas anders gelagert: Instagram wurde zunächst als iOS App gelauncht. Als im April 2012 die Android App dazu kam und die Bilder auch über das Web zugänglich wurden, hatte die Plattform bereits 30 Millionen registrierte Nutzer. Dann ging es beständig aber nicht zu steil bergauf, bis im Februar 2013 der Kauf durch Facebook stattfand und ein Satz von knapp zehn Millionen zusätzlichen monatlichen Unique Unsern innerhalb von zwei Monaten hinzugewonnen wurde.

Was wird aus Flickr & Tumblr?

Es wird also klar, dass die neuen visuellen Plattformen zugelegt haben. Dagegen haben die beiden Fotoplattformen – Flickr und Photobucket – haben kräftig verloren. Bei Photobucket wird noch immer mit kleinen Bildchen gearbeitet, während Yahoo! versucht, den Rückgang durch eine komplett neue, ein wenig an Pinterest angelehnte Visualisierung umzukehren. Der Kauf des nicht wirklich abhebenden Tumblr scheint hier in Kombination gute Voraussetzungen zu schaffen, dennoch ist das gewaltige Wachstum von Pinterest, das noch dazu ohne mächtige Unterstützung bewerkstelligt wurde, beeindruckend.

Pinterest in Deutschland

Auch für den deutschen Sprachraum darf eine ähnlich starke Entwicklung erwartet werden, wenn Pinterest seine Aktivitäten entsprechend intensiviert. Nach meiner Einschätzung wird der Zuwachs etwas verhaltener ausfallen als in den USA, da der Grad an Öffentlichkeit mit dem Pinterest arbeitet, in Mitteleuropa nicht so üblich ist, wie auf der anderen Seite des Atlantik. Bei uns wird ein größerer Grad an Privatheit gewünscht.

Pinterest ist bisher vorwiegend im englischen und romanischen Sprachraum verbreitet. In Deutschland gibt es noch vergleichsweise wenige Nutzer. Es sollten wohl etwa eine Million sein. Die letzte mir zugängliche Zahl des DoubleClick AdPlanner lag bei 840.000. Leider kann man derzeit nicht sonderlich viel herausfinden. Allerdings wird beispielsweise bei ESPRIT kräftig gepinnt. Gestern waren es 422 Pins, die via Market gesetzt wurden.