Neu bei Pinterest: Rich Pins!

Um es ganz einfach zu sagen: Betreiber von Websites erhalten die Möglichkeit, Pins strukturiert Zusatzinformationen mitzugeben, um diese auf Pinterest direkt anzureichern. Das betrifft derzeit drei Bereiche:

  • Produkte
  • Rezepte
  • Filme

Besonders für Produkte ist das von großem Vorteil, weil Unternehmen automatisiert Preisinformationen mit an Pinterest übergeben können und dies nicht mehr über den Umweg des IMG ALT-Tag erfolgen muss. So können beispielsweise Preisinformationen und die Verfügbarkeit aktualisiert werden. Im nächsten Bild ist das zu sehen. Direkt unterhalb des Bildes stehen die Informationen, die automatisiert aus etsy herausgelesen wurden. Erst dann kommt die selbst verfasste Beschreibung des Pinners – in diesem Fall Pinterest selbst.

Rich Pin etsy mit Beschreibung, Preis und Verfügbarkeit
Rich Pin etsy mit Beschreibung, Preis und Verfügbarkeit

Man kann nun also einem Pin Informationen mitgeben, die noch dazu aktualisiert werden – und dies ohne die potenzielle Beeinflussung durch einen Pinner.

Ein Board mit vielen Beispielen gibt es hier:
http://pinterest.com/pinterest/products-we-love/

Die Technik

Erfreulicherweise greift Pinterest auf schon Standards zurück, so dass möglicherweise bereits Informationen erfasst werden, ohne dass noch etwas getan werden muss. Eines der benutzten Verfahren – oEmbed – wird auch schon von WordPress, Slideshare oder YouTube eingesetzt, um Meta-Informationen über Objekte weiterzugeben, beispielsweise den Autor.

Folgende Parameter werden interpretiert. Nicht alle sind verpflichtend.

provider_name: Für den Namen des Ladens (z.B. etsy)

url: Der URL der Seite des Pinns

title Der Produktname (z.B. „Super-Shirt“)

description Die Produktbeschreibung (z.B. „Leichtes Baumwoll Shirt mit modischem Aufdruck“)

brand Marken-Name

product_id Produkt-Nummer (z.B. 0815-007)

price Preis

currency_code Der Währungs-Code (z.B.: USD)

availability ist das Produkt auf Lager

quantity wie oft ist das Produkt auf Lager

Hinsichtlich der Interpretation der Währungscodes liegen leider noch keine Informationen vor. Bisher wurden lediglich USD und das britische Pfund interpretiert, um es als Banderole oder Button in die Pins einzubinden. Prinzipiell sollte das jetzt ohne Währungsgrenzen funktionieren, weil auf Standard-Codes zurückgegriffen wird.

Folgende Techniken werden von Pinterest unterstüzt:

  • oEmbed 
  • Schema.org or OpenGraph
  • hRecipe
  • Feeds

Eine genaue Dokumentation findet sich hier:

http://developers.pinterest.com/rich_pins/

Dort bietet Pinterest auch den Zugang auf einen Validator.

Spannend bleibt die Frage, wie Pinterest mit Websites umgeht, die nicht für jedes Produkt in einem eigenen Währungsgebiet eine eigene Seite anlegen, sondern diese dynamisch in die Seiten einbinden. Bei meinen ersten Tests wurden im Pin jeweils USD angezeigt und nicht EUR.

Pinterest Business Accounts – warum?

Ich muss schon sagen, dass es mich immer ein wenig erstaunt, wie viel ohne weitere Reflektion gepostet wird. Zum Beispiel zu den Business Accounts bei Pinterest – dazu habe ich bisher fast nur Abgeschriebenes gelesen. Verständlich ist das schon: Der Autor hat wieder einen Post und ein wenig Traffic. Etwas mehr Analyse – über die Weitergabe von Informationen hinaus – wäre manchmal angebracht.  Pinterest allerdings bekommt genau das, was es will: Aufmerksamkeit (nicht nur) von Unternehmen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle nicht nur Informationen von anderen weitergeben, sondern mal wieder ein wenig analysieren.

Kommuikationsaufkommen steigt

Nachdem die Nennungen von Pinterest während der vergangenen Wochen auf Twitter relativ stabil waren, wurde seit der Einführung der Business Accounts eine Vervielfachung des Kommunikationsaufkommens erreicht. In der nachfolgenden Abbildung wird das deutlich (en detail gibt es die Ergebnisse bei Topsy):

Nennung von Pinterest auf Twitter (Quelle: Topsy Analytics)
Nennung von Pinterest auf Twitter (Quelle: Topsy Analytics)

Unterscheidungsmerkmal Business Type

Allerdings gibt es – neben anderen Terms – nur ein Merkmal, in dem sich ein Business Account von einem Normal Account unterscheidet:

BusinessType4Pinterest
BusinessType4Pinterest

In Business Accounts muss der Business Type ausgewählt werden. Ok – es muss noch ein Contact-Name angegeben werden – mehr nicht. Auf die sonst üblichen Adress-Informationen wie Telefon und Postanschrift wird verzichtet.

Alle anderen Features, die im Zuge der Einführung der Business Accounts hinzugekommen sind – Verifikation von Domains, geheime Boards und die Widgets – stehen auch den Normal-Accounts zur Verfügung. Was könnte also das Ziel dieser Umstellung gewesen sein? Einen Hinweis gibt das Modul, das nach der Umstellung der Accounts zunächst zu sehen ist:

Startfenster Pinterest Business Account
Startfenster Pinterest Business Account

Pinterest ist es anscheinend am wichtigsten, dass die Website verifiziert wird. Das ist der erste Punkt, der genannt wird.

Auf diesem Weg schafft Pinterest ein wenig Ordnung und bekommt gleichzeitig – in Verbindung mit der Information hinsichtlich des Business Type – valide Informationen darüber, welche Typen von Unternehmen und wie viele es ernst meinen mit Pinterest. Die angepassten Terms werden bei der Monetarisierung auch hilfreich sein.

Ergebnis

Ich gehe davon aus, dass man bei Pinterest vorwiegend an der Verifikation von Accounts interessiert war  – das erscheint mir am logischsten. Gleichzeitig konnte man auf diesem Weg noch ein paar Informationen gewinnen – eigentlich erstaunlich wenige. Der gesamte Presse- und Social-Rummel wird aber auch dazu führen, dass sich die Widgets rasch verbreiten werden. Damit wird es zu einen starken Nutzungsschub für Pinterest kommen. Für mich hat es den Anschein, als ob erheblich strukturierter und planvoller vorgegangen wird als noch vor wenigen Monaten. Das ist erfreulich.

Man darf weiterhin gespannt sein, mit welcher Form der Einnahmenerzielung Pinterest beginnen wird. Provisionen bzw. der Austausch von Affiliate-Tags wurden ja schon getestet. Das könnte relativ rasch wieder zum Einsatz kommen. Mit Business Accounts könnte man ein Werbemodul verbinden – in dem Unternehmen gruppiert nach den jeweiligen Interessen Werbepins schalten. Zudem – und hierzu gibt es Andeutungen im Support-Forum – könnte ein erweitertes Verwaltungswerkzeug in Planung sein – auch dies könnte kostenpflichtig werden. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit einer Bepreisung aus meiner Sicht gering.

Lalala…