Sommerentwicklungen? Social Network-Reichweiten in den USA

So alle zwei bis drei Monate sehe ich mir die Reichweiten der Social Networks in den USA an – damit meine ich die Unique Visitors, die compete.com ausweist. Dabei gibt es eigentlich selten wirkliche Überraschungen. Zuletzt hab ich geschaut, was mit den Zukäufen von Marissa Mayer so passiert – bzw. nach dem Relaunch von Flickr (grüne Linie in der folgenden Abbildung).

Reichweiten Social Networks USA (Quelle: compete.com)
Reichweiten Social Networks USA (Quelle: compete.com)

Nachdem es für Flickr anfangs nicht gut aussah und der Relaunch nicht anzuschlagen schien, hat die Fotoplattform in den vergangenen beiden Monaten rund 13% zugelegt. Alleine auf die Urlaubszeit auf der Nordhalbkugel sollte das nicht zurückzuführen sein. Der Zuwachs ist bedeutend stärker als bei Instagram.

Bei Pinterest und Google+ ist nicht viel passiert. Beide halten sich wacker mit über 30 Millionen Unique Usern.

Stürzt Twitter ab?

Ach ja – wenn Sie Facebook in der Abbildung vermissen – das Supernetzwerk schwebt seit langer Zeit beständig über allem – mit derzeit etwas über 163 Millionen Nutzern monatlich. Nachdenken sollte man allerdings über Twitter. Mit einem Verlust von 13% Reichweite in den vergangenen sechs Monaten sieht es nicht gut aus. Es mag ja sein, dass Twitter mit anderen Applikationen genutzt wird als direkt auf der Website – dafür würden Belege benötigt. So wie es gerade ausschaut, scheint die Reichweite stetig zu schwinden. Wenn sich die Entwicklung so fortsetzt, liegt der Microblogging-Dienst noch vor Weihnachten hinter Google+ und Pinterest.

Den Vogel abgeschossen hat MySpace im Juli: Mit einem Anstieg von 115% im Monatsverlauf scheint ein Aufschließen in die zweite Reihe der Social Networks plötzlich wieder möglich.

Reichweitenentwicklung der Social Networks in den USA

Nun hab ich schon länger nicht mehr en detail auf die compete Zahlen geschaut und eine kleine Überraschung erlebt. Nicht nur die Tatsache, dass Pinterest die einzige Plattform war, die im September Reichweite (Unique Visitors) zulegen konnte und alle anderen verloren haben, hat mich überrascht.

Meine Prognosen hinsichtlich der Entwicklung von Pinterest aus dem Frühjahr treten nicht ein. Google+ wird trotz des kräftigen Wachstums von 128 Prozent im Verlauf der vergangenen 12 Monate nicht an Twitter vorbeiziehen, Pinterest auch nicht. Was man aber sagen kann: Es gibt eine stabile zweite Reihe von Netzwerken/Plattformen in den USA. Wirklich auf Facebook aufschließen können die allerdings nicht. Das Mega-Netzwerk wächst mit gemächlichen kapp 5 Prozent und lebt damit eigentlich ganz gut. Wirkliches Wachstum muss an anderer Stelle entstehen.

Ich will nicht langweilen und mit Zahlen jonglieren. Am deutlichsten wird das was passiert indem man die die Entwicklung von Twitter, Google+ und Pinterest in der folgenden Abbildung anschaut:

Reichweiten von Twitter, Google+ & Pinterest (Datenquelle: compete.com)
Reichweiten von Twitter, Google+ & Pinterest (Datenquelle: compete.com)

Twitter hält sich stabil mit einer sanften Wachstumstendenz. Pinterest ist das Netzwerk, das am stabilsten wächst – allerdings mit einem Wachstum von 43% im Verlauf der vergangenen 6 Monate nicht wirklich eine Gefahr für Facebook werden kann – dazu ist es zum komplementär – wenn diese Aussage einfach mal so erlaubt ist.

An Google+ wurden viele Erwartungen geknüpft. Es wurde viel und emotional diskutiert. Man hoffte auf einen Facebook-Killer oder eben nicht. Abgesehen davon, dass die Ausdrücke an sich schon albern sind, ist Google+ im Verlauf der vergangenen 6 Monate stärker gewachsen als Pinterest – knapp 50% – Twitter nur 7%. Man muss also weiter warten. Eines dürfte allerdings sicher sein: Die drei genannten Netzwerke sind zumindest vorläufig sicher platziert.

Wer die Daten von compete.com selbst noch anschauen möchte: Ich habe eine Excel-Datei mit den Daten des vergangenen Jahres erstellt und hoffe, dass mir Kantar Media nicht böse ist:

Compete Unique Visitors 9/11 bis 9/12

Social Networks legen im Mai in USA zu – MySpace überrascht, Pinterest stockt

  • MySpace: Monatsgewinner
  • Pinterest: leichter Rückgang
  • Facebook: Nutzung konstant
  • Google+: legt stark zu
  • Fotonetzwerke stabil

Fast alle Social Networks in den USA legten im Mai zu – nur Pinterest musste einen leichten Rückgang von unter zwei Prozent Unique Visitors hinnehmen. Ob man deshalb panisch reagieren muss – gerade aufgrund des gewaltigen Anstiegs der Nutzer im vergangenen Jahr ist eine Ermüdung mehr oder weniger natürlich und mit nahezu 20 Millionen Nutzer gehört es noch immer ganz stabil zur zweiten Reihe.

Die größte Überraschung kommt – wie schon im April – von MySpace. Der Network-Opa legt locker den größten Reichweitenzuwachs von allen Netzwerken hin. Unsere deutsche VZ-Gruppe würde sich über eine solche Wende freuen: Plus 14,15 Prozent binnen Monatsfrist.

Reichweitenentwicklung MySpace in den USA (Quelle: compete.com)
Reichweitenentwicklung MySpace in den USA (Quelle: compete.com)

Auch Google+ ist auch wieder gut dabei. Mit über 22 Millionen Nutzern und einem Zugewinn von 10,32 Prozent ist es sicher keine Geisterstadt. Es sieht alles nach einem langsamen, dafür aber stabilen Wachstum aus.

Stabil ist das Stichwort: Bei Facebook tut sich in den USA wirklich nichts mehr. Mit einer Zunahme der Nutzer um fünf Prozent im Jahresverlauf scheint die Wachstumsgrenze wirklich erreicht zu sein. Ob es da mal ein oder zwei Prozent rauf oder runter geht mag Analysten interessieren. Aus meiner Sicht wird es wohl mittelfristig bei einer Zahl von etwa 160 Millionen Nutzern in den USA bleiben. Twitter bleibt bei um die 40 Millionen Nutzer und LinkedIn wird es schwer haben, über 30 Millionen monatliche Nutzer zu kommen.

Unique Visitors USA Apr. 2012 May. 2012 Dev. Month Dev. Year
Facebook

154.573.438

156.977.704

1,56%

4,99%

Google+

20.201.117

22.285.516

10,32%

Twitter

39.878.977

42.278.067

6,02%

47,10%

Pinterest

19.744.958

19.379.864

-1,85%

2.657,91%

MySpace

21.579.107

23.881.721

14,15%

-22,44%

LinkedIn

25.719.853

26.345.894

2,43%

36,61%

Flickr

17.666.191

18.121.209

2,58%

-20,50%

Photobucket

15.870.750

15.923.483

0,33%

-21,21%

Quelle: compete.com

Stabilisiert haben sich auch die Fotonetzwerke. Nachdem sie im vergangenen Herbst einen starken Einbruch zu verzeichnen hatten, scheint sich die Entwicklung beruhigt zu haben.

Reichweiten-Entwicklung Social Networks USA: Facebook konstant, Google+ rückläufig

  • Facebook: Nutzung konstant
  • Google+: Nutzung leicht rückläufig
  • Pinterest: Zeit des gigantischen Zuwachses vorbei
  • MySpace: Wieder Reichweitenzuwachs

Am erstaunlichsten war diesen Monat, die Umstellung des Interfaces bei compete.com. Dort muss man sich inzwischen einloggen. Überraschen war auch die generelle Korrektur der Reichweitenwerte nach unten. Das betrifft auch die Vergangenheitswerte. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht nachzurechnen – überschlägig wurden die Unique Visitors um weniger als fünf Prozent nach unten korrigiert. Da lässt sich verschmerzen.

Sehr viel spannendes passiert derzeit nicht. Hinsichtlich Pinterest muss man feststellen, dass entgegen anders lautender Meldungen die Reichweite noch immer zunimmt – nicht mehr so stark wie noch vor wenigen Monaten, aber immerhin noch um zwölf Prozent und damit stärker als die meisten anderen Netzwerke. Lediglich MySpace wächst einen Prozentpunkt stärker. Das ist die eigentliche Überraschung des April.

Reichweitenentwicklung Facebook in den USA (Quelle: compete.com)
Reichweitenentwicklung Facebook in den USA (Quelle: compete.com)

Bei Facebook steht der Börsengang an und in den USA tut sich bei der Reichweite wirklich nichts mehr. Der Zuwachs von knapp fünf Prozent im Verlauf der vergangenen zwölf Monate ist kaum der Rede wert. Die Nutzerzahl in den USA scheint ihre Wachstumsgrenze beinahe erreicht zu haben. Dafür wurde ja in Deutschland zugelegt.

Unique Visitors USA Mar. 2012 Apr. 2012 Dev. Month Dev. Year
Facebook

152.644.185

154.573.438

1,26%

4,78%

Google+

20.649.673

20.201.117

-2,17%

Twitter

38.925.611

39.878.977

2,45%

44,99%

Pinterest

17.611.059

19.744.958

12,11%

3.981,71%

MySpace

19.064.402

21.579.107

13,19%

-34,36%

LinkedIn

26.776.989

25.719.853

-3,95%

59,07%

Flickr

17.642.005

17.666.191

0,14%

-17,89%

Photobucket

16.626.603

15.870.750

-4,55%

-22,67%

Quelle: compete.com

Die Zahl der Unique Visitors bei Google+ ging leicht zurück, bei Twitter stieg sie leicht. Flickr scheint ein stabiles Publikum zu haben, seit einigen Monaten passiert wirklich nichts mehr. Die Nutzerzahl bleibt konstant, auch wenn im Jahresvergleich ein Rückgang zu verschmerzen ist.

Reichweiten-Entwicklung Social Networks USA: Im März keine großen Sprünge

  • Google+ und Twitter legen stärker zu als Pinterest
  • Twitter ist der absolute Monatsgewinner
  • LinkedIn: Professionelle Networks haben ihren Platz

Ist die Zeit der großen Sprünge vorbei? – Pinterest legte im März „nur“ um 12 Prozent zu. Das kennzeichnet den Wendepunkt in der durch wachsenden Anstieg der Nutzung gekennzeichneten Entwicklung.

Unique Visitors Pinterest USA (Quelle: compete.com)
Unique Visitors Pinterest USA (Quelle: compete.com)

Man darf gespannt sein: Wird der Reichweitenzuwachs von Pinterest weiter schrumpfen? Letztlich war der fortgesetzte explosionsartige Anstieg der Nutzung auch nicht weiter möglich. Entgegen meiner Vermutung aus dem vergangenen Monat wurden Google+ und Flickr nicht überholt.

Prozentual ist die Reichweite von Google+ im März am stärksten gewachsen. Insgesamt erreichen Google+ und Twitter ihre bisher größte Reichweite. Auch LinkedIn gesellt sich zu diesem Club. Das Professional Network hat im Jahresverlauf um 60 Prozent zugelegt. Negative Einflüsse durch die Entwicklung anderer Networks sind nicht zu vermelden.

Unique Visitors USA Feb. 2012 Mar. 2012 Dev. abs. Dev. % / Month Dev. % / Year
Facebook

166.890.799

169.915.715

3.024.936

1,81%

20,73%

Google+

18.915.810

21.640.334

2.274.524

14,40%

Twitter

37.201.228

42.037.710

4.836.482

13,00%

35,53%

Pinterest

16.230.441

18.182.602

1.952.161

12,03%

4.861,42%

MySpace

17.735.003

19.103.494

1.368.491

7,72%

-51,51%

LinkedIn

26.186.887

28.103.480

1.916.603

7,32%

60,70%

Flickr

18.255.322

18.425.863

170.541

0,93%

-15,94%

Photobucket

16.458.895

17.051.898

593.003

3,60%

-21,01%

Quelle: compete.com

Auch die übrigen Plattformen erholen sich leicht – obwohl diese „Erholung“ zum großen Teil auf einen Monat mit zwei Tagen mehr als der Februar zurückzuführen ist. So sind die Zuwächse von Facebook, Flickr und Photobucket aus meiner Sicht keine wirklichen Gewinne. Der Zuwachs der Nutzung von Social Media stockte im März.

Nachfolgend noch die Abbildungen für die übrigen im Beitrag genannten Networks.

Unique Visitors Facebook USA (Quelle: compete.com)
Unique Visitors Facebook USA (Quelle: compete.com)
Unique Visitors Google+ USA (Quelle: compete.com)
Unique Visitors Google+ USA (Quelle: compete.com)
Unique Visitors Twitter USA (Quelle: compete.com)
Unique Visitors Twitter USA (Quelle: compete.com)
Unique Visitors MySpace USA (Quelle: compete.com)
Unique Visitors MySpace USA (Quelle: compete.com)
Unique Visitors Twitter USA (Quelle: compete.com)
Unique Visitors Twitter USA (Quelle: compete.com)
Unique Visitors Flickr USA (Quelle: compete.com)
Unique Visitors Flickr USA (Quelle: compete.com)
Unique Visitors Photobucket USA (Quelle: compete.com)
Unique Visitors Photobucket USA (Quelle: compete.com)

US-Social Networks verlieren im Februar auf breiter Front: Google+ minus 10,39% Unique Users, einzig Pinterest gewinnt

  • Pinterest einziger Gewinner im Februar: plus 45,39%
  • Google+ verliert am stärksten – minus 10,36%
  • Alle anderen verlieren auch – in einem Monat, dem ein Tag fehlt

Es sind keine guten Nachrichten für Google+ – ein Verlust von 10,36 % Reichweite im Februar. Ob das dramatisch ist, wird sich noch zeigen. In seiner kurzen Karriere kam der Knick in der Entwicklung schon öfter vor:

Reichweitenentwicklung Google+ (Quelle: compete.com)
Reichweitenentwicklung Google+ (Quelle: compete.com)

Facebook wird das vor dem Börsengang sicher ein wenig freuen. Berücksichtigt man, dass der Februar 2012 zwei Tage weniger hat als der Januar, dann wurde letztlich keine Reichweite verloren.

Erfreulich ist die Lage für Pinterest: Mit einer Zunahme von 45,69 % und absolut über fünf Millionen Unique Visitors scheint der Sprung auf Platz zwei der Social Networks in den USA noch in diesem Jahr sicher. Der Indikator hierfür ist das stetige Reichweitenwachstum im Verlauf der vergangenen Monate.

Unique Visitors USA Jan. 2012 Feb. 2012 Dev. abs. Dev. %
Facebook

168.599.429

166.890.799

-1.708.650

-1,01%

Google+

21.101.595

18.915.810

-2.185.785

-10,39%

Twitter

39.523.152

37.201.228

-2.321.924

-5,87%

Pinterest

11.140.641

16.230.441

5.089.800

45,69%

MySpace

19.999.550

17.735.003

-2.264.547

-4,57%

LinkedIn

27.442.181

26.186.887

-1.255.304

-4,57%

Flickr

18.711.216

18.255.322

-455.894

-2,44%

Photobucket

16.972.779

16.458.895

-513.884

-3,03%

Quelle: compete.com

Der Reichweitenrückgang der übrigen Netzwerke ist nicht wirklich dramatisch. Da sich die Reichweite nicht gleichmäßig über den Monat verteilt aufbaut, heißt das, dass man fünf oder sechs Prozent Rückgang durch den kürzeren Monat erklären kann. Es gibt eben auch tägliche Nutzer. Gegen Ende des Monats kommen immer weniger neue Unique Vistitors dazu.

Man sollte also von leichten Verlusten ausgehen. Freuen wird man sich bei MySpace, Flickr und Photobucket nach der Entwicklung im Verlauf des vergangenen Jahres kaum.

Wollen wir darauf wetten, wann MySpace seine Pforten schließt? Zum Jahresende?

Uneinheitliche Entwicklung der US-Social Networks im Januar: Facebook verliert 1,74 % Unique Users, Pinterest gewinnt 54,55 %

  • Facebook ist der Verlierer im Januar -1,74%
  • Pinterest abermals stärkster Zuwachs 54,55%
  • LinkedIn legt stark zu 12,26%
  • Google+ wächst um 5,49%
  • MySpace verliert 5,03%

Der Schrecken vor dem Börsengang: Facebook hatte im Januar entsprechend der Erhebung von compete.com 2012 in den USA weniger Unique Visitors als im Dezember 2011. Der Rückgang ist mit 1,74 Prozent schwach, wohl aber schmerzlich vor dem Börsengang.

Google+ konnte dagegen leicht zulegen. Mit einem moderaten Plus von 5,33 Prozent entspricht dies wohl nicht den Erwartungen, die durch andere Studien geschürt wurden. Bei Google wird man sich wohl verhalten freuen. Ob man Twitter angesichts des zurückgehenden Wachstums dieses Jahr noch überholen wird, muss sich zeigen.

Twitter, musste im Januar, ebenso wie Facebook, leichte Verluste hinnehmen (-2,20%) und rutsche wieder unter die Marke von 40 Millionen monatlichen Nutzern in den USA.

Der eindeutige Gewinner des Monats ist Pinterest. Im Januar hat der Bildchendienst sowohl prozentual  (55,55%) als auch nach absoluten Zahlen (3.932.232) am stärksten zugelegt. Angesichts dieser Wachstumsraten scheint es absehbar, dass Pinterest entsprechend der Reichweite dieses Jahr noch auf Platz drei oder vier der Social Networks in den USA landen wird.

Unique Visitors USA Dec. 2011 Jan. 2012 Dev. abs. Dev. %
Facebook

171.581.636

168.599.429

-2.982.207

-1,74%

Google+

20.003.731

21.101.595

1.097.864

5,49%

Twitter

40.411.065

39.523.152

-887.913

-2,20%

Pinterest

7.208.409

11.140.641

3.932.232

54,55%

MySpace

21.058.546

19.999.550

-1.058.996

-5,03%

LinkedIn

24.444.383

27.442.181

2.997.798

12,26%

Flickr

17.020.801

18.711.216

1.690.415

9,93%

Photobucket

17.343.563

16.972.779

-370.784

-2,14%

Quelle: compete.com

MySpace wurde im Januar von Google+ überholt und hat nun weniger als 20 Millionen Nutzer monatlich.

Wie schon vermutet, handelte es sich beim Rückgang der Nutzerzahlen von LinkedIn im vergangenen Dezember um eine saisonale Schwankung. Im Januar hatte das Professional Network knapp 3 Millionen Nutzer mehr als im Dezember. Zum Vergleich: XING legte in im Januar entsprechend der Visits um etwa 25% zu.

Nachfolgend noch die Abbildungen für die übrigen im Beitrag genannten Networks.



Der entsprechende Beitrag aus dem Januar 2012, mit den Zahlen für Dezember 2011 ist hier zu finden.

Facebook verliert 1,74 % Unique Users, Google+ gewinnt 5,33 % im Januar

Der Schrecken vor dem Börsengang: Facebook hatte im Januar entsprechend der Erhebung von compete.com 2012 weniger Unique Visitors als im Dezember 2011. Der Rückgang ist mit 1,74 Prozent schwach, wohl aber schmerzlich vor dem Börsengang.

Google+ konnte dagegen leicht zulegen. Mit einem moderaten Plus von 5,33 Prozent entspricht dies wohl nicht den Erwartungen, die durch andere Studien geschürt wurden. Bei Google wird man sich wohl verhalten freuen.

Die genauere Analyse folgt.

Google+ Nutzerzahlen für Deutschland

Mit plusdemographics.com steht eine neue Quelle hinsichtlich Zahl und Demographie der Deutschen Google+ Nutzerschaft zur Verfügung. Es sind jetzt – im Januar 2012 – knapp 2 Millionen Accounts, die gemessen wurden.

Die Zahl an sich wird dabei sicher noch mit Fehlern behaftet sein, aber schon relativ nahe an die tatsächliche Zahl der Accounts bzw. Nutzer heranreichen. Deshalb zunächst zur Methode. plusdemographics.com hat etwa 45 Millionen öffentliche Accounts gecrawlt und auf diesem Web die Informationen gewonnen. Hier die Methodenbeschreibung:

We have been tracking public profiles on Google+ since even before its public launch in summer of 2011. With a sense of modesty, we’ve become somewhat of an unofficial authority on this social network.

In January 2012, we crawled and indexed just over 45 million public Google+ profiles (45,015,599 to be exact). This dataset forms the basis of the report you’ve just read.

A statistically relevant number of users had provided data, such as Gender, Location and Relationship Status, in their public profiles. We then used these data to extrapolate to the full Google+ population. One of the more difficult challenges we faced was the fact that the data in these fields were „free form“ and unstructured. We were able to normalize it for most of the fields to a degree of accuracy with which we are comfortable.

Age Range, while not a specific field found in profiles, was determined across the Google+ population by assuming that users had begun college at the age of 18. By working backward, or forward as it were, we calculated the user’s current age based on the start of their freshman year.

Wichtig: Durch Carwling werden Account-Zahlen gemessen, diese werden mit der Zahl der aktiven Nutzer in Relation gesetzt. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass beide Strukturen – also Accounts und aktive Nutzer – hinsichtlich der interessierenden Parameter gleich verteilt sind. Wenn dem so ist, können Aussagen hinsichtlich Nutzerzahl und Demographika getroffen werden.

Beachten sollte man den Satz hinsichtlich der statistisch relevanten Zahl von Nutzern. In nicht allen 45 Millionen Accounts sind die in die Auswertung eingehenden Variablen ausgefüllt. Einzig das Geschlecht ist ein Wert der auszufüllen ist (Drop-down) und als Default-Wert öffentlich gezeigt wird. Dabei können sich die Nutzer allerdings auch auf den Wert „Sonstiges“ zurückziehen, was ein Anteil von unter 5 Prozent macht. Wir dürfen also beruhigt davon ausgehen, dass drei Viertel der Nutzerschaft männlich und ein Viertel weiblich ist.

Geschlechterverteilung deutscher Google+ Nutzer (Angabe "Sonstige" möglich)

Hinsichtlich der weiteren Variablen wird es schwierig. Unter Verwendung der Crawling-Methode können lediglich die von den Nutzern als öffentlich eingestuften Informationen in die Auswertung eingehen. Viele der Informationen sind per Default auf „öffentlich“ eingestellt, die Nutzer müssen diese allerdings nicht ausfüllen. Wenn weitere Information eingetragen werden, wie beispielsweise „ich suche“, dann können diese einen anderen Status (z.B. „Kreise“) bekommen und sie gehen nicht in die Auswertung ein. Dennoch dürften die Ergebnisse hinsichtlich des Beziehungsstatus recht valide sein: 35 Prozent Single, 30 Prozent verheiratet.

Noch schwieriger wird es, wenn es Freitextfelder gibt, die auszufüllen sind. Bei den Wohnorten werden relativ wenige Fehler auftreten, bei Arbeitgebern schon eher (z.B. Bundeswehr, Army, Luftwaffe).

Wir sollten an dieser Stelle damit zufrieden sein, dass wir einen einigermaßen brauchbaren Wert für die Nutzerzahlen von Google+ bekommen und wissen, welche Geschlechterverteilung vorliegt.

Google Plus: 90 Millionen aktive Nutzer

Anscheinend kam es zu etwas Verwirrung hinsichtlich eines Satzes, den Larry Page im Rahmen einer Quartalskonferenz am 19.01.2012 nannte. Deshalb hier das Zitat:

I’m also pleased to announce that there are over 90M Google+ users — well over double what I announced just a quarter ago on our earnings call. Engagement on + is also growing tremendously. I have some amazing data to share there for the first time: +users are very engaged with our products — over 60% of them engage daily, and over 80% weekly.

Es handelt sich dabei um die gesamte aktive Nutzerschaft. Es sind also „weltweit“ Zahlen, die nicht den von den für die USA ermittelten Zahlen von compete.com wirklich widersprechen. Für die USA wurde wurden von compete für den Dezember 2011 etwa 20 Millionen Nutzer gemessen.

Nimmt man die derzeitige Nutzerschaft von Facebook als Maßstab – also 800 Millionen, von denen 170 Millionen in den USA beheimatet sind (das heißt, dass etwa 21 Prozent der Nutzer in den USA leben). Geht man nun davon aus, dass die Verteilung für Google Plus ähnlich ausschaut, dann ermittelt man etwa 94 Millionen Nutzer.

Sicher – das ist eine Rechenweise über die man diskutieren kann. Schließlich sind Google und Facebook nicht in allen Ländern gleich stark. Als Richtschnur sollte das jedoch reichen.

Wir können also davon ausgehen, dass Google+ 54 Millionen tägliche Nutzer hat und wöchentlich 72 Millionen.

Das Argument, dass bei Google+ auch Nutzer mitgezählt werden die nur ein „+1“ vergeben oder lurken, trifft die Nutzerzahlen von Facebook in gleichem Maße.