Pinterest Business Accounts – warum?

Ich muss schon sagen, dass es mich immer ein wenig erstaunt, wie viel ohne weitere Reflektion gepostet wird. Zum Beispiel zu den Business Accounts bei Pinterest – dazu habe ich bisher fast nur Abgeschriebenes gelesen. Verständlich ist das schon: Der Autor hat wieder einen Post und ein wenig Traffic. Etwas mehr Analyse – über die Weitergabe von Informationen hinaus – wäre manchmal angebracht.  Pinterest allerdings bekommt genau das, was es will: Aufmerksamkeit (nicht nur) von Unternehmen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle nicht nur Informationen von anderen weitergeben, sondern mal wieder ein wenig analysieren.

Kommuikationsaufkommen steigt

Nachdem die Nennungen von Pinterest während der vergangenen Wochen auf Twitter relativ stabil waren, wurde seit der Einführung der Business Accounts eine Vervielfachung des Kommunikationsaufkommens erreicht. In der nachfolgenden Abbildung wird das deutlich (en detail gibt es die Ergebnisse bei Topsy):

Nennung von Pinterest auf Twitter (Quelle: Topsy Analytics)
Nennung von Pinterest auf Twitter (Quelle: Topsy Analytics)

Unterscheidungsmerkmal Business Type

Allerdings gibt es – neben anderen Terms – nur ein Merkmal, in dem sich ein Business Account von einem Normal Account unterscheidet:

BusinessType4Pinterest
BusinessType4Pinterest

In Business Accounts muss der Business Type ausgewählt werden. Ok – es muss noch ein Contact-Name angegeben werden – mehr nicht. Auf die sonst üblichen Adress-Informationen wie Telefon und Postanschrift wird verzichtet.

Alle anderen Features, die im Zuge der Einführung der Business Accounts hinzugekommen sind – Verifikation von Domains, geheime Boards und die Widgets – stehen auch den Normal-Accounts zur Verfügung. Was könnte also das Ziel dieser Umstellung gewesen sein? Einen Hinweis gibt das Modul, das nach der Umstellung der Accounts zunächst zu sehen ist:

Startfenster Pinterest Business Account
Startfenster Pinterest Business Account

Pinterest ist es anscheinend am wichtigsten, dass die Website verifiziert wird. Das ist der erste Punkt, der genannt wird.

Auf diesem Weg schafft Pinterest ein wenig Ordnung und bekommt gleichzeitig – in Verbindung mit der Information hinsichtlich des Business Type – valide Informationen darüber, welche Typen von Unternehmen und wie viele es ernst meinen mit Pinterest. Die angepassten Terms werden bei der Monetarisierung auch hilfreich sein.

Ergebnis

Ich gehe davon aus, dass man bei Pinterest vorwiegend an der Verifikation von Accounts interessiert war  – das erscheint mir am logischsten. Gleichzeitig konnte man auf diesem Weg noch ein paar Informationen gewinnen – eigentlich erstaunlich wenige. Der gesamte Presse- und Social-Rummel wird aber auch dazu führen, dass sich die Widgets rasch verbreiten werden. Damit wird es zu einen starken Nutzungsschub für Pinterest kommen. Für mich hat es den Anschein, als ob erheblich strukturierter und planvoller vorgegangen wird als noch vor wenigen Monaten. Das ist erfreulich.

Man darf weiterhin gespannt sein, mit welcher Form der Einnahmenerzielung Pinterest beginnen wird. Provisionen bzw. der Austausch von Affiliate-Tags wurden ja schon getestet. Das könnte relativ rasch wieder zum Einsatz kommen. Mit Business Accounts könnte man ein Werbemodul verbinden – in dem Unternehmen gruppiert nach den jeweiligen Interessen Werbepins schalten. Zudem – und hierzu gibt es Andeutungen im Support-Forum – könnte ein erweitertes Verwaltungswerkzeug in Planung sein – auch dies könnte kostenpflichtig werden. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit einer Bepreisung aus meiner Sicht gering.

Lalala…

Pinterest Widgets

Pinterest hat am 13. November 2012 Pinterest für Business angekündigt. Dies soll zunächst alle Feature haben, das auch die normalen personalisierten Accounts haben. Im Zuge der Einführung wurden auch geheime Boards möglich – in denen man beispielsweise Pins für die spätere Publikation sammeln kann.

Hier konzentriere ich mich auf einen weiteren Aspekt, die Widgets. Mit Hilfe dieser Code-Einbindungen ist so einiges möglich:

Pinterest Badge
Pinterest Badge

Man kann nun eine Badge betexten. Eigentlich banal und ähnliches gibt es auch schon.

Pin ein Bild
Pin ein Bild

Die aus meiner Sicht wichtigste Funktion besteht darin, dass ein Bild einer Seite zum Pinnen auswählen kann. Hinsichtlich der Integration dieses Verfahrens in CMS oder Shop-Software ist dies sicher eine Herausforderung – lohnen wird sich diese allemal, da sich das Pinnen vereinfacht.

Pinterest Account Widget
Pinterest Account Widget

Durch das Account Widget kann man sehr schön zeigen, was man in einem Account pinnt und so leichter Follower gewinnen.

Ein entsprechendes Widget gibt es auch für einzelne Boards:

Pinterest Board Widget
Pinterest Board Widget

Das ist alles ganz hübsch und hilfreich. Ganz perfekt ist der Generator noch nicht. Ich musste ein wenig Nacharbeiten.

Reichweitenentwicklung Oktober der Social Networks in den USA in einem Google Spreadsheed

Immer nur von der Entwicklung der Reichweiten alleine zu schreiben ist eigentlich langweilig. Im Oktober könnte man das mit zwei Sätzen beschreiben: Es ging grundsätzlich bergauf. Facebook bleibt im gegeben Rahmen und legt im Jahresvergleich um 5% zu – Printerest und Google+ jeweils knapp 7% im Monatsvergleich. Am stärksten hat LinkedIn gegenüber September zugelegt – über 14%.

Damit es ein wenig spannender wird, habe ich versucht es mit Google-Docs zu realisieren und die kleinen Spielereien, die dort möglich sind, hier ins Dokument einzubauen. Leider erlaubt mir dies WordPress nicht und löscht den Code. Deshalb gibt es hier nur den Screenshot:

Reichweitenentwicklung Social Networks USA in Google Docs (Datenquelle compete.com)
Reichweitenentwicklung Social Networks USA in Google Docs (Datenquelle compete.com)

Klar wird, dass Google+ und Pinterest sich auf dem aufsteigenden Ast befinden. Bei Twitter sieht es ebenso aus. Die drei Netzwerke scheinen – sieht man von LinkedIn ab – nun die zweite Reihe der Social Networks zu bilden. Alles was es sonst noch so gibt gehört schon der dritten Reihe an. Social Media tendieren also hin zur drei Klassen Gesellschaft. Wer Interesse hat, kann sich das detailliert im Google-Spreadsheed anschauen oder es als Excel downloaden und ein wenig damit spielen.

Funktional finde ich das Google-Doc hübsch. Auch wenn ich bei statistischen Daten ehr dickere Linien bevorzuge. Die hätte ich auch noch einstellen können und zwischen weiteren Stärken von 2, 4 oder 8 px wählen können.  Das ist nützlich und völlig ausreichend. Leider habe ich es nicht geschafft die Linienfarben anzupassen – aber man kann ja nicht alles haben.

Dafür hat man hinterher eine Abbildung mit Funktionalität. Die Werte der Linien werden in der Kopfzeile angezeigt, wenn man mit der Maus über die Linien fährt. Dann hat man auch noch die Möglichkeit in den Berichtszeitraum zu zoomen. Dafür gibt es feste Vorgaben im Kopf des Moduls. Flexibel kann man damit umgehen, wenn man dafür die Fußleiste benutzt.

Ich halte die Möglichkeiten der Google Docs für wirklich toll und würde mich freuen, wenn ich das Dokument nicht nur über einen Link in diesen Text einbinden könnte.

Hier kann man das Dokument und die Daten anschauen und die Daten herunterladen. 

PinGraphy – zeitversetzt pinnen

Zeitversetzt pinnen – vielleicht so ein Buffer – könnte ganz nützlich sein. Es gibt eine Reihe von Werkzeugen mit denen das mittlerweile möglich ist. Wildfire und Curalate sind Beispiele für Lösungen die Geld kosten. Kostenlos geht es (noch) mit PinGraphy. Im August und September wurde das Werkzeug verschiedentlich oberflächlich besprochen. Für mich ein Grund, es einer etwas genaueren Analyse zu unterziehen.

Zeitversetzt pinnen kann schon hilfreich sein. Kontinuierlich pinnen, ohne zu viele Pins auf ein mal abzusetzen, scheint vom den größten Erfolg bei der Generierung von echten Followern  zu haben. Ein Werkzeug mit dem das möglich ist, wäre also ausgesprochen hilfreich. Besonders für Online-Shops wäre ein entsprechendes Werkzeug nützlich.

Da ich keine Werbung für einen Shop machen möchte, aber eine Beispielseite benötige, mit der ich testen kann, ist meine Wahl auf WandernBonn gefallen. Angelica boggt dort über ihre Wanderungen rund um Bonn, dem Rheinsteig im Siebengebirge, Venn oder eben dem Rotweinwanderweg an der Ahr. Sie schreibt ganz wunderbar und mach wirklich schöne Fotos – oft mehr als zwölf oder fünfzehn pro Wanderung. Genau die geeignete Ausgangssitzation! Ich habe also ein Board „Rotweinwanderweg Ahr“ angelegt, um zu zeigen, wie PinGraphy funktioniert.

Registrierung und erste Schritte

Man kann sich mit seinem Pinterest Account registrieren. Das ist einfach. Der nächste Schritt besteht schon darin, das Marklet in seiner Browser-Bookmark-Leiste zu platzieren. PinGraphy hat das Ding am Kopf der Seite sehr auffällig platziert und noch dazu sehr einfach erklärt – deutlicher und simpler als Pinterest selbst.

Man kennt die Funktion schon von Pinterest und Pinerly und doch ist es ein wenig anders:

Pin-Auswahl bei PinGraphy
Pin-Auswahl bei PinGraphy

Im Gegensatz zu deren Verfahren ist es möglich, gleich mehrere Pins auszuwählen. Durch Anklicken kann man markieren, welche Bilder einer Seite man pinnen möchte. Besonders für Shops könnte das hilfreich sein. Die Arbeit würde sich beträchtlich abkürzen.

Pins mit PinGraphy editieren
Pins mit PinGraphy editieren

Das Werkzeug zieht brav die Alt-Texte der Bilder. Das ist wunderbar. Man sieht auch die Ziel-URLs und kann diese bearbeiten – und beispielsweise Kampagnen-Tags von Google Analytics mitgeben. Bei einem Test hat das funktioniert – auch wenn man ja leider nie so sicher sein kann, was Pinterest mit solchen Erweiterungen anstellt. Mitunter werden diese manipuliert oder schlichtweg gelöscht.

Bilder bearbeiten

Bilder in PinGraphy bearbeiten
Bilder in PinGraphy bearbeiten

Ein wenig Instagram darf auch noch sein. Mit dem Klick auf „Enhance Image“ öffnet sich ein Bearbeitungsfenster – nette Spielerei. Ich habe ein Foto ein wenig bearbeitet (Angelica – entschuldige bitte).

Pingraphy Schedule
Pingraphy Schedule

Mit dem Schedule Fenster kommt dann aber genau das, was man nicht will: Alle ausgewählten Bilder werden zum gleichen Zeitpunkt gepinnt. Schön wäre es eben, wenn es möglich wäre, die Zeit pro Bild einzeln einzustellen. Aber man kann eben nicht alles haben, wenn man kostenlose Tools benutzt. In einer kostenpflichtigen Profi-Version sollte eine solche Funktionalität vorhanden sein – denken wir einfach an Buffer.

Pingraphy Übersicht
Pingraphy Übersicht

Schließt man den Pin-Vorgang ab, so bekommt man eine Übersicht der Pins mit dem jeweils vorgesehen Zeitpunkt. Man kann Pins einzeln löschen aber leider nicht mehr einzeln editieren.

PinGraphy Results
PinGraphy Results

Ergebnisse werden dann auch noch angezeigt. Das ist nett, wird auch sauber dargestellt. Das ist schon ok so. Die gesetzten Pins wurde platziert.

Bewertung

PinGraphy ist wirklich brauchbar und angenehm zu bedienen. Es ist ein tolles kostenloses Werkzeug. Wenn man die Pins auch noch einzeln mit einem Zeitpunkt versehen könnte wäre es perfekt. Hinsichtlich der statistischen Daten würde ich allerdings ein anderes Tool vorziehen.

Reichweitenentwicklung der Social Networks in den USA

Nun hab ich schon länger nicht mehr en detail auf die compete Zahlen geschaut und eine kleine Überraschung erlebt. Nicht nur die Tatsache, dass Pinterest die einzige Plattform war, die im September Reichweite (Unique Visitors) zulegen konnte und alle anderen verloren haben, hat mich überrascht.

Meine Prognosen hinsichtlich der Entwicklung von Pinterest aus dem Frühjahr treten nicht ein. Google+ wird trotz des kräftigen Wachstums von 128 Prozent im Verlauf der vergangenen 12 Monate nicht an Twitter vorbeiziehen, Pinterest auch nicht. Was man aber sagen kann: Es gibt eine stabile zweite Reihe von Netzwerken/Plattformen in den USA. Wirklich auf Facebook aufschließen können die allerdings nicht. Das Mega-Netzwerk wächst mit gemächlichen kapp 5 Prozent und lebt damit eigentlich ganz gut. Wirkliches Wachstum muss an anderer Stelle entstehen.

Ich will nicht langweilen und mit Zahlen jonglieren. Am deutlichsten wird das was passiert indem man die die Entwicklung von Twitter, Google+ und Pinterest in der folgenden Abbildung anschaut:

Reichweiten von Twitter, Google+ & Pinterest (Datenquelle: compete.com)
Reichweiten von Twitter, Google+ & Pinterest (Datenquelle: compete.com)

Twitter hält sich stabil mit einer sanften Wachstumstendenz. Pinterest ist das Netzwerk, das am stabilsten wächst – allerdings mit einem Wachstum von 43% im Verlauf der vergangenen 6 Monate nicht wirklich eine Gefahr für Facebook werden kann – dazu ist es zum komplementär – wenn diese Aussage einfach mal so erlaubt ist.

An Google+ wurden viele Erwartungen geknüpft. Es wurde viel und emotional diskutiert. Man hoffte auf einen Facebook-Killer oder eben nicht. Abgesehen davon, dass die Ausdrücke an sich schon albern sind, ist Google+ im Verlauf der vergangenen 6 Monate stärker gewachsen als Pinterest – knapp 50% – Twitter nur 7%. Man muss also weiter warten. Eines dürfte allerdings sicher sein: Die drei genannten Netzwerke sind zumindest vorläufig sicher platziert.

Wer die Daten von compete.com selbst noch anschauen möchte: Ich habe eine Excel-Datei mit den Daten des vergangenen Jahres erstellt und hoffe, dass mir Kantar Media nicht böse ist:

Compete Unique Visitors 9/11 bis 9/12

Pinterests Anti-SPAM Aktivitäten – viele Fliegen erschlagen bei mangelhafter Durchführung

Pinterest hat kürzlich nach eigener Aussage etwas gegen den SPAM auf seiner Plattform getan. Aus den Pins wurden die Affilliate Tags entfernt. So wurde den Spamern ihre Einnahmequelle genommen. Das ist richtig. Allerdings kam es in diesem Zusammenhang zu einigen Fehlinterpretationen – beispielsweise von Dirk Schiff im IT-Journal.

Der Business Case

Was man vorweg vielleicht noch wissen sollte. Das japanische E-Commerce-Unternehmen Rakuten ist ein Eigentümer von Pinterest. Es hat ebenso kein Interesse Affiliate-Gebühren für Traffic von Pinterest zu bezahlen. Man schlägt also sozusagen drei Fliegen mit einer Klappe. Man wird den SPAM (vermutlich) los, Rakuten muss für Traffic von Pinterest keine Affiliate-Gebühren bezahlen und – das ist das wichtigste Argument: Pinterest könnte jetzt natürlich seine eigenen Affiliate-Tags in die Ziel-URLs der Pins integrieren.

Das technische Vorgehen

Hier ein Link inkl. des Affiliatet-Tags des Kollegen Jochen Mai von Karrierebibel.de

https://www.amazon.de/dp/3423248734/ref=as_li_ss_til?tag=karrierebibel-21&camp=2906&creative=19474&linkCode=as4&creativeASIN=3423248734&adid=016C7FQMGJ1F69H4P06D&

Beim Versuch den Pin zu setzen, wurde mir folgendes Element gezeigt. Nachdem ich den Code eingegeben und bestätigt hatte, wurden der URL auf das Pin belassen wie er war.

Pinterest SPAM-Schutz Fishy
Pinterest SPAM-Schutz Fishy

Hier der Pin. Wenn Sie repinnen und auf Edit klicken können Sie folgenden URL sehen:

https://www.amazon.de/dp/3423248734/ref=as_li_ss_til?tag=karrierebibel-21&camp=2906&creative=19474&linkCode=as4&creativeASIN=3423248734&adid=016C7FQMGJ1F69H4P06D&

Auf diesem Weg schließt man also tatsächlich Spamer aus, weil automatisiertes Pinnen und Repinnen nicht mehr möglich ist. Bei meinen Tests wurde die entsprechende Funktionalität immer dann in den Prozess des Pinnens eingebunden, wenn die URL-Erweiterungen enthielten – also der Teil nach dem „?“ im URL.

Derzeit wird dieser Teil nicht mehr einfach gelöscht. Es ist also auch wieder möglich, Pins mit Google-Analytics zu tracken. Allerdings kann es auch sein, dass die Löschung nur einmal täglich und nicht automatisiert erfolgt, so dass ich dies in den nächsten Tagen bestätigen werde.

Möglicherweise war es also so, dass bei Pinterest u.U. versehentlich alle Tracking Tags entfernt wurden, als lediglich Affiliate-Tags im Rasenmäherverfahren entfernt werden sollten.

Wieder einmal zeigt sich, dass alle von allen abgeschrieben haben, ohne weitergehend die Zusammenhänge zu prüfen. Das ist ausgesprochen bedauerlich.

Social Networks legen im Mai in USA zu – MySpace überrascht, Pinterest stockt

  • MySpace: Monatsgewinner
  • Pinterest: leichter Rückgang
  • Facebook: Nutzung konstant
  • Google+: legt stark zu
  • Fotonetzwerke stabil

Fast alle Social Networks in den USA legten im Mai zu – nur Pinterest musste einen leichten Rückgang von unter zwei Prozent Unique Visitors hinnehmen. Ob man deshalb panisch reagieren muss – gerade aufgrund des gewaltigen Anstiegs der Nutzer im vergangenen Jahr ist eine Ermüdung mehr oder weniger natürlich und mit nahezu 20 Millionen Nutzer gehört es noch immer ganz stabil zur zweiten Reihe.

Die größte Überraschung kommt – wie schon im April – von MySpace. Der Network-Opa legt locker den größten Reichweitenzuwachs von allen Netzwerken hin. Unsere deutsche VZ-Gruppe würde sich über eine solche Wende freuen: Plus 14,15 Prozent binnen Monatsfrist.

Reichweitenentwicklung MySpace in den USA (Quelle: compete.com)
Reichweitenentwicklung MySpace in den USA (Quelle: compete.com)

Auch Google+ ist auch wieder gut dabei. Mit über 22 Millionen Nutzern und einem Zugewinn von 10,32 Prozent ist es sicher keine Geisterstadt. Es sieht alles nach einem langsamen, dafür aber stabilen Wachstum aus.

Stabil ist das Stichwort: Bei Facebook tut sich in den USA wirklich nichts mehr. Mit einer Zunahme der Nutzer um fünf Prozent im Jahresverlauf scheint die Wachstumsgrenze wirklich erreicht zu sein. Ob es da mal ein oder zwei Prozent rauf oder runter geht mag Analysten interessieren. Aus meiner Sicht wird es wohl mittelfristig bei einer Zahl von etwa 160 Millionen Nutzern in den USA bleiben. Twitter bleibt bei um die 40 Millionen Nutzer und LinkedIn wird es schwer haben, über 30 Millionen monatliche Nutzer zu kommen.

Unique Visitors USA Apr. 2012 May. 2012 Dev. Month Dev. Year
Facebook

154.573.438

156.977.704

1,56%

4,99%

Google+

20.201.117

22.285.516

10,32%

Twitter

39.878.977

42.278.067

6,02%

47,10%

Pinterest

19.744.958

19.379.864

-1,85%

2.657,91%

MySpace

21.579.107

23.881.721

14,15%

-22,44%

LinkedIn

25.719.853

26.345.894

2,43%

36,61%

Flickr

17.666.191

18.121.209

2,58%

-20,50%

Photobucket

15.870.750

15.923.483

0,33%

-21,21%

Quelle: compete.com

Stabilisiert haben sich auch die Fotonetzwerke. Nachdem sie im vergangenen Herbst einen starken Einbruch zu verzeichnen hatten, scheint sich die Entwicklung beruhigt zu haben.

60 der „Hot 100“ US Retailer sind bei Pinterest

Immer mehr Händler präsentieren ihre Waren bei Pinterest. Im April 2012 waren es bereits 60 der „Hot 100“ US Händler. Das stellte ExactTarget in seinem aktuellen Report „SUBSCRIBERS, FANS, & FOLLOWERS“ fest. Einige weitere interessante Ergebnisse gibt es auch noch:

Pinterest Retailer Activity
Pinterest Retailer Activity

Den vollständigen Report gibt es unter http://www.exacttarget.com/subscribers-fans-followers/sff16.aspx.

Pinterest: Zählweise und Pflege von Followers und Followings

Pinterest hat Ende Mai die Zählung der Follower und Followings umgestellt. Damit wurden einige Fehler beseitigt, jedoch auch Verwirrung ausgelöst.  Hier eine kleine Anleitung mit den aktuell gültigen Definitionen:

Followers: Zahl der Accounts, die mindestens einem Board des Accounts folgen.

Following: Zahl der Accounts, bei dem mindestens einem Board gefolgt wird.

So ergibt sich – anders als vor der Umstellung – folgende Definition für

Board Follower: Die Zahl der Accounts, die diesem Board folgen. Diese Zahl ist i.d.R. geringer als die Zahl der Follower, da nur ein Teil allen Boards folgt.

Follower werden jetzt nach dem Zeitpunkt des Hinzufügens rückwärts sortiert. Der zuletzt hinzugefügte Account steht also oben.

Follow Unfollow Pinterest-Accounts
Follow Unfollow Pinterest-Accounts

Wenn Sie ein „Unfollow“ sehen (Pfeil), dann folgen Sie einem Account mit all einen Boards. Wenn ein „Follow“ (Pfeil) zu sehen ist, dann folgen Sie nur einzelnen Boards. Sie können also in dieser Ansicht nur wieder Accounts entfolgen, denen Sie vollständig folgen. Wenn Sie mehreren Boards eines Accounts folgen, müssen Sie diese auch wieder einzeln entfolgen.

Follow Unfollow Pinterest-Boards
Follow Unfollow Pinterest-Boards

Das sehen Sie, wenn Sie die Boards eines Accounts aufrufen. Es gibt Boards denen Sie folgen und welche denen Sie nicht folgen (Pfeile).

Wenn Sie nun einem Account vollständig folgen, aber ein Board nicht mögen, dann ist es in der Benutzer-Ansicht zwar möglich, das Board auf „Unfollow“ zu stellen. Allerdings wird dies im Stream nicht funktionieren. Hier ist das Datenmanagement von Pinterest anscheinend inkonsistent. Sie müssen zunächst den Account entfolgen und danach die Boards verfolgen, die Sie interessieren. Das hat zumindest mein Test ergeben.

Pintics – viel mehr als ein Pinterest Analytics Tool

Ich habe bisher schon einige Social Media Analyse Werkzeuge für Pinterest besprochen. Pintics geht weit über diese hinaus und bildet den gesamten „Funnel“ ab. Man sieht nicht nur, wie erfolgreich einzelne Boards sind. Das ist wie in den anderen Tools: Fans, Likes und Repins werden angezeigt. Sondern man kann, wenn man Google Analytics benutzt, auch noch Visits, PageViews, die Bounces und, wenn bewertete Conversions erreicht wurden, die induzierten Sales sehen. Die Zahl der Pins sollte vielleicht noch ergänzt werden, sie fehlt noch in der Übersicht.

Pintics Übersichts Dashboard
Pintics Übersichts-Dashboard

Pintics unterscheidet drei Ebenen der Analyse. Es gibt das Übersichts-Dashboard, in dem das Ergebnis eines Accounts zusammenfasst wird. Eine Ebene tiefer liegen die Boards. Man erhält die gleichen Werte, die es schon im Übersichts-Dashboard gibt und eine Ebene weiter die Pins.

Pintics Ergebnisse Boards
Pintics: Boards Übersicht

Das ist auf der Ebene der Boards bereits jetzt – das Produkt ist in der Beta-Phase – sehr übersichtlich gelöst. Wenn es Pins gibt, die zu groß sind, um diese in der Tabelle sauber darzustellen, werden diese wie bei Pinterest selbst beschnitten. Leider fehlen in der Tabelle noch relative Werte, sowie die Zahl der Pins. In Webtrends, einem Tool der Enterprise-Klasse, gibt es hierfür die „Calculated Measures“. Vielleicht kommt diese Funktion ja in einer Professional Version von Pintics.

Zudem wäre es hilfreich, wenn man die Zahlen als CSV exportieren könnte. Dann wären eigene weitere Berechnungen mit weniger Aufwand möglich. Auch dies ist eine Funktionalität, die in eine Professional Version eingebaut werden sollte. Bei Curalate gibt es diese Download-Möglichkeit.

Pintics Pins Übersicht über alle
Pintics: Pin Übersicht (alle)

Eine entsprechende Übersicht gibt es auch über alle Pins. Allerdings werden die Pins hier immer in ihrer vollen Länge angezeigt, was die Darstellung bei Infographiken etwas unübersichtlich macht. Behebbar ist dies – schließlich unterscheidet sich das Template kaum vom vorhergehenden.  Zusätzlich gibt es noch eine weitere Darstellung auf der Ebene der Boards.

Pintics Pin Boards Popular
Pintics: Pin by Boards (Popular)

Diese ist zweigeteilt. Es gibt die Popular Pins und in der nächsten Abbildung die erfolgreichsten Pins hinsichtlich Traffic.

Pintics Boards Traffic from Pins
Pintics: Pin by Boards (Traffic)

In diesen Darstellungen wird der Umsatz nicht mehr angezeigt. Diesen müsste man, wenn er relevant ist, in der Einzelübersicht ablesen. Der Raum wird an dieser Stelle für den Verlauf der Metriken innerhalb der vergangenen sieben Tage benutzt. Ein Verschieben der Grafik an den  Kopf und damit einhergehend eine etwas größere Darstellung wären vorteilhaft. Leider werden auch in dieser Darstellung die besonders langen Pins nicht begrenzt.

Ein ausgesprochen nützliches Werkzeug

Auch wenn es hinsichtlich der Darstellung und der Ergonomie noch einigen Verbesserungsbedarf gibt: In Kombination mit Google Analytics bietet Pintics das, was man sich für Social Media wünscht – es wird nicht nur innerhalb der Plattform analysiert, sondern auch noch der Erfolg, der auf der eigenen Website erzielt wird. Dabei wird selbst ein kritisches Moment hinsichtlich Pinterest berücksichtigt. Viele der generierten Referrals enden in Bounces. Diese werden ausgewiesen und können eliminiert werden. Da stört es kaum, dass über der Tabelle ein Prozentzeichen steht, obwohl es sich um die absolute Zahl von Visits handelt.

Im Vergleich zu Pinerly ist der Aufwand sehr viel geringer, wenn man mit Google Analytics arbeitet, weil nicht jeder Pin einzeln getaggt werden muss. Allerdings funktioniert die Erfolgsmessung nur für die eigene Website. Dafür werden nicht nur Referrals gemessen – auch Conversions werden in die Analyse einbezogen.

Demnächst soll es noch einen Scheduler für das zeitgesteuerte Pinnen geben. Das ist eine Funktionalität, die sich viele Pinner wünschen. Ich drücke den Jungs derweil die Daumen. Sie leisten eine großartige Arbeit. Wie geschrieben Pintics ist beta. Derzeit kann man sich für einen kostenlosen Test registrieren.

Für die Technikspezialisten noch ein Hinweis: Wenn Sie einen Google Analytics Admin-Account verknüpfen, wird automatisch der Traffic aller enthalten Accounts analysiert.

Bedanken mochte ich mich noch bei den aktiven Teilnehmer der deutschen Pinterest Gruppe auf Facebook. Ohne Euch wären meine Tests viel schwerer relaisierbar.

Weitere Tools & Ansätze zur Pinterest Analyse

Pinerly – bald nicht mehr nur ein Pinterest Analytics Tool

PinReach – ein Pinterest Analytics/Insights Tool

Pinfluence – ein Klout für Pinterest & Analytics Daten

Repinly – Pinterest Statistik

Pinterest: Tracking von Pins der eigenen Website mit Google Analytics

PinAlerts -tracken welche Pins von der einen Website gesetzt wurden

Anforderungen an Pinterest Analytics & Monitoring